Specialized Levo 2019: The next step Specialized Levo 2019: The next step Specialized Levo 2019: The next step

E-MTB-Neuheiten 2019: Specialized Turbo Levo

Specialized Levo 2019: The next step

  • Florentin Vesenbeckh
 • Publiziert vor 3 Jahren

Neuer Motor, mehr Akku, weniger Gewicht: Specialized setzt mit dem neuen Turbo Levo den nächsten Meilenstein der E-MTB-Geschichte. Die sportlich schlichte Ausrichtung bleibt bestehen.

Schlanke Integration, natürliches Fahrgefühl, gelungenes Handling: Mit dem Levo setzte Specialized vor gut drei Jahren neue Massstäbe im E-Mountainbike-Bereich. Für die Saison 2019 geht das Levo in die dritte Generation – und wurde dafür komplett überarbeitet. Mit dem Brose Drive S Mag-Motor setzen die Amerikaner in puncto Antrieb eine neue Messlatte, das Bike wird leichter, der Akku bringt mehr Kapazität. Bei der Rahmenkonstruktion lehnt Specialized sein neues Levo an das neu vorgestellte Stumpjumper an, Geometrie und Fahrwerk wurden im Vergleich zum Vorgänger deutlich modernisiert. Dazu gibt´s 150 Millimeter Federweg an Front und Heck. Optisch fällt die Neuerung direkt durch die asymmetrische Bauweise des Rahmendreiecks auf, die sich Levo und „Stumpi“ teilen. Ebenfalls neu: Alle Modelle setzen auf 29er-Laufräder mit 2,6 Zoll breiten Reifen. Dank Geometrieverstellung mittels Flipchip können aber auch Laufräder mit 27,5-Plus-Reifen in 2,8er-Breite gefahren werden.

Harookz Mittels Flipchip kann die Geometrie angepasst werden. So soll das Specialized Levo sowohl mit 29 Zoll, als auch mit 27,5 Plus funktionieren. Im Rahmendreieck ist Platz für einen Flaschenhalter.

Harookz Bekannt vom neuen Stumpjumper ist die asymmetrische Versteifung des Rahmendreiecks, die vor allem die Funktion des Hinterbaus verbessern soll.

Hersteller Moderater Reach, moderate Kettenstreben, moderater Lenkwinkel. Bei der Geometrie geht Specialized beim neuen Levo nicht die extremen Wege mancher Konkurrenten. Dennoch wurden die Werte deutlich modernisiert.

Der neue Levo-Motor – mehr Power

Die DNA der Brose-Motoren zeichnete sich bisher durch eine natürliche Fahrcharakteristik, geringe Geräuschentwicklung und vielfältige Individualisierungsmöglichkeiten aus. Während die ersten Generationen in Sachen Maximalpower nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten konnten, arbeitete der deutsche Hersteller gemeinsam mit Specialized kontinuierlich an diesem Manko. Die neueste Entwicklungsstufe scheint ganz vorne angekommen zu sein: Die vom Hersteller kommunizierten Daten: 410% Unterstützung, 90 Newtonmeter Drehmoment. Außerdem soll die volle Kraft über ein breites Drehzahlband verfügbar sein. Die maximale Unterstützung soll also zur Verfügung stehen, egal ob der Fahrer mit sehr hoher Trittfrequnz tritt, oder langsam kurbelt. Beeindruckend: Durch ein Magnesiumgehäuse schrumpft das Gewicht des neuen Brose-Motors im Levo um satte 400 Gramm, auch die Maße wurden reduziert. In einem ersten Test mit dem neuen Specialized Levo konnte uns der Antrieb voll überzeugen. Satte Power bei nahezu jeder Trittfrequenz, das natürliche Fahrgefühl bleibt erhalten, das Ausfaden beim Erreichen der 25 km/h-Grenze geschieht extrem soft und ist kaum spürbar. Ohne den direkten Vergleich zum Vorgänger zu haben: Gefühlt ist der Antrieb im Turbo-Modus minimal lauter geworden, bleibt aber deutlich leiser als die Konkurrenz von Bosch, Shimano oder Yamaha. Die Schiebehilfe ist ebenfalls deutlich stärker geworden.

Harookz Gut eingepackt: Der neue Brose Drive S Mag liegt komplett unter Abdeckungen im Tretlagerbereich.

