Mit der Shyft führt Naked Optics ein neues Konzept für Sportbrillen ein, das auf individuelle Passform statt Standardgrößen setzt. Grundlage ist eine digitale Gesichtserfassung, bei der die Gesichtsbreite bestimmt und daraus die passende Rahmenbreite berechnet wird.
Bei der Bestellung deiner Naked Brille drückst du auf den Button “Gesichtsbreite” ermitteln. Dann wird abgefragt, ob du dein Gesicht eher für schmal, mittel oder breit bezeichnen würdest.
Nun schaltet sich die Webcam oder Handycam ein. Ein weißer Rahmen gibt dir vor, wie du dein Gesicht platzieren sollst - Die Messung an sich dauert 5 Sekunden. Aus der Messung wird die passende Rahmenbreite angefertigt.
Naked sagt: Mehr Komfort und besserer Halt. Die maßgefertigte Rahmenbreite soll das häufigste Problem bei Sportbrillen eliminieren, nämlich Druckstellen und ungenügenden Halt bei Bewegung. In Kombination mit gummierten Bügeln und einem anpassbaren Nasenstück soll die SHYFT auch bei intensiven sportlichen Belastungen sicher und komfortabel sitzen.
Die Brillenfassung wird anschließend im 3D-Druckverfahren (Multi Jet Fusion) in Österreich gefertigt. Dabei entsteht der Rahmen schichtweise aus Kunststoffpulver, das mittels Infrarotenergie verschmolzen wird. Nach dem Druck folgen manuelle Nachbearbeitungsschritte, bei denen überschüssiges Material entfernt, die Oberfläche geglättet und – je nach Modell – eingefärbt wird.
Die Endmontage erfolgt ebenfalls in Österreich. Dort werden Bügel, Nasenstück und Gläser eingesetzt, bevor die fertige Brille geprüft, verpackt und versendet wird.
Es ist das sechste Bike-Brillen-Modell von Naked Optics. Die brandneue Shyft gibts ab 94,99 Euro - das bis dahin teuerste Modell. Zum Vergleich: Die bewährte The Volt oder The Blade, gibts ab 69,99 bzw. 74,99 Euro. So oder so - die Preise sind im Vergleich zu den Big-Playern Oakley und Co. immer noch sehr fair.
Bei der Shyft stehen zwei Rahmenfarben zur Auswahl. Schwarz oder Raw Grau. Bei den Gläsern zwischen 9 Gläsern in verschiedenen Lichtschutz-Kategorien wählen. Zusätzliche Gläser können ab 24,99 Euro bestellt werden. Die Gläser lassen sich easy wechseln.
Die Custom-Brille sitzt fest und ohne Druckstellen, andere Modelle von dem Hersteller aber auch. Doch jedes Gesicht ist bekanntlich unterschiedlich, daher kann die Gesichtsvermessung durchaus Sinn machen. Die Rahmenbreite ist mit 146 mm angegeben – vermutlich der entscheidende Wert, den Naked auf Basis der Gesichtsvermessung festlegt.
Unterm Strich sitzt die Custom-Brille stabil im Gesicht – deutlich besser als so manche Standard-Bike-Brille. Da gibt's definitiv welche, die mir eher aus dem Gesicht fallen. Naked-Brillen saßen bei mir aber schon immer satt im Gesicht, so war im Vergleich zu einer Naked „The Blade" von der Stange kein Unterschied auszumachen.
Für Sportler, die gerade in diesem Bereich oft Probleme haben, könnte die Gesichtsvermessung von Naked eine interessante Lösung sein. Zudem kostet es weder mehr Zeit noch Geld.
Die Nasenpads sind grundsätzlich anpassbar – allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Bei Trägern mit ausgeprägtem Nasenrücken (wie bei mir) setzt das Glas hier natürliche Grenzen. Das ist für mich auch der häufigste Grund, warum viele Brillen nicht richtig passen. Bei der Shyft funktioniert es jedoch insgesamt recht gut.
Laurin Lehner, Test-Redakteur

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