E-MTB-Neuheiten 2020: Specialized Turbo Kenevo

Das Ende der Shuttle-Ära?

  • Tobias Brehler
 • Publiziert vor einem Jahr

Der E-Freerider Specialized Kenevo bekommt 2020 einen neuen Rahmen, den aktuellen Brose Drive S Mag-Motor und je nach Modell eine fette Doppelbrückengabel und bis zu 700 Wh Akkukapazität.

Rechts. Links. Rechts. Spitzkehre um Spitzkehre schraubt sich der Shuttle-Bus den Berg rauf. Es ist heiß, es mieft. Mir ist kotzübel. Will man in Regionen ohne Skitourismus Höhenmeter nicht selber treten, führt meist kein Weg am Auto-Shuttle vorbei. Das dürfte sich ändern: Immer mehr Hersteller bauen jetzt auch langhubige E-Mountainbikes, die bergab richtig was wegstecken können.

Branchen-Vorreiter Specialized rief bereits vor zwei Jahren den E-Freerider Kenevo ins Leben. Jetzt präsentieren die Amerikaner ein Update, wobei das neue Kenevo für 2020 mit dem alten nicht mehr viel gemein hat. Der Rahmen ähnelt optisch dem des Turbo Levo mit asymmetrischer Abstützung. Geometrie und Fahrwerk unterscheiden sich aber deutlich vom 150-mm-Levo.

Serienmäßig hat das Kenevo kein Display, nur eine LED-Anzeige im Oberrohr. Ein Display kann für ca. 70 Euro nachgerüstet werden.

Wie auch das Levo treibt der Brose Drive S Mag-Motor das Kenevo an. Das Expert verfügt über einen 700 Wh-Akku, das Comp über einen 500er. Der Akku lässt sich entnehmen, eignet sich aufgrund der großen Einbaulänge allerdings nur begrenzt für den Rucksack. Dank des neuen Motors und des asymmetrischen Rahmens können 1,4 Kilo im Vergleich zum Vorgänger gespart werden. Das Gesamtgewicht soll aufgrund gleicher Anbauteile aber vergleichbar zum Vorgängermodell sein. In der Mission Control-App lässt sich die Motorcharakterisik konfigurieren und z.B. eine Mindestfahrdauer festlegen, die der Akku durchhalten soll.

Der Hauptrahmen des Kenevo ähnelt optisch dem Stumpjumper und dem Levo. So findet auch ein Flaschenhalter im Rahmen Platz.

Beide Kenevo-Modelle setzen im Heck auf einen Stahlfederdämpfer mit 180 Millimeter Federweg.

In der Kategorie der Muskelbikes hat Specialized unlängst das neue 2020er-Enduro vorgestellt. Auch wenn das Kenevo dem Enduro optisch nicht ähnelt (wo soll beim Enduro der Motor hin?), orientiert sich das Fahrwerk am Enduro. Die Raderhebungskurven ähneln sich stark, beide Hinterbauten „weichen“ Stößen und Schlägen nach hinten aus. Das soll für mehr Geschwindigkeit und weniger Hang-Ups sorgen. Das Kenevo bietet vorne wie hinten satte 180 Millimeter Federweg.

Die Größen heißen nicht mehr S, M, L usw. sondern neuerdings S2, S3, S4 und S5. Der Reach wächst durch die Bank, in S3 beträgt er bereits üppige 470 Millimeter. Die Kettenstreben fallen mit 454 Millimetern recht kurz aus. Der 64 Grad flache Lenkwinkel dürfte für ordentlich Laufruhe, der steile 77er-Sitzwinkel für eine komfortable Sitzposition sorgen.

Das Expert-Modell des Specialized Kenevo kostet 6899 Euro und verfügt neben einer hochwertigeren Ausstattung außerdem über einen 700 Wh-Akku.

Im Kenevo Expert schluckt eine Rockshox Boxxer-Doppelbrückengabel die Schläge. Diese soll noch präziseres Lenken ermöglichen.

Zwei Modelle vom Kenevo stehen zur Wahl: Das Expert für 6899 Euro und das Comp für 5499 Euro. Ersteres soll 24,6 und letzteres 23,6 Kilo wiegen. Warum das günstigere Bike leichter ist? Der 500er Akku im Comp spart ordentlich Gewicht, geizt aber auch mit Reichweite. Beide Bikes haben serienmäßig eine Vario-Sattelstütze und stehen auf 2,6er Butcher-Reifen in 27,5 Zoll. Das Comp besitzt ein Marzocchi Bomber-Fahrwerk, das Expert ein Rockshox-Fahrwerk mit Boxxer-Doppelbrücken-Federgabel. Diese soll die Steifigkeit erhöhen und noch präziseres Steuern ermöglichen.

Themen: BroseebikeE-MTBE-MTB-Neuheiten 2020FreerideKenevoSpecialized


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