Wir haben ein erstes Testbike mit von Broses Drive S Mag bereits einem Prüfstandstest unterzogen. Wie der neue Motor im Vergleich zur Konkurrenz von Bosch, Shimano, Yamaha und Co abschneidet, lesen Sie in EMTB 4/2018, ab Mitte Oktober am Kiosk.

Harookz Die Mission Control App wurde überarbeitet, der Nutzer kann am Levo zukünftig seinen Motor noch genauer feintunen.

Spannend: Specialized erweitert die Individualisierungsmöglichkeiten des Motors. Mittels App können die drei Fahrmodi stufenlos eingestellt werden. Dabei kann die Maximalleistung nun unabhängig von der minimal gelieferten Unterstützung angepasst werden. Der Nutzer kann also bestimmen, ob der Motor konstant oder dynamisch, also in Abhängigkeit vom Fahrer-Input arbeitet. Und das für jede Stufe separat. Darüber hinaus können die Beschleunigungssensibilität und der Shuttle-Modus feingetunt werden. Erstere beeinflusst das Anfahrverhalten des Motors, während Zweiterer festlegt, wie schnell die maximale Unterstützung erreicht wird. Specialized ist der Meinung, dass es nicht das eine Motor-Setup gibt, das für alle E-Biker passt. Deshalb soll das neue Levo möglichst gut auf persönliche Vorlieben abstimmbar sein.

Harookz Schön schlicht: Specialized setzt weiter auf eine schlanke Bedieneinheit und verzichtet auf ein Display am Lenker. Das Motto: In erster Linie ist das Levo ein Mountainbike, kein E-Bike.

Harookz Alles im Blick: Die Akku- und Modusanzeige wandert von der Seite des Unterrohrs auf das Oberrohr und ist damit stets im Blick. Im Kreis oben werden die drei Unterstützungsmodi angezeigt, unten der Ladestand des Akkus.

Harookz Optional: Für 89 Euro gibt´s ein schlankes und dezentes Display, das die klassischen Fahrradcomputer-Funktionen anzeigt. Inklusive Herzfrequenz, Trittfrequenz und Fahrerleistung.

Harookz Das optionale Display setzt auf eine schlichte Garmin-Halterung und kann simpel an- und abmontiert werden.

Der neue Levo-Akku – mehr Kapazität

Specialized setzt weiter auf einen Akku im Unterrohr, krempelt die Art der Integration aber komplett um. Das Unterrohr wird nicht mehr aufgeschnitten, sondern behält seine Form. Der Akku wird von unten im Motorbereich ins Unterrohr gesteckt. Der Akku wird länger, aber dünner. Dadurch konnte das Unterrohr nochmal schlanker konstruiert werden. Durch die neueste Zellgeneration konnte die Kapazität des Akkus auf 700 Wattstunden aufgeblasen werden. Es wird allerdings auch einen 500-Wh-Akku geben, der auf die klassische Zellenkonstruktion setzt. Dieser kommt bei den niedrigpreisigeren Modellen zum Einsatz und ist 700 Gramm leichter. Beide Varianten sind gleich groß. Zum Akkuwechsel muss, wie beim Vorgänger, eine Schraube geöffnet werden, dann kann die Batterie nach unten entnommen werden. Wirklich geschmeidig funktioniert das nur, wenn das Bike auf dem Kopf steht. Das ist auch die Empfehlung von Specialized. Davon abgesehen läuft der Wechsel schnell und einfach.

Harookz Mit einem Sechser-Inbus kann der Akku entriegelt werden.

Harookz Der Akku wird nach unten aus dem Unterrohr herausgezogen. Das gelingt am besten, wenn das Bike auf dem Kopf steht.

Harookz Wie beim bisherigen Levo wird der Akku mit diesem Connector mit dem Motor verbunden.

Knackpunkt: Der neue Akku ist mit 64 Zentimetern nochmal länger als sein Vorgänger, einen Wechselakku im Rucksack zu verstauen wird sehr schwierig – zumindest in gängigen Bike-Rucksäcken. Das ist eine Einschränkung. Die Philosophie von Specialized: Bevor die 700 Wattstunden des Akkus leer sind, ist der Fahrer fix und fertig. Die Notwendigkeit eines Zweitakkus sehen die Amerikaner dank großem Akku und effizientem Motor nicht. Den 700er-Akku wird es für die Einstiegsmodelle, die mit 500er-Version kommen, natürlich zum Nachrüsten geben. Einen ersten Reichhöhen-Test vom Brose Drive S Mag auf unserem Prüfstand gibt´s in EMTB 4/2018, ab Mitte Oktober am Kiosk.

