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Der Giro Chamber TR überzeugt mit steifer Sohle, effizienter Kraftübertragung und sicherem Stand auf ruppigen Trails. Die nach hinten versetzte Cleat-Position und der komfortable Neopren-Innenschuh sind klare Pluspunkte. Bei Zehen- und Knöchelschutz, Passform für hohe Spannformen sowie der Belüftung hat der Giro seine Schwachpunkte. Ein starker Trail- und Enduro-Schuh, der jedoch nicht ganz an einen Shimano GE9 heranreicht. Stefan Frey, BIKE-Redakteur
Der Chamber von Giro zählt seit Jahren zu den festen Größen im Gravity-Bereich. Auch bei zahlreichen Weltcup-Siegen im Downhill steckten die Füße der Profis in den Schuhen der Amis. Der neue Chamber TR baut auf der bekannten Chamber-Plattform auf, wurde jedoch für den Trail-Einsatz überarbeitet und optimiert.
Die Basis bildet weiterhin die sogenannte tri-molded DH-Plattform, die bereits bei den Worldcup-erprobten Chamber-Modellen zum Einsatz kommt. Ziel war es jedoch, Gewicht einzusparen und die Belüftung zu verbessern, ohne die für Gravity-Schuhe typische Kraftübertragung aufzugeben.
Dazu setzt Giro auf ein neues Obermaterial aus Mikrofaser mit integrierten Mesh-Einsätzen. Diese sollen die Luftzirkulation verbessern und gleichzeitig für ein direkteres Pedalgefühl sorgen.
Eine der sichtbarsten Neuerungen ist das BOA-System mit Li2-Drehverschluss. Im Vergleich zu klassischen Schnürsystemen lässt sich die Passform damit unterwegs schnell und in kleinen Schritten anpassen - vorwärts wie rückwärts. Zusätzlich soll ein geschlossener Strickbund am Knöchel kleine Steine und Schmutz vom Inneren fernhalten.
Ein spannendes Detail für Gravity- und Enduro-Fahrer ist der großzügige Cleat-Bereich. Der Chamber TR bietet bis zu 38 Millimeter Verstellbereich, wodurch sich die Pedalplatten besonders weit nach hinten positionieren lassen. Gerade auf steilen Abfahrten bevorzugen viele Fahrer eine weiter hinten liegende Pedalposition, um mehr Stabilität auf dem Bike zu erzielen.
Bei der Außensohle setzt Giro auf den hauseigenen Sensor Rubber. Die Gummimischung soll einen Kompromiss aus Haltbarkeit und Grip bieten. Verstärkt wird das Paket durch eine EVA-Zwischensohle, TPU-Zehenschutz und eine Nylon-/Fiberglas-Sohlenplatte.
Ich trete gerne lange Anstiege und belohne mich im Anschluss mit einer anspruchsvollen Abfahrt – steil, steinig, stufig. Was ich brauche, ist ein Schuh mit steifer Sohle, griffigem Profil und solidem Schutz für Zehen und Knöchel. Einen Schuh wie den Shimano GE9. Oder vielleicht doch den neuen Giro Chamber TR?
Die downhill-inspirierte Sohle zumindest ist stabil wie ein Eichenstamm, bergauf geht es damit richtig vorwärts und man sammelt Höhenmeter ohne übermäßigen Kraftverlust. Bergab steht man super sicher auf den Pedalen. Der etwas weiter nach hinten versetzte Cleat-Schaft verhilft im Downhill zu einer ausgewogen stabilen Position auf den Pedalen. Der Neopren-Strumpf statt einer klassischen Zunge verhindert Druckstellen und hält Schmutz draußen, das ist top. Zehen und Knöchel werden jedoch nur mäßig geschützt. Die TPU-Verstärkung vorne am Schuh hätte gerne etwas solider ausfallen dürfen. Auch an den Knöcheln schützt der Konkurrent von Shimano deutlich besser. Beim Giro endet Bund schon unterhalb der Knöchel.
Auffällig: Der Chamber fällt sehr flach aus – nichts für einen hohen Spann. Auch der einzelne Drehverschluss hat einen Haken: hinten sitzt die Schnürung bereits fest, während die vorderste Schlaufe kaum mehr Zug auf den Fuß bringt. Ein zusätzlicher Klett wäre hier sinnvoll gewesen. Wie so viele aktuelle Trail-Schuhe ist auch der Chamber TR recht mau belüftet und gerade an warmen Sommertagen wird es heiß und schwitzig im Schuh. Das macht übrigens auch der GE9 nicht besser. In allen anderen Belangen hat der Shimano allerdings die Zehenspitze vorn.

Redakteur
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