Das halbrandlose Design verleiht der Miona einen eleganten Auftritt. Die Übergänge wirken weich, Scheibe und Bügel sind rund gezeichnet; harte Kanten sucht man optisch vergebens. Trotz der großen Scheibe sieht die Brille dadurch weniger aggressiv aus als manch andere Shield-Brille. Das ist ein optischer Eindruck, keine Aussage zum Tragekomfort.
Die Scheibe der Miona ist in zwei Richtungen gekrümmt und folgt damit der Kontur des Gesichts. Maui Jim verspricht sich davon ein weites, möglichst ungestörtes Sichtfeld. Geriffelte Gummiauflagen an Nase und Bügelenden sollen die Brille bei Bewegung an Ort und Stelle halten. Wie gut das mit Helm und auf ruppigen Abfahrten funktioniert, lässt sich erst im Fahrtest beurteilen.
Bei der Scheibe setzt Maui Jim nach eigenen Angaben erstmals auf ein Material mit bis zu 99 Prozent biobasiertem Anteil. Das bezieht sich auf das Glasmaterial, nicht auf die komplette Brille. Angaben zu Umweltbilanz oder Haltbarkeit lassen sich daraus allein nicht ableiten.
Maui Jim bietet die Miona laut Pressemitteilung sowohl mit polarisierter als auch mit nicht polarisierter Scheibe an. Polarisiert bedeutet: Ein Filter in der Scheibe reduziert Licht, das etwa von nassen Wegen oder anderen glatten Oberflächen reflektiert wird. Dadurch blenden solche Spiegelungen weniger.
Die polarisierte Miona soll zudem Farben und Kontraste hervorheben. Polarisierung ist allerdings keine Selbsttönung: Die Scheibe passt ihre Dunkelheit nicht automatisch an wechselndes Licht an. UV-Schutz ist klar, zusätzlich gehört ein Blau-Filter als Schutz vor sogenanntem energiereichem sichtbarem Licht (HEV) zur Ausstattung.
Noch etwas: Polarisierte Brillengläser können unter Umständen Schwierigkeiten verursachen, bestimmte LCD-Displays oder das Armaturenbrett in älteren Autos ablesen zu können.
Die unterschiedlichen Glasfarben sind laut Maui Jim für verschiedene Lichtverhältnisse entwickelt worden: Neutral Grey ist für starke, direkte Sonne gedacht. Blue Hawaii kombiniert eine blaue Verspiegelung mit neutralgrauer Basistönung und soll ebenfalls bei sehr hellem Licht passen. Maui HT ist eine hellere, grünliche Tönung für schwache oder wechselnde Lichtverhältnisse. Maui Sunrise trägt eine rosafarbene Verspiegelung auf roséfarbener Basis; Maui Jim betont hier den Kontrast.
Konkrete Filterkategorien oder Werte zur Lichtdurchlässigkeit der einzelnen Miona-Gläser finden wir auf den genannten Herstellerseiten keine. Eine Einordnung in Kategorie 1, 2 oder 3 fehlt.
Für Biker mit Sehstärke ist der vorgesehene RX-Insert interessant: Hinter der Shield-Scheibe lässt sich laut Maui Jim ein Einsatz mit klaren Korrektionsgläsern über den Rezeptservice der Marke nutzen. Das Prinzip kennen wir etwa von der 100% S3 mit RX-Insert. Ob Einsatz, Augenabstand und Sichtfeld bei der Miona auf dem Trail überzeugen, muss ein Test aber erst zeigen.
Die Maui Jim Miona kostet 275 Euro. Das ist viel. Eine konkrete Gewichtsangabe fehlt uns bislang. Gerade bei einer High-Performance-Sportbrille wäre sie für die Einordnung noch hilfreich. Wir hoffen, diese Angaben bald nachliefern zu können.
Genauso müssen wir auf das Testmuster warten, um zu Sitz, optischer Qualität und Praxistauglichkeit Genaueres sagen zu können. Ob die elegante Form auch mit dem MTB-Helm harmoniert und wie sich die Edel-Brille auf ruppigen Trails schlägt, liefern wir so bald wie möglich nach.
Wer mit dem Rad bei sehr stark wechselnden Lichtverhältnissen oder auch mal in der Dämmerung unterwegs ist und statt Polarisierung eine automatisch wechselnde Tönung sucht, findet hier einen Vergleichstest selbsttönender Brillen von knapp 90 bis über 300 Euro.
Zur Marke: Maui Jim stammt ursprünglich aus Hawaii und verkauft schon seit den 80er-Jahren Sonnenbrillen. Ihre eigene patentierte Polarisationstechnik machte die Firma weltweit bekannt. Seit 2022 gehört die Marke zum Portfolio der Edel-Brillen-Gruppe Kering Eyewear, die auch Luxus-Brillen von Boutique-Marken wie Gucci oder Cartier vertreibt.
Redakteur
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