Test Race Face Stash Tank Test Race Face Stash Tank

Test Race Face Stash Tank

Race Face Stash Tank: Unterhemd mit Stauraum

BIKE Magazin am 13.05.2016

Die Modemacher schneidern immer lässigere Bike-Trikots, die auf Rückentaschen verzichten. Wir haben das Stash Tank von Race Face – ein mit Staufächern aufgemotztes Unterhemd – getestet.

Enduro ist hip. Doch eigentlich nichts Neues. Das gleiche gilt für das Mountainbiken ohne Rucksack. Früher hat man Riegel und Pumpe in die Trikottasche gesteckt. Als Endurist geht das nicht, denn die weiten Shirts haben keine Taschen. Race Face bietet dafür eine Lösung: ein eng anliegendes Tank-Top mit diversen Taschen, welches unter das Shirt oder die Jacke passt. Mit dem Stash Tank haben die Kanadier ein vergleichbares Konzept wie Specialized mit SWAT-Teilen und -Bekleidung im Angebot. Das Ziel ist bei beiden Unternehmen identisch: einen Bike-Rucksack überflüssig machen.

Das Stash Tank wirkt auf den ersten Blick wie ein dickes Unterhemd. Die Taschen sind relativ unauffällig am schwarzen Mesh-Shirt angebracht: Drei kleinere Taschen, die denen eines klassischen Trikots ähneln. Und eine große Tasche über den ganzen Rücken, in der eine Trinkblase oder auch eine Regenjacke Platz findet. Doch eins muss man immer im Hinterkopf behalten: Bei einem Sturz ist die Verletzungsgefahr hoch, denn der Inhalt der Taschen wird direkt in den Rücken gedrückt. Hier gibt es keinen dämpfenden Rucksack.

Test Race Face Stash Tank

Das Stash Tank ist stabil konstruiert und mit verstärkenden Nähten versehen, sodass die drei Rückentaschen großzügig beladen werden können.

Stash Tank Race Face Erfahrung

Der Trinkschlauch wird beim Stash Tank über die Schulter nach vorne geführt. Um sich erfrischen zu können, benötigt aber auch das Trikot darüber einen Durchgang für das Mundstück, was eher selten der Fall ist.

Das Stash Tank wechselt für 90 Euro den Besitzer, dem alle Größen zwischen S und XL zur Verfügung stehen. Das Shirt fällt normal aus und sollte stramm sitzen, ansonsten wackeln die Taschen wie ein Kuhschwanz. Passt es, sitzt es jedoch selbst beladen bombenfest. Erst wenn man eine Trinkblase mit deutlich mehr als einem Liter befüllt dabei hat, kommt die Dehnfähigkeit an ihre Grenzen. Ebenfalls problematisch: Mit befüllter Trinkblase und übergestreiftem Trikot ist die Gollum-Optik inklusive. Das Trinkwasser erhitzt sich durch die Körperwärme spürbar. Wen das nicht stört, der kann trotz Trinkblase getrost auf einen Rucksack verzichten. Schlauch, Minipumpe, Riegel und Handy finden in den weiteren Taschen problemlos Platz. Auch wenn wir nichts verloren haben, ohne eine einzige Reißverschlusstasche tasteten wir öfters, um uns zu versichern, ob noch alles an Ort und Stelle sitzt. An heißen Tagen besteht wegen der Extraschicht Überhitzungsgefahr, an kalten Tagen bietet sie dafür etwas Windschutz.

Mountainbike Tour Riegel Werkzeug Schlauch

Das muss mit auf eine Mountainbike-Tour: Flickzeug, Ersatzschlauch, Luftpumpe, Reifenheber, Riegel, Handy, Mini-Tool.

Das Stash Tank von Race Face eignet sich auf Feierabendtouren perfekt als Rucksack-Ersatz. Wird die Tour jedoch zu lang und muss mehr Ausrüstung mit, stößt dieses Konzept an seine Grenzen.

Vorteile des Stash Tank:

- Kein Rucksack mehr notwendig
- Viel Stauraum
- Gute Passform

Nachteile des Stash Tank:

- Warm
- Keine Reißverschlusstasche
- Nutzung einer Trinkblase nur eingeschränkt möglich

Einen großen Test mit mehr Rucksack-Alternativen (z.B. Hüft-, Sattel- oder Rahmentaschen) lesen Sie in BIKE 6/2016. Die Ausgabe können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder im DK-Shop bestellen:

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BIKE Magazin am 13.05.2016