Jetzt auch für Hobby-RacerAlpinestars mit Airbag-Weste für Downhiller

Laurin Lehner

 · 28.08.2026

Die Aufprall-Weste ist die gleiche wie die im MotoGP oder für den Off-Road-Einsatz, nur die Software ist eine speziell aufs Downhillen ausgelegte.
Foto: Alpinestars

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Alpinestars bringt eine spezielle MTB-Downhill-Aufprallweste auf den Markt. Die Technologie, die bereits seit Jahren im Motorsport etabliert ist, soll im Sturzfall in Millisekunden auslösen und Biker so vor dem harten Boden schützen.

Themen in diesem Artikel

Biker wissen, der Boden verzeiht nix. Stürze tun weh. Und bei Downhillern und Bikepark-Freeridern enden Stürze oft im Krankenhaus. Alpinestars, bekannt für seine Airbag-Technologie aus dem Motorsport, will das ändern. Nun bringt das Unternehmen ihre aus der MotoGP bewährte Weste mit passender Software für Biker auf den Markt. Diese Software wurde mit etlichen Sturz-Algorithmen von Downhill-Bikern gefüttert und soll nun genau im richtigen Moment auslösen, noch bevor der Biker im Sturz auf dem Boden prallt. Soweit die Theorie.

In Kürze

Die Aufprall-Weste ist die gleiche wie die im MotoGP oder für den Off-Road-Einsatz, nur die Software ist eine speziell aufs Downhillen ausgelegte. Erkennt das System einen Sturz, löst der Airbag in 32 bis 45 Millisekunden aus – je nach Größe des Brustpanzers. Im aufgeblasenen Zustand reduziert er die übertragene Aufprallenergie im Vergleich zu herkömmlichen passiven Brustpanzern um bis zu 82 Prozent. Geschützt werden Schultern, Brust und Rücken. Preis: 599,95 Euro.

26 Jahre Airbag-Erfahrung, jetzt für den Trail

Alpinestars entwickelt Airbag-Systeme seit 1999. Das Tech-Air® Race System feierte 2009 sein Debüt in der MotoGP, das Off-Road-System begleitet Fahrer seit 2019 bei der Dakar Rally. Für den neuen MTB-Downhill-Algorithmus schöpft das Unternehmen aus denselben Quellen: Seit 2022 wurden Daten von Profi-Athleten gesammelt, analysiert und in einen Algorithmus übersetzt, der die spezifischen Dynamiken des Downhill-Fahrens erkennt – Highspeed-Abfahrten, technisches Gelände, Kontrollverlust.

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Der Algorithmus ist ab sofort kostenlos über die Tech-Air® App herunterladbar und auf bestehenden Tech-Air® MX Systemen aktivierbar.

Wie funktioniert das System?

Das Tech-Air® MX ist ein kompakter Brustpanzer mit integriertem, vollautonomen Airbag-System. Sechs Sensoren – ein dreiachsiger Beschleunigungssensor und ein dreiachsiges Gyroskop – überwachen kontinuierlich die Bewegungen des Fahrers und übermitteln die Daten hunderte Male pro Sekunde an die Steuereinheit.

Erkennt das System einen Sturz, löst der Airbag in 32 bis 45 Millisekunden aus – je nach Größe des Brustpanzers. Im aufgeblasenen Zustand reduziert er die übertragene Aufprallenergie im Vergleich zu herkömmlichen passiven Brustpanzern um bis zu 82 Prozent. Geschützt werden Schultern, Brust und Rücken.

Aktiviert wird das System denkbar einfach: Das Schließen der linken Schnalle aktiviert einen internen Magnetschalter – und damit das System. Öffnen schaltet es wieder aus.

Erkennt das System einen Sturz, löst der Airbag in 32 bis 45 Millisekunden aus. Geschützt werden Schultern, Brust und Rücken.Foto: AlpinestarsErkennt das System einen Sturz, löst der Airbag in 32 bis 45 Millisekunden aus. Geschützt werden Schultern, Brust und Rücken.

Für alle, nicht nur für Profis

Entwickelt wurde der Algorithmus zwar rund um die Bedürfnisse von Profisportlern, gedacht ist er aber für alle: ob im Bikepark oder auf dem Trail, ob Profi oder ambitionierter Hobbyfahrer. Wer seine Grenzen im Downhill auslotet, soll von der Technologie profitieren können.

Das System bietet insgesamt fünf Fahrmodi: den vorinstallierten MX-Modus, MX Race, Enduro, Rally – und neu: den MTB Downhill Mode. Zwei weitere Slots lassen sich individuell über die App konfigurieren.

Akku, App und Zertifizierung

Der integrierte Lithium-Ionen-Akku hält bis zu 30 Stunden durch, eine Stunde Laden liefert rund 8 Stunden Fahrzeit. Per Bluetooth-Verbindung lässt sich das System über die Tech-Air® App verwalten – inklusive Systemstatus, Akkustand und Fahrdaten mit Google-Maps-Integration.

Das System ist nach CE L1 zertifiziert sowie nach EN1621-4:2013 und der europäischen PSA-Richtlinie 686/89/EEC. Bis zu sechs Auslösungen sind ohne Wartung möglich, sofern der Airbag selbst unbeschädigt geblieben ist.

Eine Weste, unterschiedliche Software.Foto: AlpinestarsEine Weste, unterschiedliche Software.

Was Profis sagen

Die Reaktionen aus dem Profilager fallen eindeutig aus. Loïc Bruni, mehrfacher Downhill-Weltmeister, bringt es auf den Punkt:

„Es hat mich eine Weile gebraucht, bis ich mit dem Airbag gefahren bin – aus den falschen Gründen. Beim ersten richtigen Sturz damit bin ich buchstäblich ohne Blessuren davongekommen. Einige Monate später hat er mir bei meinem großen Weltcup-Sturz möglicherweise mehr als das gerettet."

„Inzwischen fühle ich mich ohne Airbag fast nackt. Das ist das beste Zeichen dafür, wie sehr man sich daran gewöhnt – und wie viel Vertrauen man in das System gewinnt."
Rosa Jensen vom GEN-S Development Team ergänzt:

Verfügbarkeit und Preis

Das Tech-Air® MX Airbag System mit MTB Downhill Algorithmus ist sb sofort in Europa erhältlich – auf alpinestars.com sowie bei autorisierten Händlern. Kostenpunkt: 599,95 Euro >> z.B. hier erhältlich

Einschätzung der Redaktion

Das Konzept scheint schlüssig. Wer den Downhill-Worldcup verfolgt, weiß, dass das System in der Praxis funktioniert. Gruselig jedoch die Vorstellung, dass das System bei einem Mini-Sturz auslöst, wenn man normalerweise verletzungsfrei davongekommen wäre. Wir haben die Aufprall-Weste bestellt und werden sie genau in solchen Situationen testen und Schwachpunkte suchen. Ich bin gespannt.
Laurin Lehner, BIKE-Redakteur

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Redakteur

Der gebürtige Südbadener Laurin Lehner ist laut eigenen Angaben ein lausiger Racer. Vielleicht fasziniert ihn deshalb kreatives, verspieltes Biken. Für ihn zählt nicht, wie schnell man von A nach B kommt, sondern was dazwischen passiert. Lehner schreibt Reportagen, interviewt Szene-Größen und testet Produkte und Bikes - am liebsten welche mit viel Federweg.

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