Video Braydon BringhurstThe Whole Enchilada

Laurin Lehner

 · 02.11.2022

Video Braydon Bringhurst: The Whole EnchiladaFoto: Tory Powers
700 - 800 Versuche brauchte Braydon für die Uphill-Passage “The Snotch” im Vorfeld des Projekttages.

Braydon Bringhurst (34) bezwang den legendären Whole-Enchilada-Trail in Moab – als Uphill wohlgemerkt! Stück für Stück, insgesamt 2638 Höhenmeter. Hier gibt’s das Video.

The Whole Enchilada: MTB Trail in Moab

Der Kult-Trail startet auf 3400 Metern auf dem Burro-Pass in den La Sal Mountains. Von hier führt er zu Beginn über Singletrails, Waldstücke und Weideland ins Tal. Dann startet ein langer, technisch sehr anspruchsvoller Downhill über Felsgestein runter nach Moab. Braydon fuhr den Trail verkehrt herum.

Facts & Figures zum sehenswerten Uphill auf dem Moab-Kult-Trail.Foto: Tory Powers
Facts & Figures zum sehenswerten Uphill auf dem Moab-Kult-Trail.
Verlagssonderveröffentlichung

Die Idee hinter dem Projekt

Bei einem Trailride auf dem Whole Enchilada in Moab probierte der Fahrtechnikexperte ein Uphill-Stück, das unmachbar schien. Als er es nahezu schaffte, nahm er sich vor, den ganzen Trail rückwärts zu meistern.

Endgegner: Die Uphill-Schlüsselstellen des Moab-Trails

Vier Schlüsselstellen bereiteten Braydon Kopfschmerzen. Eine schier unüberwindbare Formation aus Felsplatten und Absätzen. Bei einigen dieser Uphills verbrachte der Ami im Vorfeld Tage ohne Erfolg.

Frustration: Mehr als 50 Anläufe bei einzelnen Trail-Sektionen

Ein zehnköpfiges Team unterstützte Braydon. Darunter ein renommierter Sportpsychologe, der ihm dabei half, mit der Frustration umzugehen. Gute Idee! Denn bei einigen Passagen brauchte es über 50 Anläufe.

Es gab Momente, da wollte ich mein Bike den Hang runterwerfen

BIKE: Braydon, wie lange dauerte es, bis sich Deine Beine erholt hatten?

BRAYDON BRINGHURST: Lange. Vier Tage vor der Aktion bekam meine Frau unser drittes Kind. Die Beine hochlegen war also nicht. Es dauerte einen guten Monat, bis ich mich physisch und psychisch erholt hatte.

Du bist den legendären Whole Enchilada hochgefahren, 2638 Höhenmeter, teils ausgesetzt, fast immer technisch und verblockt. Jedes einzelne Stück. Wahnsinn! Warum hast Du auf einen offiziellen Guinness World Record verzichtet?

Das war mir nicht wichtig. Außerdem wusste ich, dass das Projekt meine gesamte Energie benötigen würde. Dafür brauchte ich die richtigen Leute um mich herum. So wählte ich bewusst ein kleines Team aus engen Freunden. Ich wollte keinen fremden Fotografen, geschweige denn einen Offiziellen von Guinness World Records, um mich rumhampeln sehen.

Gab es einen Punkt, an dem Du dachtest, das funktioniert nicht, das Projekt ist im Eimer?

Es gab Momente der Frustration, da wollte ich mein Bike gegen die Felsen donnern oder gleich den Hang runterwerfen. Es war bei der Schlüsselstelle The Snaggle. Ich probierte es wieder und wieder, doch es gelang mir einfach nicht, dieses fiese Steilstück zu bezwingen. Nach über 50 Versuchen schaffte ich es dann doch.

Uphill-Künstler Braydon Bringhurst.Foto: Tory Powers
Uphill-Künstler Braydon Bringhurst.

Und danach warst Du sicher, Du schaffst den Rest?

Richtig brenzlig wurde es viel später, nach all den Schlüsselstellen. Die vielen Versuche kosteten

Zeit, und es wurde dunkel, die Temperatur sank, und es fing zu regnen an. Ich wusste, wenn Schnee kommt, habe ich schlechte Karten. Der Boden war nass, und die Traktion bei all den Wurzelpassagen war komplett weg. Dazu kam, dass ich schon über 2000 Höhenmeter harten Uphill in den Beinen hatte.

Man hört im Film, wie Du Dir immer wieder gut zuredest. In Deinem Support-Team war auch ein Psychotherapeut. Kam die Idee von ihm?

Ja, unter anderem. Dr. Manning hat mir bewusst gemacht, wie wichtig positive Gedanken sind und wie negative Gedanken unmittelbare Auswirkungen auf dein Handeln haben können. Außerdem riet er mir dazu, im Hier und Jetzt zu sein. Nicht an die Vergangenheit oder Zukunft zu denken. Hätte ich mir nach all den Fehlversuchen bei einer der Schlüsselstellen Gedanken gemacht, was noch vor mir liegt, ich hätte womöglich direkt hingeschmissen. Außerdem wusste ich, dass ich das Zeug dazu habe. Und das musste ich mir immer wieder bewusst machen.

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