Der heutige Fahrradboom ist nicht nur vor dem Hintergrund eines wachsenden Bewusstseins für Gesundheit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu sehen, sondern verkörpert ein Lebensgefühl, das für Flexibilität, Mobilität, Work-Life-Balance, Sport, und auch – beeinflusst von der Pandemie – für die Sicherheit. Ob schnell oder langsam, mit eigener Muskelkraft oder mit Elektromotor, das Fahrrad bietet Lösungsmöglichkeiten für die Verkehrs- und Mobilitätsprobleme unserer Städte. Das Fahrrad verändert unser Freizeitverhalten. Kein Fahrrad ist wie das andere, denn Fahrräder sind keine reinen Gebrauchsgegenstände oder nur das am weitesten verbreitete Fortbewegungsmittel der Welt, sondern auch Design- und Kultobjekte, bei denen Technik, Funktion und Ästhetik Hand in Hand gehen.
Fahrraddesign ist eng mit der Geschichte technologischer Innovationen verbunden, seien es die Antriebssysteme, die Federung, die Bremsen, die Schaltung oder andere Komponenten. Das verwendete Material mit seinen besonderen Eigenschaften – von Holz über Eisen, Stahl, Aluminium, Magnesium, Titan, Kunststoff bis hin zu Carbon – spielt bei der Rahmenkonstruktion, für das Gewicht oder die Aerodynamik ebenso eine entscheidende Rolle wie die eingesetzten Fertigungstechniken. Sie reichen vom klassischen Rahmenbau aus Rohren – zusammen gefügt durch Schweißen, Stoßen, Löten, Schrauben, Stecken, Kleben – oder formgegossenen oder gepressten Metall- oder Kunststoffrahmen bis hin zu Rahmen aus dem 3D-Drucker.
Die Objekte der Ausstellung „Das Fahrrad. Kultobjekt. Designobjekt“ zählen zu den ungewöhnlichsten und spannendsten Fahrrädern der Designgeschichte. Ein historisches Kleinod darunter ist zum Beispiel das Sicherheits-Laufrad „Hirondelle“, Modell Superbe von 1890. Ein Hingucker hauptsächlich aus Holz stammt aus der Keim Edition von 2014. Ein schnittiger Randonneur wurde 1946 aus Flugzeug-Aluminium geschmiedet. 67 weitere außergewöhnliche Modelle zeigt die die Neue Sammlung – The Design Museum in der Pinakothek der Moderne noch bis zum 24. September 2024.
Zur Ausstellung erschien auch ein zweisprachiger Katalog, erhältlich im Museumsshop.