Mountainbiker fahren Klickpedale, basta! Dieses Credo ist längst überholt. Zwar vertrauen gerade Biker mit Rennambitionen nach wie vor auf die feste Verbindung, weil sie damit die Kraft aus den Beinen optimal aufs Pedal bringen, ergonomisch stets richtig stehen und in technischen Sektionen die volle Kontrolle über ihr Bike haben. Für viele andere überwiegen inzwischen jedoch die Vorteile von Flat-Pedalen. Aus guten Gründen: Der Lernprozess fürs Ausklicken? Fällt weg. In kniffligen Situation schnell mal einen Fuß absetzen, bevor man ins Gemüse kullert? Jederzeit möglich. Außerdem schult das Fahren mit Flat-Pedalen die Fahrtechnik, die Schuhe sind bequemer – vor allem, wenn man auch mal ein längeres Stück schieben oder tragen muss. Und mit der Motorunterstützung des E-Bikes entfällt meist auch die Notwendigkeit, die maximale Bein-Power aufs Pedal zu bringen.
Wichtig ist vor allem auch, dass der Schuh – oder genauer gesagt, die Schuhsohle – zum Pedal passt. Es harmoniert nämlich längst nicht jede Paarung. Grundsätzlich gilt: je flacher und weniger profiliert, desto besser der Grip. Tiefes Profil erfordert meist auch längere Pins in größerer Zahl, damit sie nicht ins „Leere“ greifen. Eine weiche Gummimischung erhöht zwar den Grip, gerade in Verbindung mit dünnen Pins, doch dadurch steigt auch der Verschleiß. In härteren Sohlen finden oft nur scharfkantige und dünne Pins ausreichend Halt.
In unserem letzten Test haben sich drei eindeutige Favoriten herauskristallisiert, die wir euch hier noch einmal zusammengefasst haben.
Der stabile Aufbau und die breite Sohle geben einen sehr sicheren Stand - das hätte man bei der dezenten Sneaker-Optik gar nicht erwartet. Die Gummimischung der Sohle gehört zu den griffigsten. In Kombination mit langen Pins steht man mit dem Specialized wie einbetoniert auf dem Pedal. – Max Fuchs, BIKE-Testredakteur
| Kategorie | Note |
| Grip (30%) | 1,0 |
| Standsicherheit / Treten (25%) | 1,7 |
| Schutz / Sicherheit (25%) | 2,7 |
| Laufen / Traktion (10%) | 2,0 |
| Handling (10%) | 1,8 |
| BIKE-NOTE | 1,8 |
Der Specialized 2FO Roost ist die absolute Überraschung im Test. Er tarnt sich als unauffälliger Sneaker und ist bequem wie ein Hausschuh. Seine einfache Schnürung gibt den Füßen viel Halt, das Body-Geometrie-Fußbett sorgt für massig Komfort. Die SlipNot-Sohle ist derart griffig, dass die Pins beim Fuß absetzen wie Noppen vom Profil ploppen. Zudem dämpft sie hervorragend und verringert Vibrationen spürbar. Dank der steifen Mittelsohle steht man enorm sicher auf dem Pedal und schafft auch lange Tretpassagen easy. Für normale Trails schützt der Roost noch ausreichend. Absoluter Preisknaller!
Der Five Ten Freerider Pro funktioniert auch mit nur einem Boa-Verschluss erstaunlich gut und trägt sich wirklich bequem. In Sachen Grip ist nur die Sohle des Specilalized 2FO Roost auf demselben Niveau. Knapp dahinter: First Degree. - Stefan Frey, BIKE-Testredakteur
| Kategorie | Note |
| Grip (30%) | 1,0 |
| Standsicherheit / Treten (25%) | 2,2 |
| Schutz / Sicherheit (25%) | 2,7 |
| Laufen / Traktion (10%) | 2,5 |
| Handling (10%) | 1,5 |
| BIKE-NOTE | 1,9 |
Wer einen MTB-Schuh mit richtig viel Grip wollte, war bei Five Ten schon immer gut beraten. Hier macht man auch mit dem neuen Freerider nichts verkehrt. Zur griffigen Sohle kommt die solide Konstruktion, die für beste Standsicherheit auf dem Trail und gute Kraftübertragung sorgt. Robustes Material schützt die Zehen, die Knöchel liegen aber frei. Der hochwertige Boa-Verschluss fixiert den Fuß erstaunlich sicher im Schuh und lässt sich „on the fly“ verstellen. Wer lieber schnürt, kann bei sonst gleichen Features 20 Euro sparen. Durch die 2/3-Größen ist die passende Größe nicht immer leicht zu finden.
Besonders gut gefällt mir das abgerundete Profil. Es erleichtert das Umpositionieren des Fußes, da die Pins überall Halt finden, während man bei kantigem Profil beim Feinjustieren hängen bleibt. - Stefan Frey, BIKE-Testredakteur
| Kategorie | Note |
| Grip (30%) | 2,0 |
| Standsicherheit / Treten (25%) | 2,2 |
| Schutz / Sicherheit (25%) | 2,0 |
| Laufen / Traktion (10%) | 1,7 |
| Handling (10%) | 2,0 |
| BIKE-NOTE | 2,0 |
Mit seiner üppigen Polsterung gehört der Suplest zu den bequemstem Schuhen im Test. Auch die Passform überzeugt: Der Trail Flat sitzt wie eine zweite Haut. Dazu kommt, dass der Schuh an Zehen und Knöcheln gut geschützt ist und das noppige Profil den Spagat zwischen Grip und Beweglichkeit mit am besten meistert – die Pins finden überall Halt. Die Sohle absorbiert Vibrationen spürbar, läuft sich sehr bequem, zählt dadurch aber nicht zu den stabilsten. Insgesamt ist der Suplest Trail Flat Pedal Sport ein bequemer und griffiger Schuh für den Trail- und Touren-Einsatz, aber nicht die erste Wahl für richtig hartes Shredden.

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