Stefan Frey
· 11.08.2026
Der Giro Montaro Pro kombiniert ein aufwendiges Schutzkonzept mit einer umfangreichen Ausstattung für Trail-, Enduro- und E-MTB-Fahrer. Die Mips-basierte Spherical Technology ist ein spannendes Detail, das die Gefahr von Gehirnerschütterungen nochmals reduzieren könnte - auch wenn die Technologie in älteren Modellen noch nicht mit wesentlich besseren Laborwerten glänzen konnte.
Die AURA-Ring-Konstruktion und die NTA-8776-Zertifizierung schaffen zusätzlich Vertrauen in die hohe Sicherheit des Helms, drücken jedoch auf die Waage. In Verbindung mit der üppigen Ausstattung fällt das Gewicht mit 453 Gramm in Größe M schon sehr hoch aus. Ob die angepriesene Belüftung und der Tragekomfort im Alltag überzeugen, muss ein ausführlicher Praxistest zeigen. Gerade bei einem derart hohen Preis sollte sich Giro keine Schnitzer erlauben. Stefan Frey, BIKE-Redakteur
Es ist jetzt schon ein paar Jahre her, seit der schwedische Hersteller Mips sein innovatives Konzept zum Schutz des Kopfes vor Rotationskräften auf den Markt brachte. Bis dahin waren Helme nicht mehr als ein Stoßdämpfer für das empfindlichste Körperteil des Menschen - den Kopf. Dass Radfahrer bei einem Sturz jedoch nur selten frontal auf ein Hindernis knallen, sondern in der Regel schräg am Boden aufprallen, drang erst mit der Einführung der damals noch gelben Mips-Liner in die Köpfe der Biker. Dass die damit verbundenen Kräfte Gehirnerschütterung und noch deutlich schwerwiegendere Traumata hervorrufen können, ließ die Szene aufhorchen.
Giro arbeitete bereits früh mit den schwedischen Forschern zusammen und entwickelte ein ganz eigenes Rotationssystem, genannt MIPS Spherical. Dieses bestand nicht einfach aus einem Liner, der in den Helm eingesetzt wurde. Bei der Spherical-Technologie gleiten zwei unabhängige Helmschalen im Fall eines Sturzes aufeinander und sollen so die auftretenden Rotationskräfte deutlich abschwächen.
Im Zentrum des neuen Montaro Pro steht ebenfalls die Spherical Technology, die nur den hochwertigsten Helmen von Giro vorbehalten ist. Ergänzt wird das Schutzkonzept durch den so genannten AURA Ring II aus Polycarbonat. Der umlaufende Käfig soll laut Giro die strukturelle Stabilität des Helms erhöhen und trägt zudem zur E-MTB-Zertifizierung bei.
Der Montaro Pro verfügt außerdem über eine tief heruntergezogene Hartschalenabdeckung im hinteren Helmbereich. Sie soll die Haltbarkeit an den besonders beanspruchten Stellen verbessern. Für die eigentliche Dämpfung setzt Giro auf eine EPS-Konstruktion mit progressiver Schichtung und Nanobead-Schaum.
Mit einem Gewicht von 453 Gramm in der Größe M gehört der Montaro Pro nicht zu den leichtesten Trail-Helmen. Dafür fällt die Ausstattung umfangreich aus und zielt klar auf anspruchsvolle Einsätze im Gelände, bei Enduro-Rennen und auf E-MTB-Touren.
Für die Belüftung nutzt Giro 23 so genannte WindTunnel-Öffnungen mit internen Luftkanälen. Die Luft soll dadurch gezielt durch den Helm geführt werden. Ein DryCore-Schweißband im Stirnbereich soll verhindern, dass Schweiß direkt ins Gesicht läuft.
Das integrierte Visier lässt sich in zwei Positionen verstellen. Eine überarbeitete Brillenablage erleichtert die Aufbewahrung während kurzer Pausen oder auf flacheren Transferpassagen. Die Ausstattung wird durch Polster mit antimikrobiellen Eigenschaften ergänzt.
Die Größenanpassung übernimmt das Roc Loc Trail Air-System, das sich bei bisherigen Giro-Helmen stets einfach bedienen ließ. Wie bei diesem Preisbereich kaum anders zu erwarten, spendiert Giro zudem eine magnetische Fidlock-Schnalle. Individuell einstellbare Gurtteiler sollen dafür sorgen, dass sich die Riemen sauber an den Ohren positionieren lassen. Der Montaro Pro ist nach NTA-8776 für E-Bikes zertifiziert und erfüllt außerdem die Anforderungen von CE- und CPSC-Norm.
Der Giro Montaro Pro kombiniert ein aufwendiges Schutzkonzept mit einer umfangreichen Ausstattung für Trail-, Enduro- und E-MTB-Fahrer. Die Mips-basierte Spherical Technology ist ein spannendes Detail, das die Gefahr von Gehirnerschütterungen nochmals reduzieren könnte - auch wenn die Technologie in älteren Modellen noch nicht mit wesentlich besseren Laborwerten glänzen konnte.
Die zusätzliche AURA-Ring-Konstruktion und die NTA-8776-Zertifizierung schaffen Vertrauen in die hohe Sicherheit des Helms, drücken jedoch auch auf die Waage. In Verbindung mit der üppigen Ausstattung fällt das Gewicht mit 453 Gramm in Größe M schon sehr hoch aus. Ob die angepriesene Belüftung und der Tragekomfort im Alltag überzeugen, muss ein ausführlicher Praxistest zeigen. Gerade bei einem derart hohen Preis sollte sich Giro keine Schnitzer erlauben. Stefan Frey, BIKE-Redakteur

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