Helme gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Viele versprechen hervorragenden Schutz, perfekte Belüftung und maximalen Komfort. In der Praxis entscheidet allerdings oft eine viel banalere Frage: Sitzt das Ding bombenfest auf meinem Kopf – oder wackelt er wie ein Pudding auf Rädern? Denn selbst der beste Helm nützt nichts, wenn er im Ernstfall nicht richtig Sitzt.
Der Alpina Rootage 2 MIPS gehört klar zur ersten Kategorie. Im Praxiseinsatz überzeugte mich vor allem seine hervorragende Passform. Das 3D-Fit-System lässt sich über ein fünffach höhenverstellbares Kopfband und einen großen Verstellbereich im Umfang präzise an die eigene Kopfform anpassen. Auch die seitlichen Gurte schmiegen sich sauber um Ohren,Schläfen und Kinn. Nichts flattert, nichts drückt, nichts stört während der Fahrt.
Dazu kommen einige durchdachte Details: Das zweistufig verstellbare Visier lässt sich während der Fahrt je nach Situation komplett aus dem Sichtfeld schieben oder tiefer positionieren, wo es bei tief stehender Sonne zuverlässig verhindert dass man geblendet wird. Die vorderen Belüftungsöffnungen stattet Alpina mit Mückengittern aus – ein kleines Detail, das im Alltag aber eine riesen Mehrwert bietet.
Mit 359 Gramm in Größe M gehört der Rootage 2 MIPS zudem zu den leichteren Trail-Helmen mit MIPS. Der Preis fällt mit rund 150 Euro nicht billig, im Vergleich zu vielen Konkurrenzmodellen mit Rotationsschutz aber konkurrenzfähig aus.
Mein Urteil nach mehreren Monaten: Der Rootage 2 MIPS sitzt hervorragend, lässt sich präzise anpassen und nervt auch auf langen Fahrten nicht. Genau so muss ein guter Trail-Helm funktionieren.
Die größte Stärke des Rootage 2 MIPS steckt für mich nicht in einem spektakulären Feature, sondern in seiner Passform. Das 3D-Fit-System funktioniert im Alltag hervorragend.
Das Kopfband lässt sich in fünf Stufen in der Höhe positionieren. Dazu kommt ein großer Verstellbereich des eigentlichen Umfangs. Damit lässt sich der Helm nicht nur größer oder kleiner stellen, sondern tatsächlich an die individuelle Kopfform anpassen.
Genau das macht sich während der Fahrt bemerkbar. Der Rootage sitzt satt, ohne unangenehm zu drücken. Das Kopfband legt sich sauber um den Schädel. Die Gurtteiler und und der Kinngurt schmiegen sich dauber Ohren, Kinn und Schläfen und lassen sich unkompliziert anpassen. Kein Gefummel, kein Flattern während der Fahrt. Für mich einer der Punkte, mit denen der Rootage im Test am meisten punktet.
Ich gebe es zu: Mittlerweile bin ich ein großer Fan von Fidlock. Der magnetische Verschluss lässt sich sogar während der Fahrt mit einer Hand schließen und öffen. Bei dem Gurtschloss mit Rasterung des Rootage 2 MIPS muss man dagegen etwas besser zielen.
Trotzdem hat mich das System überzeugt.
Je nachdem, wo man den Verschluss einrasten lässt, lässt sich die Passform unter dem Kinn noch einmal präzise anpassen. Dazu polstert Alpina den Kinnriemen angenehm weich. Das Ergebnis: Der Verschluss fällt während der Fahrt praktisch nicht auf. Kein Fidlock – aber auch kein Grund zu klagen.
Wie gut das MIPS-System im Ernstfall tatsächlich schützt, konnte und wollte ich während meines Tests natürlich nicht herausfinden. Ein Sturz auf den Kopf gehört zu den Erfahrungen, auf die man beim Helmtest gerne verzichtet.
Das Prinzip hinter MIPS soll bei einem schrägen Aufprall Rotationsbewegungen zwischen Helm und Kopf reduzieren. Wir haben das System in der Vergangenheit bereits auf professionellen Prüfständen untersucht. Dabei zeigte sich, dass MIPS die Belastung bei entsprechenden Aufprallszenarien reduzieren kann und damit das Risiko bestimmter Kopfverletzungen, darunter einer Gehirnerschütterung, tatsächlich senken kann - also eine gute Sache!
