Max Fuchs
· 07.08.2026
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Die Crivit-Rahmentasche startet überraschend stark. Sie sitzt sicher im Rahmendreieck, schützt den Inhalt zuverlässig vor Wasser und nutzt einen cleveren, nahezu luftdichten Reißverschluss, der sogar das Komprimieren des Gepäcks im Vakuum ermöglicht. Für 9,99 Euro klingt das nach einem echten Geheimtipp. Doch der gute Eindruck hält nicht lange an. Bereits nach rund drei Monaten und nur wenigen Touren lösen sich die verklebten Befestigungsschlaufen von der Tasche. Damit verliert sie ihre Funktion als Rahmentasche praktisch vollständig. Eine günstige Tasche darf Kompromisse eingehen – für eine derart schlechte Verarbeitung gibt es aber keine Entschuldigung.
Crivit ist die Eigenmarke von Lidl für Sport- und Outdoor-Produkte. Das Sortiment reicht von Fahrradbekleidung über Zubehör bis hin zu E-Bikes. Besonders im Bikepacking-Bereich lockt Crivit regelmäßig mit Preisen, die weit unter denen etablierter Marken liegen. Die Strategie dahinter: viel Ausstattung für wenig Geld. Genau deshalb erfreuen sich die Produkte vor allem bei Einsteigern großer Beliebtheit.
Schon beim ersten Auspacken hinterlässt die Rahmentasche einen guten Eindruck. Crivit legt gleich sechs Klettverschlussbänder bei. Dadurch lässt sich die Tasche schnell und intuitiv an nahezu jedem gängigen Diamantrahmen befestigen. Das flexible Obermaterial verlangt nach einer straffen Befestigung. Da Crivit auf eine strukturelle Verstärkung verzichtet, fällt die Tasche im leeren Zustand leicht in sich zusammen und beult unter Beladung deutlich aus.
Mit vier Litern Volumen bietet sie ausreichend Platz für Werkzeug, Verpflegung, Regenjacke oder Powerbank. Trotz des niedrigen Gewichts von lediglich 140 Gramm fällt sie am Bike kaum auf.
Besonders positiv überrascht der Reißverschluss. Er schützt den Inhalt zuverlässig vor Wasser und Staub. Wer den Zipper am Ende mit etwas Nachdruck über die Dichtlippe zieht, verschließt die Tasche nahezu luftdicht.
Das eröffnet einen praktischen Nebeneffekt: Vor dem endgültigen Verschließen lässt sich die Luft aus der Tasche drücken. Der Inhalt komprimiert sich ähnlich wie in einem Vakuumbeutel und benötigt dadurch deutlich weniger Platz. Gerade bei längeren Gravel- oder Bikepacking-Touren erweist sich das als cleveres Detail.
Die Kehrseite dieser Konstruktion zeigt sich allerdings sofort. Der stark abdichtende Reißverschluss läuft ausgesprochen schwergängig. Für das Öffnen braucht es meist beide Hände. Wer während der Fahrt schnell einen Energieriegel oder ein Gel greifen möchte, schaut deshalb in die Röhre.
Die größte Schwäche offenbart sich bei der Haltbarkeit.
Nach rund drei Monaten im Einsatz und lediglich einer Handvoll Touren lösen sich die Befestigungsschlaufen von der Tasche. Der Grund fällt schnell auf: Crivit vernäht die Laschen nicht, sondern klebt sie lediglich auf das Taschenmaterial.
Genau diese Klebeverbindungen geben nach kurzer Zeit auf. Mehrere Laschen reißen vollständig ab. Dadurch hängt die Tasche – vor allem im vorderen Bereich des Rahmendreiecks – unter Beladung aus dem Rahmen heraus. Ein sicherer Halt existiert nicht mehr, und damit ist sie schlicht nicht mehr als Rahmentasche zu gebrauchen.
Die Crivit-Rahmentasche zeigt exemplarisch, warum ein niedriger Preis nicht automatisch ein Schnäppchen bedeutet. Funktion, Wasserdichtigkeit und Befestigung überzeugen zunächst auf ganzer Linie. Selbst der ungewöhnlich dichte Reißverschluss wirkt durchdacht. Umso enttäuschender fällt die Verarbeitung der Befestigungspunkte aus. Gerade sie entscheiden über die Lebensdauer einer Rahmentasche. Wer nur gelegentlich eine Tagestour fährt, mag mit der Tasche glücklich werden. Für die Strapazen regelmäßiger Gravel- oder Bikepacking-Abenteuer ist die Rahmentasche leider zu schlecht verarbeitet.

Redakteur
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