Laurin Lehner
· 28.07.2026
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In der sogenannten Arschrakete packen Bikepacker meist die Dinge ein, die man erst am Abend bei der Schlafplatzsuche oder in der Pension braucht. Im Idealfall lässt sie sich einfach montieren, sitzt wackelfrei auch auf Schotterpisten und überzeugt in der Handhabung.
Evoc hat kürzlich seine neue Bikepacking-Kollektion vorgestellt – darunter die Seat Pack Ultra WP 4 für Minimalisten und Tagestouren sowie die WP 7 mit etwas mehr Kapazität.
Wir haben die Tasche auf einer Dreitagestour ohne Pension getestet – zusammen mit der Rahmentasche Framebag WP 3 und der Toptube-Tasche Top Tube Pack Ultra WP 2. Die Handlebar Pack Boa WP 5 war für die Mehrtagesetappe zu klein und blieb zu Hause – auf Tagestouren haben wir sie aber ebenfalls unter die Lupe genommen.
Hier die anderen Taschen im Evoc Sortiment:
Was muss eine gute Arschrakte können?
1. Sie muss wasserdicht sein. Check! Die Evoc Seat Pack Ultra WP 7 besteht aus wasserdichtem, recyceltem Material. Zwar kamen wir auf Tour ohne heftigen Regenschauer aus, doch das Material sieht in dieser Hinsicht vielversprechend aus. Netter Nebeneffekt einer Arschrakete, by the way: Sie transportiert nicht nur Schlafsack und Co., sondern dient auch als Spritzschutz.
2. Sie muss sich easy montieren lassen. Auch Check! Bewährtes Prinzip: Die zwei seitlichen Straps werden um das Sattelgestänge geschlungen, der mittlere um die Sattelstütze. Das Ganze wird dann über die seitlichen Straps festgezurrt – am besten von hinten, das gelingt easy und ohne Fummelei. Die zwei Clips zum Justieren zeigten sich zu Beginn etwas störrisch, funktionierten dann aber gut.
3. Sie muss einiges verstauen. Could be better! Ich wählte bereits die 7-Liter-Variante, dennoch war der Stauraum ganz schön knapp – besonders, wenn man keinen Schlafsack mit ultra-kleinem Packmaß dabei hat. So passten gerade mal der Schlafsack und meine Ultralight-Isomatte rein, das war's. Wer anderswo am Bike noch voluminöse Taschen montiert hat, kommt damit gut aus. Wer jedoch auch an Lenker und Rahmen nur kleine Taschen nutzt, muss gut stopfen oder eben minimalistischer unterwegs sein. Der Verschluss funktioniert bewährt als Rolltop-Wicklung.
4. Sie muss für Autofahrer sichtbar sein. Check. Kleines Detail, großer Effekt. Natürlich will niemand bei Dämmerung auf der Suche nach einem Schlafplatz über den Haufen gefahren werden. Ein Blinklicht hatten wir nicht dabei, weil wir keine langen Nachtfahrten planten. Die Evoc hat jedoch Leuchtmaterial verbaut – am hinteren Teil und seitlich bei den Ösen. Keine Raketenwissenschaft – aber manche Hersteller bringen das noch immer nicht auf die Reihe.
5. Sie muss robust sein und lange halten. Nach der ersten oder zweiten Tour lässt sich dazu naturgemäß noch keine verlässliche Aussage treffen – hier hilft nur ein echter Langzeittest. Die Verarbeitung wirkt hochwertig. Eine persönliche, nicht unbedingt verallgemeinerbare Einschätzung: Solch ein steifes Material wie bei der Evoc neigt eher zum Reißen als flexibles – vor allem an den Stellen, die häufig gerollt, sprich geknickt werden. Ob das hier auch der Fall ist, wird sich im Langzeittest zeigen.
Die leichte Evoc Seat Pack Ultra WP 7 macht einen soliden Eindruck. Sie hat die wichtigsten Features, die eine Arschrakete mitbringen muss: einfache Montage, Reflexionselemente auf der Rückseite und wasserdichtes Material. Der Füllraum fällt mit 7 Litern eher knapp aus – eher etwas für den Hüttenschlafsack als für den Drei-Jahreszeiten-Wälzer. Die Handhabung ist gelungen. Und der Preis? Überraschend fair.
Laurin Lehner, Tester

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