Es gibt wohl nur wenige Sportgeräte, bei denen der Aha-Effekt so groß ist wie beim E-Mountainbiken. Draufsetzen, in die Pedale treten, und ab geht die Post. Mit der ersten Kurbelumdrehung heben sich die Mundwinkel, das Bike fliegt nach vorne, als läge der härteste Trainingswinter hinter dem Piloten. Gelegenheits-Biker verlieren die Scheu vor steilen Anstiegen und langen Ausfahrten. Von jetzt auf gleich sind mehr Höhenmeter drin, die Feierabendrunde passt auch ins engste Zeitfenster, und am Wochenende erfüllen mehr Trail-Meter die kostbare Freizeit.
E-Mountainbikes haben ein enormes Suchtpotenzial, und das zeigen die gegenwärtigen Marktzahlen: Keine andere Fahrradkategorie wächst so rasant! Einziger Bremsklotz: der Preis. Im Geldbeutel hinterlassen die motorisierten Geländeflitzer ein tiefes Loch. Echter Fahrspaß und Geländetauglichkeit beginnen mit Fullys für knapp 4000 Euro. Und in dieser Preisklasse ist die Luft dünn. Ohne Kompromisse kommt kaum ein Hersteller durch die Ausstattungsliste, wie unsere Testgruppe mit acht Bikes zwischen 3600 und 4000 Euro zeigt. Es lohnt sich, genau hinzuschauen. Denn die Ausstattung kann entscheiden, ob der Tag mit einem Grinsen endet – oder einem grimmigen Blick. Die gute Nachricht: Einige Kandidaten im Test haben das Zeug, ein loderndes E-MTB-Feuer zu entfachen.

Redakteur CvD
Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.