Wenn die Ausrüstung müffeltWas darf man waschen - und wenn ja, wie?

Gitta Beimfohr

 · 31.07.2026

Wenn die Ausrüstung müffelt: Was darf man waschen - und wenn ja, wie?Foto: Max Fuchs
Manchmal ist es mit Abbürsten halt einfach nicht getan.

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Der Rucksack riecht nach Harzer Käse, die Farbe der Schuhe lässt sich unter der Dreckkruste nur noch erahnen. So langsam zeichnen sich die Touren in der Sommerhitze in der Ausrüstung ab. Höchste Zeit für eine professionelle Grundreinigung!

Ein Rucksack braucht Patina, hat der Opa immer gesagt. Wer ihn wäscht, spült auch die erlebten Abenteuer in den Gulli. Ja gut, aber irgendwann sieht man dem treuen Begleiter die Abenteuer nicht nur an, man riecht sie auch. Allen, die es mit Opa halten und aufs Waschen lieber verzichten wollen, sei gesagt: UV-Strahlen töten Schweißbakterien und ihre Gerüche zuverlässig ab!

Deshalb den verschwitzten Rücksack-Rücken bei einer Rast am besten in die pralle Sonne drehen. Das funktioniert auch bei Helmpolstern, Schuhen, Handschuhen und Trikots. Was dagegen definitiv nicht hilft, so bestätigen Bakterien-Experten: Eisfach und Kühltruhe. Sobald die tiefgefrorenen Stoffe wieder auf Körpertemperatur sind, tummeln sich auch wieder die Bakterien!

Einfach in die Waschmaschine stopfen?

Auch Waschtemperaturen ab 60 Grad töten die Bakterien ab, das Problem dabei nur: Die oft teure Funktionsbekleidung verträgt nur eine Wäsche von 30 bis 40 Grad. Das bedeutet, die Wäsche wird zwar optisch sauber, wird aber demnächst wieder zu müffeln beginnen, weil sich die Bakterien im Stoff munter weitervermehren.

Deshalb haben wir einige Hersteller nach Alternativen gefragt: Wie bekommt man die Ausrüstung von Helm bis Schuh am effektivsten sauber - ohne dem Material zu schaden. Hier die Waschanleitungen der Experten:

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Helm: Dreck an der Außenschale mit einem feuchten Tuch einfach abwischen. Salzränder an den Halteriemen kann man mit nicht zu aggressiver Seife (Shampoo) unterm Wasserhahn auswaschen. Komplizierter wird es mit den Innenpolstern. Damit die nicht frühzeitig müffeln, niemals die Handschuhe reinwerfen oder den Helm tagelang in einer Tasche lagern (ein Fest für Bakterien!). Sind die Polster per Klett befestigt, kann man sie rausnehmen und mit Shampoo waschen. Es gibt auch Pflegeschaum für Helm-Innenpolsterung. Zum Beispiel von Muc off, Dr. Wack, Motorex

Brille: Groben Dreck unterm Wasserhahn (optimal 37 Grad Wassertemperatur) abspülen. Bei fettigen Belägen darf man etwas Spülmittel verwenden. Dann mit dem Microfasertuch trockenpolieren. Nicht mit dem Trikot oder Küchenpapier, das ist zu grob und kann die Gläser verkratzen!

Handschuhe: Hier die Pflegeanleitung des Herstellers beachten, da der Waschgrad vom Gelpolster- und Lederanteil der Handschuhe abhängt. Grundsätzlich aber darf man Bikehandschuhe bei 30 Grad, am besten in einem Kleiderbeutel, in der Maschine waschen. Wichtig: Nicht wringen und nicht auf die Heizung legen!

