Mit Lenker, Lenkerband, Sattel und Radhose adressiert SQlab die vier wichtigsten Kontaktpunkte zwischen Mensch und Gravelbike. Das Konzept ist konsequent auf lange Touren und Bikepacking-Etappen ausgelegt. Ob die ergonomischen Versprechen im Alltag überzeugen, muss ein Praxistest zeigen. Auffällig ist jedoch der systemische Ansatz, statt einzelne Komponenten isoliert zu betrachten. Das ist nicht nur neu, sondern auch konsequent und vielversprechend.
Gravelbikes sind für lange Tage auf wechselndem Untergrund gebaut. Doch je länger die Strecke, desto spürbarer werden Vibrationen, Druck auf Hände und Sitzknochen sowie eine unpassende Sitzposition. Der Ergonomie-Spezialist SQlab will diese Belastungen mit einem abgestimmten Paket aus vier Komponenten verringern: Lenker samt Lenkerband, Sattel und Shorts.
Der SQlab 314 Gravel-Lenker setzt auf eine kompakte Geometrie mit 25 Millimetern Rise (Kröpfung nach oben). Das hebt die Front deutlich an und ermöglicht dadurch eine etwas aufrechtere Sitzposition. Gerade auf langen Strecken sollen damit Rücken, Schultern und Nacken entlastet werden.
Mit 14 Grad Flare (seitliches Ausstellen der Lenkerenden) soll der Lenker zudem gute Kontrolle im technischen Gelände bringen. Wichtig dabei: Die Ausweitung beginnt laut SQlab erst unterhalb der Bremsgriffe, deren Position dadurch unverändert bleibt. Ein Frontsweep (Neigung des Lenks nach vorn) von zehn Grad und ergonomisch ausgeformte Griffbereiche orientieren sich an der natürlichen Stellung von Händen und Fingern.
Beim Lenkerband verfolgt SQlab einen zweistufigen Ansatz: Eine Diamant-Oberflächenstruktur soll den Grip verbessern, eine dämpfende Schicht auf der Unterseite Mikrovibrationen reduzieren. Gerade auf rauem Schotter sind es oft die dauerhaften feinen Vibrationen, die Hände und Unterarme ermüden lassen.
Das 714 Gravel-Lenkerband lässt sich über drei Noppenreihen unterschiedlich dick wickeln. Damit soll sich der Griffdurchmesser an Handgröße und persönliches Fahrgefühl anpassen lassen. Mit 2.500 Millimetern Länge ist es auch für breitere Gravel-Lenker ausgelegt.
Der 614 Ergowave Active 2.1 S‘Qantara ist für lange Distanzen und wechselnde Untergründe gedacht. Seine Form soll den Druck gleichmäßiger verteilen und den empfindlichen Dammbereich entlasten. Gleichzeitig soll die Form die Sitzposition stabilisieren, was insbesondere beim dauerhaften Pedalieren auf unruhigem Untergrund relevant wird.
Kern der Konstruktion ist die sogenannte Active-Technologie: Die Sattelschale kann sich leicht seitlich mit dem Becken bewegen. Dadurch sollen Druckspitzen reduziert werden. Der S‘Qantara-Bezug soll guten Halt mit einem atmungsaktiven Sitzklima verbinden.
Während Lenker, Band und Sattel die Schnittstellen am Fahrrad verändern, setzt die SQ-Shorts One 14 am Körper an. Herzstück ist das sechs Millimeter dünne SQ-Pad 14 2.0. Das Mehrschicht-Polster besitzt eine integrierte TPE-Schicht und soll laut Hersteller Scherkräfte, Druck und Vibrationen mindern.
Breite Träger, ein Mesh-Rücken und rutschfeste Beinabschlüsse sollen die Hose in Position halten. Zwei Beintaschen schaffen zusätzlichen Stauraum für Smartphone, Snacks oder Werkzeug. Das Material besteht zu 65 Prozent aus recyceltem Nylon und zu 35 Prozent aus Elastan. SQlab lässt die Shorts in der EU fertigen und bietet einen Reparaturservice an.
SQlab betrachtet seine Neuheiten nicht als Einzelprodukte, sondern als Ergonomie-System, mit dem die wichtigsten Kontaktpunkte optimiert werden. Die Idee dahinter: Hände, Sitzfläche und Bekleidung wirken bei langen Gravel-Ausfahrten zusammen. Eine komfortablere Lenkerposition verliert an Wirkung, wenn Griff, Sattel oder Polster nicht ebenfalls zum Fahrer passen.
Das Paket richtet sich damit vor allem an Gravel-Fahrerinnen und -Fahrer, die regelmäßig mehrere Stunden oder mehrere Tage unterwegs sind. Entscheidend bleibt dennoch die individuelle Passform. Besonders bei Lenkerbreite, Sattelweite und Sitzpolster gibt es keine Universallösung. Wer investiert, sollte die Komponenten deshalb möglichst vor dem Kauf ausprobieren.

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