Laurin Lehner
· 16.05.2026
In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit gekennzeichnet. Mehr erfahren.
Bei der Bekleidung gehen die Vorlieben auseinander. Daher ist es schwer, pauschal zu etwas zu raten und von etwas abzuraten. Also erstmal ganz neutral bevor es subjektiv wird.
Polyester ist in der Bike-Bekleidung ein echter Allrounder: Als Jersey spielt das Material seine Stärken voll aus, weil es Schweiß schnell vom Körper wegtransportiert, kaum Feuchtigkeit speichert und dadurch angenehm trocken bleibt – ideal für intensive Fahrten und warme Tage.
Dazu ist es leicht, robust und pflegeleicht, auch wenn es bei Hitze schneller Gerüche entwickeln kann als etwa Merinowolle. Bei Socken funktioniert Polyester ebenfalls gut, vor allem wegen seiner Strapazierfähigkeit und schnellen Trocknung, wird aber meist mit anderen Fasern gemischt, um Tragekomfort und Passform zu verbessern; für lange Touren punktet hier Merino mit besserer Geruchskontrolle und Temperaturregulierung. Unterm Strich: Für Jerseys top, bei Socken solide – aber im Mix oft die bessere Wahl.
Fazit: Ist leicht, hält lange aber stinkt oft schon nach einmal tragen
Merino und Merino-Mischgewebe gelten in der Bike-Bekleidung als komfortorientierte Alternative zu synthetischen Stoffen: Als Jersey überzeugt vor allem Merinowolle durch ihr natürliches Klimamanagement – sie wärmt bei Kälte, kühlt bei Hitze und bleibt selbst bei Feuchtigkeit angenehm auf der Haut, ohne klamm zu wirken.
Ein großer Pluspunkt ist die starke Geruchshemmung, wodurch das Trikot auch nach langen oder mehrtägigen Touren deutlich frischer bleibt als Polyester. Dafür trocknet reine Merino langsamer und ist etwas empfindlicher gegenüber Abrieb, weshalb viele Hersteller auf Merino-Mischgewebe setzen, die die Weichheit und Funktion der Wolle mit der Robustheit von Kunstfasern kombinieren. Unterm Strich: Merino steht für maximalen Komfort und Vielseitigkeit, im Mix wird es alltagstauglicher und langlebiger – besonders stark bei langen Einsätzen und wechselnden Bedingungen.
Fazit: Ist teurer und nicht so robust, doch hält warm und kann mehrmals getragen werden ohne zu müffeln.
Baumwolle und Baumwoll-Mischgewebe sind in der modernen Bike-Bekleidung eher die „Alltagsschiene“ als Performance-Material: Als Jersey wirkt reine Baumwolle angenehm weich und natürlich auf der Haut, saugt Schweiß jedoch stark auf, trocknet nur langsam. Viele sagen daher, dass es genau deshalb für sportliche Fahrten auf dem Rad eher ungeeignet sei.
In Mischgeweben, etwa mit Polyester oder Elasthan, verbessert sich das deutlich: Das Material bleibt komfortabel, gewinnt an Formstabilität und trocknet schneller, erreicht aber trotzdem nicht die Performance synthetischer Bike-Stoffe.
Fazit: Baumwolle geht auch beim Biken - saugt Schweiß auf und trocknet nicht so schnell, müffelt dafür aber auch nicht gleich und ist günstig.
Kürzlich fuhr ich mal wieder ein klassisches Bike-Jersey – und bereute es. Nicht sofort, aber noch am selben Tag. Klar, so ein Polyester-Material-Mix liegt leicht auf der Haut, kühlt an warmen Tagen und scheint robust. Doch er müffelt so schnell. Heißt: Einmal tragen, ab in die Waschmaschine. Und nach jedem Ride waschen? Find ich doof.
Aber hey, jeder ist da anders. Und jede Nase auch. Meine ist groß und riecht viel – leider auch in der Garderobe in unserem Test-Keller. Dort müffeln die Synthetik-Klamotten der Kollegen vor sich hin wie eine Chemiefabrik nach Feierabend.
Beim Baumwollshirt passiert das nicht so schnell. Beim Merino-Mix-Jersey dauert es gleich mehrere Tage, bis es zu riechen beginnt. Bei reiner Merinowolle sogar Wochen – allerdings ist die mir meist zu warm.
Mein Fazit: Im Sommer fahre ich Baumwoll-Shirts, in allen anderen Jahreszeiten Merino-Jerseys als Baselayer. Meine Nase dankt's mir. Und andere vermutlich auch.
Laurin Lehner, BIKE-Redakteur

Redakteur