Die Idee hinter dem neuen InLock-System klingt zunächst simpel: Statt Halterungen fest mit der Tasche zu verbinden, wandert die Technik an den Gepäckträger. Zum Befestigen wird die Tasche über eine textile Aufnahme auf den InLock-Rahmen geschoben und eingerastet. Zum Abnehmen genügt ein Zug an einer Lasche. Thule fasst das Prinzip mit „Slide. Lock. Go.“ zusammen.
Der Vorteil liegt vor allem abseits des Fahrrads. Da auf der Tasche selbst keine harten Kunststoff- oder Metallteile mehr sitzen, trägt sie sich angenehmer und wirkt optisch deutlich aufgeräumter. Gleichzeitig soll das System störendes Klappern während der Fahrt vermeiden.
Ein wichtiger Punkt ist die Kompatibilität. Der neue Thule InLock Universalhalter passt laut Hersteller auf die meisten Gepäckträger mit Rohrdurchmessern zwischen 10 und 16 Millimetern.
Für Fahrräder ohne klassischen Gepäckträger bietet Thule eine Kombination aus Tour Rack und passendem InLock Adapter an. Damit richtet sich das System nicht nur an City- und Trekkingräder, sondern auch an Fahrräder, die ursprünglich nicht für klassische Packtaschen konzipiert wurden.
Zeitgleich mit dem InLock-System präsentiert Thule zwei neue Taschenfamilien, die speziell für die neue Befestigung entwickelt wurden.
Die neue Chasm-Kollektion richtet sich an Nutzer, die ihre Taschen nicht ausschließlich auf dem Fahrrad verwenden. Wasserabweisende Materialien, flexible Einsatzmöglichkeiten und eine robuste Konstruktion sollen den Spagat zwischen Einkauf, Freizeit und Toureneinsatz ermöglichen.
Mit der neuen Shield-Serie adressiert Thule vor allem Pendler und Alltagsradler. Die Taschen verfügen über eine IPX4-Wasserdichtigkeit und sollen den Inhalt auch bei schlechtem Wetter zuverlässig schützen. Gleichzeitig bleibt die schnelle Montage über das InLock-System erhalten.
Thule dreht mit dem InLock-System den Spieß um: Statt die Fahrradtaschen mit harten und kantigen Halterungen zu versehen, die abseits des Gepäckträgers nur stören würden und bisher im Zweifel unter einer zusätzlichen Abdeckung verschwinden mussten, verbleiben die Kunststoffteile am Fahrrad. Das ist clever und dürfte vor allem beim Einsatz in der City seine Vorteile ausspielen.
Ob sich der Ansatz, die technische Halterung vom Taschenkörper zu entkoppeln, auch als neuer Standard für Reisetaschen und Co. etablieren kann, wird die Praxis zeigen. Das Konzept wirkt innovativer als viele der zuletzt vorgestellten Taschenlösungen, die klobigen Halterungen für den Gepäckträgern dürften jedoch nicht jedermanns Geschmack sein.

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