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Ein Marathon-Rennen stellt ganz eigene Anforderungen an Material, Vorbereitung und Selbstversorgung. Anders als bei kurzen Cross-Country-Rennen sind Mountainbiker hier oft mehrere Stunden unterwegs – häufig in abgelegenem Gelände, bei wechselnden Bedingungen. Wer gut vorbereitet ist und die richtigen Dinge dabeihat, kann nicht nur Zeit sparen, sondern auch Ausfälle vermeiden. Wer die richtige Ausrüstung dabeihat, fährt sicherer, entspannter und oft auch schneller. Denn nichts kostet mehr Zeit und Nerven als ein Defekt oder Energieeinbruch ohne Plan B. Weniger ist mehr – aber das Richtige zählt. Natürlich gilt: Jedes zusätzliche Gramm kostet Energie. Deshalb solltest du deine Ausrüstung gut abwägen und auf die Streckenlänge, Höhenmeter und Infrastruktur abstimmen. Ein technisch anspruchsvoller Marathon in den Bergen erfordert mehr Vorbereitung als ein gut versorgtes Event im Flachland.
Der wichtigste Punkt zuerst: ausreichend Nahrung und Flüssigkeit. Je nach Renndauer solltest du mehrere Energiequellen einplanen – etwa Gels, Riegel oder leicht verdauliche Snacks. Ziel ist es, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten und Leistungseinbrüche zu vermeiden. Auch Elektrolyte sind entscheidend, besonders bei Hitze oder langen Anstiegen. Wer hier spart, riskiert Krämpfe oder einen „Hungerast“.
Ob Trinkrucksackoder Flaschen am Bike – entscheidend ist die Menge. Für längere Marathons solltest du mindestens ein bis zwei Liter Flüssigkeit dabeihaben, abhängig von Strecke und Verpflegungsstationen. Ein Trinkrucksack bietet den Vorteil, dass du kontinuierlich trinken kannst, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen.
Einen Platten kann jederzeit passieren – und bedeutet ohne Vorbereitung oft das Aus. Deshalb gehören mindestens ein Ersatzschlauch, Reifenheber und eine Pumpe oder CO₂-Kartusche zur Grundausstattung. Auch Tubeless-Fahrer sollten vorbereitet sein: Dichtmilch hilft nicht bei jedem Schaden. Tire-Plugs können dann den Tag retten.
Ein kompaktes Multitool ist Pflicht. Lose Schrauben, ein schiefes Cockpit oder Probleme an der Schaltung lassen sich damit schnell beheben. Modelle mit Kettennieter sind besonders sinnvoll für lange Rennen.
Eine gerissene Kette ist selten, aber rennentscheidend. Ein passendes Kettenschloss wiegt kaum etwas und kann im Ernstfall der Retter in der Not sein.
Das Wetter kann sich in den Bergen oder auf langen Strecken schnell ändern. Eine leichte Regen- oder Windjacke schützt vor Auskühlung und ist oft erstaunlich kompakt verstaubar.
Nichts ist ärgerlicher, als sich auf einer langen Runde zu verfahren. Zwar sind die meisten Marathon-Strecken gut ausgeschildert, gerade bei schlechten Sichtverhältnissen oder unübersichtlichen Abzweigungen ist ein digitaler Wegweiser aber dringend empfehlenswert. Die meisten GPS-Geräte können auch Strecken- und Fitnessdaten, wie etwa Wattzahlen, liefern und so beim Pacing helfen.
Ein Smartphone kann nicht nur die Schnittstelle zum Bike-Computer sein, sondern gehört auch für den Notfall unbedingt mit ins Rennen. Wichtig: Akku vorher laden und idealerweise einen Energiesparmodus nutzen. Zusätzlich sinnvoll: Notfallnummern und persönliche Daten (zum Beispiel auf einer Karte oder im Handy hinterlegt).
Gerade bei Events mit mehreren Verpflegungspunkten oder bei unerwarteten Stopps kann etwas Bargeld oder eine EC-/Kreditkarte hilfreich sein.
Gerade bei wirklich langen Marathon-Strecken braucht es eine ganze Menge an Verpflegung, Werkzeug, Ersatzteilen und gegebenenfalls Klamotten. Wer nicht auf regelmäßige Versorgungsstationen oder ein Support-Team bauen kann, muss sich fragen: Wie bekomme ich all diese Sachen transportiert? Während in früheren Zeiten Marathon-Biker schon mal mit Rucksack an der Startlinie standen, sieht man diese aus gutem Grund heute nur noch selten. Das zusätzliche Gewicht auf dem Rücken kann auf Dauer zu Druckschmerzen am Rücken oder im Gesäß führen und das Handling des Fahrer-Bike-Systems verschlechtern. Eine clevere Alternative für Selbstversorger können zum Beispiel kompakte Trinkwesten sein, die den Rücken mit kaum mehr als einer trinkblase und einem kleinen Staufach belasten.
Apropos Staufach: Inzwischen bieten auch einige Marathon-Bikes ein Staufach im Rahmen. Dort können zum Beispiel kleine aber schwere Gegenstände, wie ein Multitool, eine Pumpe oder CO2-Kartusche verstaut werden. Manche Rahmen bieten auch einen Anschraubpunkt für eine kleine Tasche oder einen Halter für den Ersatzschlauch. Für Bikes, die ohne diese Features kommen, bleibt noch immer die Option Zubehör mit speziellen Klett- oder Gummibändern zu verstauen. In Zeiten der Dropper-Post haben Satteltaschen an Stellenwert verloren. Nur wenige Systeme am Sattel funktionieren mit einer Teleskopsattelstütze. Es bleiben die Trikottaschen. Dort lassen sich Riegel, Gels und Windjacke verstauen. Für Werkzeug sind sie nicht unbedingt zu empfehlen. Ansonsten wird es bei einem Sturz schnell schmerzhaft.
Ich setze bei Marathons am liebsten auf leichtes Gepäck. Zwei große Trinkflaschen mit flüssiger Energie, Riegel und Gels gehören immer mit auf die Piste. Mit einem Multitool und einem Set zur Reifenreparatur kommt man schon weit. Elektronische Helferlein, wie GPS-Geräte, machen Ausdauer-Herausforderungen besser kontrollierbar. Im Gebirge muss auch eine Notfall-Jacke mit. Das alles sollte man im Training bereits erproben. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

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