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Husqvarna setzt auf E-Bikes

Husqvarna startet mit beweglichem Akku durch

Florentin Vesenbeckh am 29.11.2017

Ob im Motorradsport oder bei Rasenmähern, den guten Namen hat sich das Traditionsunternehmen Husqvarna verdient. Jetzt will die Marke mit E-Bikes punkten und baut dabei auf einen besonderen Akku.

Kommt der Name der schwedischen Traditionsfirma Husqvarna auf, schwärmen Technikliebhaber wahlweise von Motorrädern, Rasenmähern oder Nähmaschinen. Jetzt startet Husqvarna mit einer E-Bike-Flotte durch, vom sportlichen City-Bike bis hin zu E-Mountainbikes. Entwickelt wird die Kollektion in Schweinfurt, die Bikes sind ausschließlich beim Fachhändler erhältlich.

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Kommandozentrale: Der An-/Aus-Knopf sitzt zentral auf dem Oberrohr.

Für E-Mountainbiker sind besonders zwei Modellreihen interessant: Light Cross (LC) bezeichnet die sportliche Hardtail-Linie, die Mountain Cross-Reihe (MC) bietet E-MTB-Fullys mit 140 Millimetern Federweg. Husqvarna vebaut bei diesen Bikes Shimanos Steps-E8000-Antrieb, perfekt für sportliches Mountainbiken und Herausforderungen im Gelände. Ebenfalls in den LC- und MC-Modellen verbaut: ein innovatives Akku-System namens Linkage Battery. Die Akkus sind faltbar und lassen sich so über eine kleine Öffnung im Unterrohr entnehmen.

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Eine Alukappe sitzt seitlich am Unterrohr, dahinter versteckt sich die Linkage Battery. Eine umlaufende Dichtung soll Wasser fernhalten.

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Elektrisch schalten: Bei den beiden Topmodellen setzt Husqvarna auf eine Shimano Di2. Diese soll besonders gut mit dem Shimano Steps-Antrieb harmonieren.

Husqvarna Mountain Cross – das Fully

Die drei MC-Modelle von Husqvarna kommen mit 140 Millimetern Federweg an Front und Heck, moderaten Winkeln und relativ kurzen Geometrien. Das verspricht eine eher gutmütige, denn extrem sportliche Fahrweise und Sitzposition.

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Das Topmodell MC7 kommt mit Rock Shox-Fahrwerk, 140 Millimetern Federweg und elektronischer Di2-Schaltung für 4999 Euro.

Besonderen Wert legt Husqvarna auf die elektronische Di2-Schaltung von Shimano in Kombination mit dem Antrieb aus dem gleichen Haus, da die Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt seien. Durch die elektronische Koppelung von Di2 und Steps seien die Schaltvorgänge präziser und zugleich schonender für den Antriebsstrang. Die Di2 steckt am Topmodell MC7, die günstigeren Fully-Versionen schalten mechanisch.

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Von Vorbau und Lenker bis zu Vario-Stütze und Sattel: Husqvarna verbaut Anbauteile mit Eigenlabel.

Die Bremsanlage der MC-Serie kommt hingegen nicht vom asiatischen Komponentenriesen Shimano. Husqvarna verbaut Tektros OrionP, eine Kombination aus bissigem Vierkolbensattel am Vorderrad und leichterem Zweikolbensattel am Hinterrad.

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Den Vierkolbensattel am Vorderrad kombinieren die Schweinfurter je nach Modell mit 180er- bw. 200er-Scheiben.

Für sanfte Fahrweise sollen Federgabeln von SR Suntour sorgen, lediglich am Topmodell MC7 kommt eine Yari von Rock Shox zum Einsatz. Den Hinterbau hält an allen Bikes ein Rock Shox Deluxe RT-Dämpfer im Zaum. Auf den breiten Alexrims-Felgen sitzen Schwalbe Nobby Nic-Reifen in 2,8 Zoll Breite. Alle Preisvarianten kommen mit einer Husqvarna-gelabelten Variostütze, die 100 Millimeter Absenkung bietet. Die Preise reichen von 3999 Euro fürs Einstiegsmodell MC5 bis 4999 Euro für das Topmodell MC7.

