Seit ein paar Jahren wächst das Angebot an pee-friendly Radhosen für Frauen, also Bibs, mit denen frau sich obenrum nicht mehr ausziehen muss, um schnell ihr Geschäft zu verrichten. In Gesprächen höre ich aber auch immer wieder Männer, die sich ein ähnliches Design wünschen. Vielleicht heißt das dann poo-friendly?
Lange musste frau sich obenrum komplett ausziehen, um zu pullern. Mittlerweile gibt es einige Hersteller, die im Frauensortiment ausschließlich Radhosen anbieten, die sich trotz Träger runterziehen lassen, ohne dass man sich entblößt. Es gibt Reißverschlüsse, Magnetverschlüsse und meinen Favoriten: hinten seitlich ansetzende Träger, in die du die Daumen einhaken kannst, um die Hose während des Hockvorgangs über den Po zu ziehen.
Die Vorteile:
Immer wenn ich in Radgruppen von pee-friendly Radhosen schwärme, höre ich Männerstimmen, die sagen: “Ich will auch.” Manchmal geht es um zu hoch geschnittene Hosenbünde am Bauch, häufiger aber um das große Geschäft auf der Langstrecke und die wertvolle Zeit, die Mann beim Ausziehen verliert.
Die Konstruktion dürfte für Männerhosen genauso funktionieren wie für Frauenhosen, denn „pee-friendly" ist eigentlich ein nicht ganz korrekter Begriff. Das Design ist nicht spezifisch fürs Pinkeln, es ermöglicht schlicht das Herunterziehen der Hose ohne Ausziehen obenrum. Wenn Frauen damit pullern können, können Männer damit auch kacken. Es ist dieselbe Konstruktion, nur der Use Case ist ein anderer.
Kürzlich hat Rapha eine neue Brevet-Kollektion gelauncht, erstmals mit pee-friendly Bib für Frauen. Bei der Entwicklung hat Rapha auch mit der Ultracycling-Athletin Jana Kesenheimer zusammengearbeitet. Ein weiterer Athlet im Rapha-Team ist der Franzose Victor Bosoni, ebenfalls Ultracyclist. Wer weiß, vielleicht wünscht auch er sich eine Radhose, mit der die sitzenden Toilettenpausen schneller vonstattengehen. Und vielleicht gibt es dann in der nächsten Kollektion eine “poo-friendly” Radhose für Männer.

Redakteurin