Membranjacken versprechen Atmungsaktivität. Selbstaufblasende Isomatten blasen sich angeblich selbst auf. Und trotzdem friert man, schwitzt man, pustet man nach. Vielleicht ist die Windjacke deshalb bis heute das vernünftigste Kleidungsstück im Outdoorleben: leicht, ehrlich – und ziemlich unterschätzt.
Ich liebe leichte Jacken. Früher, in den 1970ern, nannte man sie Windjacken. Damals waren sie schlicht das, was sie behaupteten zu sein: dünn, praktisch, überraschend effektiv. Heute sind sie mehr. Sie halten Wind ab, lassen ein bisschen Regen abperlen und wiegen fast nichts. Vor allem aber sind sie angenehmer zu tragen als vieles, was ihnen später technologisch folgen sollte.
Denn die große Membran-Erzählung ist eine dieser Outdoor-Halbwahrheiten. Regenjacken sollen atmen. Tun sie aber meistens nicht so, dass man sie wirklich gern das ganze Jahr trägt. Sie sind immer ein Kompromiss zwischen Schutz und Schwitzen. Genau wie selbstaufblasende Isomatten selten ohne Nachpusten auskommen. Marketing kann viel. Physik bleibt stur. Deshalb greife ich fast immer zur Windjacke. Jetzt zur Ion Shelter Lite.
Ich hatte schon den Vorgänger der Ion MTB Shelter Lite lange im Einsatz. Eine dieser Jacken, die einfach funktionieren und deshalb bleiben dürfen. Jetzt fahre ich das aktuelle Modell seit über einem Jahr nahezu täglich. Es ist federleicht, kaum spürbar – und hält trotzdem genau das draußen, was draußen bleiben soll: Fahrtwind.
Schwarz ist natürlich stilvoll. Für Fotos weniger ideal – als BIKE-Tester sind wir oft auf Fotos. Und auch in der dunklen Jahreszeit wäre mir eine Farbe lieber, die Autofahrer auch ohne gutes Karma sehen. Neon wie ein Textmarker zum Beispiel. Leider bietet Ion alternativ nur Lila an. Also bleibt es bei Schwarz.
Der Vorgänger hatte noch eine Reißverschlusstasche auf der Brust. Praktisch. Jetzt gibt es nur noch ein kleines Steckfach mit Stoffriegel. Sicher ist anders. Aber immerhin vorhanden. Eigentlich soll das auch gar keine Tasche sein, sondern der Stoffriegel in die man die ganze Jacke stopfen kann zum Verpacken. Sehr gelungen: die Kapuze, die problemlos über den Helm passt.
Die wasserabweisende Imprägnierung macht genau das, was man erwarten darf: kurze Schauer funktionieren. Dauerregen nicht. Aber das ist in Ordnung. Es ist schließlich keine Regenjacke. Sondern eine Windjacke. Und genau das macht ihren Charme aus.
Was bei einem Preis von rund 150 Euro allerdings überrascht: Die Nähte an beiden Ärmelbündchen gingen auf, die Gummizüge lösten sich. Kein Drama, schnell repariert, selbst genäht (selbst ist der Mann!) – aber bei der sonst hohen Ion-Verarbeitungsqualität trotzdem ärgerlich.
Bleiben dennoch starke Argumente: minimales Packmaß, minimales Gewicht, hoher Tragekomfort, guter Schnitt.
Fazit: Eine Jacke für genau die Monate, in denen das Wetter noch unentschlossen ist.
Der leichte & gut verstaubare Windbreaker darf in keinem Mountainbike-Schrank fehlen. Die Shelter Lite MTB Jacke besteht aus winddichten Pertex® Quantum. Das Material ist besonders leicht, flexibel und so entwickelt, dass es Luft einschließt und somit isolierend wirkt. Das umweltfreundliche, wasserabweisende C0 DWR Finish hält dich bei leichtem Regen trocken. Die Kapuze lässt sich unter dem Helm tragen, ohne dabei das Blickfeld einzuschränken und trägt zusammen mit den elastischen Bünden zur optimalen Passform bei. Die Jacke lässt sich in einer kleinen integrierten Tasche verstauen und sollte auf keinem Trip fehlen. Material: 100% Polyamid (recycelt) mit FC-freies C0 DWR Finish.

Redakteur