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Der Ladeport im Tretlagerbereich ermöglicht das Laden des Akkus im Bike. Ebenfalls im Bild: Die MC-Rahmen bieten Platz für einen Flaschenhalter.

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Den Einstieg in die Mountain Cross-Reihe bildet das MC5 für 3999 Euro. Dafür gibt´s eine Suntour Aion-Gabel, Shimanos Steps E8000-Antrieb und eine SLX-Schaltgruppe.

Linkage Battery – innovative Klapp-Akkus

Eine echte Besonderheit der Husqvarna-EMTBs ist der bewegliche Akku. Sechs Zellen werden zu einem beweglichen Batteriepack zusammengesetzt. So lässt sich der Energieträger durch eine kleine Klappe im Unterrohr ins Bike schieben. Der Vorteil: Das Unterrohr wird nicht komplett zerstückelt, das macht steifere Konstruktionen möglich. Die Batterie wird mit einer Schiene geführt, was sie wackel- und klapperfrei im Rahmen hält. Im Tretlagerbreich verbindet sich der Akku mittels Magnet automatisch mit dem Antrieb. Der Rahmen hat eine separate Ladebuchse, das Laden kann also am Bike oder am ausgebauten Akku erfolgen. Nach 1,5 Ladestunden sollen 80 Prozent der Kapazität erreicht sein.

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Der bewegliche Akku kann durch die kleine Öffnung im Oberrohr herausgezogen werden.

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Der Akkupack setzt sich aus sechs Elementen zusammen, die mit Scharnieren verbunden sind. Insgesamt liefert der Energieträger 500 Wattstunden.

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Die verhältnismäßig kleine Öffnung im Unterrohr soll die Rahmenkonstruktion steif machen. Eine Führungsnut im Inneren sorgt für festen und klapperfreien Sitz.

Die Linkage Battery bietet 500 Wattstunden Kapazität, ein größeres Modell ist in Arbeit. Alle Mountain-Cross-Modelle und die teureren Modelle der Hardtail-Linie Light Cross bauen auf dieses System, die Akkus sind untereinander kompatibel.

Husqvarna Light Cross – das Hardtail

Jedes Bike der Light-Cross-Linie gibt es wahlweise in einer 27,5- oder 29-Zoll-Version. Dabei setzt Husqvarna nicht auf Rahmen, die beide Laufradgrößen aufnehmen können, sondern baut für beide Varianten ein eigenes Chassis mit angepassten Geometrien – ein ordentlicher Aufwand. Die 29er kommen auf 2,6 Zoll breiten Reifen, bei den 27,5-Zoll-Bikes kommen 2,8er-Breiten zum Einsatz. Light Cross-Fahrer müssen sich mit 100 Millimeter Federweg an der Front begnügen. Diese werden von einer Rock Shox Reba RL (LC5) bzw. Suntour Radion bereitgestellt.

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Das LC4 kostet 3499 Euro, kommt mit Linkage Battery und Suntour Radion Gabel mit 100 Millimetern Federweg.

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Die Hardtails bieten Platz für zwei Flaschenhalter – das bieten die wenigsten E-MTBs.

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Alles für die Optik: Husqvarna verpasst den LC-Modellen ein tropfenförmiges Sitzrohr, fein verschlossen mit Abdeckkappe.

Die beiden Modelle mit Linkage Battery kosten 4199 (LC5) bzw. 3499 Euro (LC4). Darunter rangieren noch vier Modelle mit externer Batterie und Shimano Steps-6010-Antrieb zwischen 2299 Euro und 2999 Euro. LC5 und LC3 schalten mit Shimanos Di2 elektronisch.

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LC3, LC2 und LC1 kommen mit externem Akku und Steps E6010-Antrieb. Das LC3 schaltet für 2999 Euro elektronisch mit XT Di2.

Husqvarna geht 2018 in seine erste E-MTB-Saison, die Bikes sollen ab Mitte Januar beim Händler stehen.

Florentin Vesenbeckh am 29.11.2017