Habt ihr gewusst, dass der schwedische Experte für Fahrradträger auch ein umfangreiches Sortiment an Taschen und Rucksäcken im Programm hat? Nein? Dann solltet ihr unbedingt weiterlesen, denn mit dem Rail eMTB 18L hält Thule einen speziell für E-Biker ausgerüsteten Touren-Pack parat.
E-MTB spezifisch wird der Rail vor allem durch sein integriertes und gepolstertes Akku-Fach. Damit dieser während der Fahrt oder im Fall eines Sturzes nicht in den Rücken knallt, ist der Thule ab Werk mit einem Koroyd-Rückenprotektor ausgerüstet, der nach dem CE-Schutzlevel 1 zertifiziert ist. Auch eine 2,5-Liter-Trinkblase samt Magnethalterung ist in der Ausstattung bereits mit inbegriffen.
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Der Aufbau des Rail unterscheidet sich von vielen anderen Touren-Rucksäcken. Ein eigenes Werkzeugfach gibt es hier nicht, stattdessen werden die Tools in gekennzeichneten Steckfächern im Hauptfach untergebracht. Am vorne aufgesetzten Schubfach befinden sich zwei weitere Zipper-Taschen, an den Hüftflügen Netzfächer mit Klettverschluss. Zusätzlich lassen sich an Kompressionsriemen Protektoren und Open- oder Fullface-Helme befestigen. Letzte Zugabe: eine Regenhülle im Bodenfach.
Der Thule verfügt über ein eigenständiges Orga-System, in dem sich die komplette Touren-Ausrüstung strukturiert unterbringen lässt. Das Hauptfach öffnet ausreichend weit und gibt dank heller Auskleidung einen guten Überblick über den Inhalt. In Anbetracht der Abmessungen aktueller E-Bike-Akkus wird sich das kurze Akku-Fach für die meisten Biker als wenig praktisch erweisen.
Gut gefallen haben uns das separate Trinkblasenfach sowie das praktische Magnetsystem am Trinkschlauch. Auch die zusätzlichen Fächer am großen Schubfach eignen sich bestens zum Verstauen schnell zu erreichender Gegenstände. Sowohl Protektoren als auch Open- oder Fullface-Helme lassen sich leicht an den vorhandenen Kompressionsgurten anbringen.
Nicht ganz optimal gelöst sind die Taschen an den Hüftflügeln. Für moderne Smartphone sind sie etwas zu klein geraten, zudem bieten die Klettverschlüsse zu wenig Halt und öffnen sich sehr leicht.
Alle Zipper laufen leichtgängig und zuverlässig, die Griffschlaufen sind zudem durch Schrumpfschläuche gesichert. Weniger gelungen ist die Verstellung des Brustgurts: Sie erlaubt lediglich zwei Positionen, zudem muss der Brustgurt zum Versetzen abgenommen werden.
Auf dem Trail wird der Thule seiner Enduro-lastigen Ausstattung nicht ganz gerecht. Zwar bietet der integrierte Protektor (leider nicht mehrschlagfähig) ein hohes Maß an Schutz, doch gerade wenn es im Downhill zur Sache geht, sitzt der Rail nicht ultimativ satt auf dem Rücken. Dafür verantwortlich sind zum einen die etwas kurzen Hüftflügel und der schmale Gurt, zum anderen das wenig flexible Rückensystem in Kombination mit dem eher störrischen Protektor.
Die beiden großen Strukturpolster liegen dadurch nicht sauber flächig am Rücken auf. So stützt sich der Rail eher punktuell am Rücken ab und neigt in der Abfahrt etwas zum Hüpfen. Durch die schmale Bauweise wird man zumindest im Anstieg etwas besser belüftet als mit vielen anderen Modellen.
Der Rail eMTB 18L punktet mit eigenständigem Orga-System und üppiger Ausstattung samt Rückenprotektor, Trinkblase, Regenhülle und Akku-Fach. Handling und Übersicht sind gut, auch weil das Hauptfach weit genug öffnet und hell ausgekleidet ist. Rückensystem und Polsterung liegen etwas punktuell auf und passen sich nicht sauber dem Träger an, die kurzen Hüftflügel bieten in Kombi mit dem schmalen Hüftgurt wenig Halt – auf Enduro-Einsätzen nicht optimal. Ordentlich belüftet, umständlich zu verstellender Brustgurt.
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Redakteur Test & Zubehör
Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.