Harookz Den neuen Akku gibt es in zwei Varianten, die sich optisch und in der Abmessung nicht unterscheiden. Mit 64 Zentimetern ist der Akku noch länger als sein Vorgänger – ein Knackpunkt.

Gewicht – ein Schlüsselkriterium

Ein E-MTB soll sich fahren wie ein normales Mountainbike, so die Philosophie des Specialized-Entwicklungsteams um Jan Talavasek. Ein wichtiges Kriterium dazu ist das Gewicht. Das neue Levo ist nochmal leichter als der Vorgänger. Damit ist Specialized eine der ganz wenigen Firmen, die Akku-Integration und geringes Gewicht auf einen Nenner bringen. Wie schaffen die Amerikaner die Gewichtsreduktion? Die neue Akkuintegration ermöglicht es, das Unterrohr am Stück zu lassen. So ist weniger Materialeinsatz nötig, um den Rahmen stabil und steif genug zu konstruieren. Weiterer wichtiger Baustein ist der neue Brose Drive S Mag-Motor. Der Motor selbst ist dank Magnesium-Hülle 400 Gramm leichter als sein Vorgänger. Weitere 400 Gramm spart er ein, da die Befestigung ohne Interface, also Apdapter auskommt. Mit 500-Wh-Akku soll die S-Works-Version in Größe M bei 19,9 Kilo landen.

Harookz Der Geschwindigkeitssensor des neuen Levo wurde noch besser integriert, das Kabel kommt an keiner Stelle an die Oberfläche. Der Magnet sitzt geschützt an der Bremsscheibe.

Harookz Gut geschützt: Die Kettenstreben liegen bis in die hinterste Ecke unter einem effektiven Gummipuffer. Das zahlt sich durch einen extrem ruhigen Lauf des Bikes aus.

Harookz Wir konnten das neue Levo Expert schon zwei Tage über steinige Trails in Kroatien scheuchen. Einen ausführlichen Fahrbericht gibt´s in EMTB 4/2018, ab 16. Oktober am Kiosk!

Levo 2019: Modelle und Preise

Das neue Levo wird es sowohl in Carbon, als auch mit Aluminiumrahmen geben, los geht´s bei 4499 Euro, am oberen Ende rangiert das S-Works-Modell mit Vollcarbon-Rahmen für 10999 Euro. Die Modelle Expert und Comp Carbon haben einen Carbon-Hauptrahmen und einen Alu-Hinterbau.

Harookz Los geht´s mit dem Turbo Levo FSR mit Alurahmen. Für 4499 gibt´s ein Rock-Shox-Fahrwerk aus Sektor RL-Gabel und Deluxe RT-Dämpfer, Sram Level T Bremsen und NX-11fach-Schaltung. 500 Wh-Akku.

Harookz Das Levo Comp FSR setzt ebenfalls auf ein Alu-Chassis und kostet 5699 Euro. An der Front werkelt eine Revelation RC-Gabel, für Verzögerung sorgen Guide RE-Bremsen, geschalten wird mit GX-11fach. 500 Wh-Akku.

Harookz Das günstigste Modell mit Carbon-Hauptrahmen heißt Levo Comp Carbon FSR und kostet 6799 Euro. Dafür gibt´s ein Fox-Fahrwerk (DPS Performance / 34 Rythm E-optimized), Guide RE-Bremsen und GX-11fach-Schaltung. 500 Wh-Akku. 

Harookz Das Specialized Levo Expert kommt mit großem 700-Wh-Akku und Rock-Shox-Fahrwerk (Pike RC, Deluxe RT3), dazu gibt´s Code R-Bremsen und X1-11fach-Schaltung. 7999 Euro.

Harookz Vollcarbon-Rahmen und feinste Ausstattung: Das Specialized S-Works Turbo Levo markiert traditionell das obere Ende der Modellvarianten. Gefedert wird mit Fox-Factory-Fahrwerk, Code RSC-Bremsen sorgen für Verzögerung und Srams XX1-11fach hilft bei der Gangwahl. Dazu gibt´s Roval Carbonlaufräder. 10999 Euro, 700 Wattstunden.

Themen: BroseDrive S MagE-MTBEMTB 4/2018E-MTB-Neuheiten 2019LevoSpecialized


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