Das Visier lässt sich in zwei Positionen verstellen. In der oberen Stellung verschwindet es komplett aus dem Sichtfeld. Praktisch, wenn man freie Sicht auf den Trail möchte oder eine Brille unter dem Helm trägt.
In der unteren Position ragt das Visier dagegen bewusst etwas ins Sichtfeld. Genau dort erfüllt es seine eigentliche Aufgabe: Es hält tief stehende Sonne aus den Augen.
Das funktioniert in der Praxis simpel und zuverlässig. Kein unnötig komplizierter Mechanismus mit mehreren undefinierten Einrastmöglichkeiten, die man während der Fahrt erstmal treffen muss, sondern zwei klar definierte Positionen, die ihren Zweck erfüllen.
Einen kleinen, aber für mich besonders gelungenen Kniff versteckt Alpina in den vorderen Belüftungsöffnungen. Dort sitzen Mückengitter.
Klingt unspektakulär? Ist es auch. Aber wer schon einmal bei sommerlichen Temperaturen durch den Wald gefahren ist und sich eine Wespe durch die Lüftungsöffnung eingefangen hat, weiß das Detail zu schätzen. Das Gitter hält aber auch Insekten und groben Schmutz draußen. Ein nützliches Detail, das viele Hersteller erstaunlicherweise immer noch unter den Tisch fallen lassen.
Mit 359 Gramm in Größe M landet der Rootage 2 MIPS bei meiner Messung auf der leichteren Seite des Gewichtsspektrums moderner Trail-Helme mit MIPS.
Das merkt man auch beim Fahren Touren. Der Helm zerrt nicht am Kopf, wenn der Trial einen durchschüttelt. Gerade in Kombination mit der guten Passform entsteht dadurch ein angenehm unauffälliges Tragegefühl.
Die Belüftung funktioniert im normalen Trail-Einsatz unauffällig gut. Der Rootage erzeugt keinen Hitzestau, gleichzeitig verhindern die Mückengitter, dass die vorderen Öffnungen zum Einfallstor für Insekten werden.
Auch nach mehreren Monaten im Einsatz gibt die Hardware keinen Anlass zur Kritik. Die Verstellung arbeitet weiterhin sauber, das Kopfband sitzt zuverlässig und auch der Verschluss zeigt keine auffälligen Verschleißerscheinungen.
Alpina zieht die Helmschale im Bereich der Schläfen bewusst etwas tiefer, um dort zusätzlichen Schutz zu schaffen. Eine nachvollziehbare Konstruktion, die allerdings einen kleinen Haken mitbringt: Brillen mit etwas höher bauendem Rahmen kollidieren mit der tief gezogenen Schale. Je nach Modell drückt der Helm dadurch auf den Brillenrahmen oder die Brille sitzt schlicht nicht sauber.
Der Rootage 2 MIPS zeigt sich bei der Brillenwahl deshalb etwas wählerisch. Wer bereits eine bevorzugte Brille besitzt, sollte die Kombination vor dem Kauf unbedingt ausprobieren.
Der Rootage 2 MIPS versucht nicht, mit einem absurden Feature-Feuerwerk zu beeindrucken. Seine Stärke liegt in der Summe vieler kleiner Dinge, die im Alltag einfach funktionieren.
Das 3D-Fit-System gehört für mich zu den besten Argumenten für den Helm. Die fünfstufige Höhenverstellung, die gelungen Größenverstellung und die sauber positionierten Gurte ermöglichen eine sehr präzise Anpassung. Dazu kommt ein angenehmer Kinnriemen, ein funktionales Visier und das Mückengitter, das zwar kaum jemand auf dem Papier vermissen würde, auf dem Trail aber Gold wert ist.
Auch beim Gewicht leistet sich Alpina keinen Ausrutscher. 359 Gramm in Größe M sind für einen MIPS-Trailhelm absolut konkurrenzfähig.
Der Preis von rund 150 Euro macht den Rootage 2 MIPS zwar nicht zum Schnäppchen, wirkt angesichts der Ausstattung und des gebotenen Tragekomforts aber fair.
Mein persönliches Highlight bleibt deshalb das 3D-Fit-System. Ein Helm kann noch so gut belüftet, leicht oder sicher sein – wenn er nicht perfekt sitzt, wird er irgendwann lästig. Der Rootage 2 MIPS macht genau diesen Punkt richtig.

Redakteur
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