Wärme ohne HitzschlagDie Leatt ThermaFlow 5.0 Weste im Test

Stefan Frey

 · 04.04.2026

Leatt hat mit der ThermaFlow 5.0 eine Trail- und Enduro-Weste im Programm, die vor allem in der Übergangszeit den Körper auf Betriebstemperatur halten soll.
Foto: Georg Grieshaber

In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit gekennzeichnet. Mehr erfahren.


Themen in diesem Artikel

Was ist das nützlichste Kleidungsstück im Schrank eines Mountainbikers? Wer viel in den Bergen unterwegs ist, wird antworten: die Weste. Sie ist der unterschätzte Allrounder für die Übergangszeit. Mit der neuen ThermaFlow 5.0 bringt der Protektoren-Spezialist Leatt nun eine Weste auf den Markt, die den Spagat zwischen Isolation und maximaler Belüftung meistern will.

​Jeder kennt das Dilemma: Bergauf kocht man im eigenen Saft, bergab zieht der eiskalte Fahrtwind durch das verschwitzte Jersey. Eine schwere Jacke ist oft zu viel des Guten, ein reines Windshirt zu wenig. Genau hier schlägt die Stunde der Weste. Sie schützt den Rumpf – also dort, wo unsere lebenswichtigen Organe sitzen – vor dem Auskühlen, während die Arme für die nötige Thermoregulierung frei bleiben.

Hightech für die Körpermitte

Die Leatt ThermaFlow 5.0 setzt nicht auf eine klassische Membran (Laminat), die oft wie eine Plastiktüte wirkt. Stattdessen nutzt Leatt ein spezielles Doppel-Gewebe. Die Außenseite blockt Wind und leichten Regen ab, während die Innenseite mit einem dünnen Waffelflies mit eingewebten Graphen-Fäden für Wärme sorgt. Damit es bei steilen Uphill-Passagen nicht zum Hitzestau kommt, ist das Fleece im Inneren mit Ventilationskanälen durchzogen.

Nachhaltigkeit trifft auf Funktionalität

Die Weste ist nicht nur bluesign®-zertifiziert, was höchste Standards in der Textilherstellung garantiert, sondern verzichtet auch komplett auf gesundheits- und umweltschädliche PFAS-Chemikalien bei der Imprägnierung. Sogar die Verpackung kommt plastikfrei daher – ein Trend, den wir in der Bike-Branche immer häufiger sehen und absolut begrüßen.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Ob als äußere Schicht über dem Langarm-Jersey oder als isolierender Midlayer unter einer Hardshell, wenn es richtig ungemütlich wird: Die ThermaFlow 5.0 ist durch ihren 4-Wege-Stretch und den verstellbaren Bund auf maximale Bewegungsfreiheit im Trail-Einsatz getrimmt.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Leatt ThermaFlow 5.0 - Infos & Preis

  • Zwei-Phasen-Schutz: Winddichte Außenschale trifft auf belüftetes Fleece-Innenfutter.
  • Kein Hitzestau: Verzicht auf Laminate maximiert die Atmungsaktivität (Airflow).
  • Wetterschutz: PFAS-freie DWR-Beschichtung und getapte Nähte gegen Schmutz und Nässe.
  • Stauraum: Drei großzügige Taschen mit hochwertigen YKK-Reißverschlüssen.
  • Nachhaltig: bluesign® zertifizierte Materialien und plastikfreie Verpackung.
  • Sichtbarkeit: Reflektierende Prints für Sicherheit in der Dämmerung.
  • Größen: XS - 3XL
  • Gewicht: 270 Gramm (Größe M)
  • Preis: 139 Euro >> hier erhältlich

Ausstattung mit praktischem Feature

Neben zwei Schubtaschen, die während der Pause die Hände wieder auf Betriebstemperatur bringen, verfügt die ThermaFlow 5.0 über eine Brusttasche für das Smartphone.

Besonders praktisch ist allerdings ein Belüftungssteg mit Druckknopf, der die Weste bei geöffnetem Reißverschluss zusammenhält und nerviges Flattern im Fahrtwind verhindert.

Leatt ThermaFlow 5.0 im Test

Die ThermaFlow ist großzügig geschnitten und eher für den Einsatz auf Trail- oder Endurobikes gedacht. Größe M ist für meine Größe von 1,88 Meter von der Länge her passend, vom Schnitt her aber eher weit. Vor allem an Bauch und Brust flattert der Stoff. Der Kragen ist angenehm hoch geschnitten, sodass kaum Fahrtwind in die Weste kriechen kann.

Das stretchige Material trägt sich angenehm, die Flies-Innenseite wärmt beim Start am kühlen Morgen, wird aber auch auf längeren Anstiegen nicht zu heiß. Dafür verantwortlich ist zum einen der Lüftungssteg, den ich wirklich oft genutzt habe, und zum anderen das Material selbst - die Weste ist nicht winddicht, sondern lediglich windabweisend.

Und hier liegt auch eines der Mankos: Auf langen Abfahrten pfeift der Fahrtwind teils zu stark durch das Gewebe und die Weste kann im vollgeschwitzten Zustand nicht mehr ausreichend wärmen. Für feuchte Bedingungen ist die Leatt ebenfalls nur bedingt zu empfehlen, denn die Imprägnierung lässt schnell Wasser durch. Weshalb die Nähte der ThermaFlow 5.0 an der Innenseite getapt sind, hat sich mir nicht erschlossen. Teilweise löst sich die Verklebung nach wenigen Wäschen auch schon etwas an. In Sachen Verarbeitung ist hier generell noch Luft nach oben.


Der Westen-Check: Was gibt es für Alternativen?

Der Markt für Funktionswesten ist groß, doch jeder Hersteller setzt andere Schwerpunkte. Hier sind drei spannende Alternativen zur Leatt ThermaFlow 5.0:

  1. Fox Ranger Fire Vest: Der Klassiker für kühle Tage. Sie setzt auf ein robustes Außenmaterial und ein gebürstetes Fleece-Futter. Sie ist weniger technisch als die Leatt (kein Graphen), aber ein sehr solider Allrounder für den Trail.
  2. Endura MT500 Freezing Point Weste: Wenn es richtig kalt wird. Diese Weste nutzt Primaloft-Gold-Isolation an der Vorderseite. Sie ist deutlich wärmer, aber auch weniger atmungsaktiv bei schweißtreibenden Anstiegen.
  3. Scott Trail Storm Insuloft AL Weste: Diese Weste ist mit einer aktiven Polartec® Alpha® Direct Isolierung ausgestattet, die warm hält und bequem vor kaltem Wind schützt.

Fazit: das sagt die Redaktion

Mit der ThermaFlow 5.0 hat Leatt eine sehr komfortable Weste für den Trail-Einsatz im Programm, die dank Waffelflies in der Übergangszeit angenehm wärmt. Top ist der Belüftungssteg, der Hitzestau verhindert. Für feuchte Bedingungen oder für hochintensive Einsätze ist die Weste aber weniger geeignet - verschwitzt auf einer langen Abfahrt lässt das Material zu viel Wind durch, der Nässeschutz ist kaum vorhanden. In Sachen Schnitt und Verarbeitung konnte die Leatt nicht voll überzeugen.

| Foto: Stefan FreyFoto: Stefan Frey

Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

Meistgelesen in der Rubrik Ausrüstung