Trikots und Hosen: Unsere Labortests haben gezeigt, dass die Bekleidungsstoffe bereits fabrikneu voller Bakterien und Chemikalien stecken. Daher sollten Hosen, Trikots, Unterwäsche uns Socken schon vor dem ersten Tragen gewaschen werden. Um ein Festsetzen von Schweißbakterien möglichst lang zu vermeiden, hier zwei wichtige Tipps: 1. Die Bekleidungsteile nach dem Gebrauch immer vollständig trocknen. Am besten in der Sonne (UV-Strahlung). 2. Bei 40 Grad mit Waschmittel auf Enzymbasis waschen. Stoffe ohne Elastan-Anteil vertragen auch 60 Grad.

Schuhe: Halten Sohle und Nähte den Waschgang in der Maschine aus? So lang sie keinen Lederanteil haben, darf man Schuhe schon mal im Wäschebeutel in den Schonwaschgang stecken. Allerdings erlischt damit die Herstellergarantie. Auf Dauer kann sich so der Kleber zwischen Obermaterial und Sohle lösen. Daher den Außendreck besser nur abbürsten und mit einem nassen Schwamm abwischen. Ohne Goretex-Membran darf man die Schuhe auch mal ausspülen. Anschließend mit Zeitungspapier ausstopfen und senkrecht aufgestellt bei Zimmertemperatur trocknen lassen. Nicht auf die Heizung legen, die Schuhe können hart werden und sich verziehen! Manche schwören darauf, die Schuhe in den Geschirrspüler zu legen. Auch hier ist die Herstellergarantie futsch.

Regenjacke: Das vielleicht schwierigste Thema. Steckt man die meist teure Jacke in die Maschine, rubbelt sich die DWR-Imprägnierung weg. Wäscht man die Jacke dagegen nicht, verstopfen Staub und Schweiß die Poren und die Atmungsfunktion ist dahin. Daher empfehlen die Hersteller: Bei intensiver Nutzung (aber wer fährt schon dauernd im Regen?!) darf man die Regenjacke 5-6 Mal im Jahr in die nicht zu volle Waschmaschine stecken. Dazu alle Reißverschlüsse schließen und Zugkordeln entspannen, damit die Membrane nicht zerkratzt und beschädigt werden. Flüssigwaschmittel verwenden und bei maximal 30 Grad waschen. Kein Schleudergang, kein Weichspüler. Trockner (30 Minuten, 60 Grad) oder an der Luft trocknen lassen. Anschließend mit dem Bügeleisen (niedrige Temperatur) die Imprägnierung wieder auffrischen. Wenn der Regen nicht mehr abperlt, hilft die Imprägnierung aus der Spraydose. Deren Wirkung werden durch Trockner und Bügeleisen noch verstärkt.

Rucksack: Hersteller sagen: Nein, nicht in die Waschmaschine! Abbürsten, abwischen und nach Gebrauch immer vollständig trocknen lassen muss reichen. Auf unsere Frage: Aber wenn der Rucksack mal so richtig dreckig ist und müffelt, und innen auch noch etwas Klebriges ausgelaufen ist, was dann?

In diesem Fall darf man den Rucksack ausnahmsweise mal in die Waschmaschine stecken. Dann aber:

  • Regenhülle und Protektoren vorher entnehmen
  • Rucksack in einen Kissenbezug stecken (damit die Schnallen keinen Schaden nehmen)
  • Maximal 30 Grad einstellen
  • Nicht schleudern
  • Nach dem Waschen mit Imprägnierspray behandeln
  • Kleiner (!) Spritzer Silikonspray auf die Reißverschlüsse

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Gitta Beimfohr

Gitta Beimfohr

Redakteurin

Gitta Beimfohr stieg während ihres Tourismus-Studiums ins BIKE-Reiseressort ein, als die Strada delle 52 Gallerie am Pasubio gerade für Mountainbiker gesperrt wurde. Seit Gitta die Alpen zwei Mal im Renntempo überquerte, mag sie am liebsten Mehrtagestouren – mit dem MTB in den Alpen oder per Gravelbike durch deutsche Mittelgebirge.

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