Rund 30 Jahre nach seinem ersten Erscheinen feiert der Name Tycoon bei Steppenwolf ein Comeback. Der Hersteller positioniert das neue Modell als dediziertes Gravity-E-MTB – und grenzt es damit klar vom hauseigenen Allrounder Tundra ab. Entgegen dem Tundra bleiben Preise und Ausstattung beim Tycoon im Highend-Bereich
Das Original war in den 1990er-Jahren ein kultiges und etabliertes Fully-Mountainbike - natürlich ohne Motor und mit Alu-Rahmen. Mit dem neuen Tycoon knüpft Steppenwolf zwar symbolisch an dieses Erbe an, verfolgt technisch aber einen ganz anderen Ansatz: vollständige Carbonfertigung, moderner Mittelmotor und eine Geometrie, die auf Stabilität und Kontrolle in steilem, anspruchsvollem Gelände ausgerichtet ist.
Mit 170 mm Federweg an Front und Heck, in Kombination mit überrollstarkem Full-29er-Setup, will es das Bike mit schnellen und harten Abfahrten aufnehmen. Damit erweitert Steppenwolf seine E-MTB-Palette nach oben. Das günstige Steppenwolf Tundra (hier im Test) zeigte sich in unseren Tests eher als betont spaßiges Trail-Bike. Ein potenteres Enduro hat darüber durchaus Platz.
Als Antrieb kommt der Avinox M2S (hier im Test) zum Einsatz, also der stärkste E-MTB-Motor am Markt. Er liefert bis zu 1300 Watt Spitzenleistung und 150 Nm im Boost-Modus. Trotzdem bleibt er kompakt und leicht. Die Energie kommt aus einem fest integrierten 800-Wh-Akku. Steppenwolf setzt dabei auf eine Kombination aus ausreichend Reichweite für mehrere Abfahrten hintereinander und einem Fahrverhalten, das den Charakter eines modernen Gravity-Bikes nicht verwässert.
Erstmals öffentlich gezeigt wurde das neue Tycoon schon auf der Eurobike 2025. In den folgenden zwölf Monaten wurde das Bike kontinuierlich weiterentwickelt, bevor es zur Serienreife gelangte. Sichtbarste Änderungen gegenüber dem Messeprototyp sind ein deutlich verstärkter Steuerrohrbereich sowie eine neu gestaltete Dämpferaufnahme – beides Maßnahmen, die laut Hersteller die Steifigkeit des Rahmens und die Laufruhe bei hohem Tempo verbessern sollen.
Der Tycoon wird in zwei Ausstattungsvarianten angeboten. Das Topmodell Tycoon 11 fährt mit einer FOX-38-Factory-Gabel (Grip X2), einem FOX Float X2 Factory Dämpfer, SRAM X0 Eagle AXS Schaltung, SRAM Maven Ultimate Bremsen sowie Laufrädern von DT Swiss in Carbon. Dafür werden 10 000 Euro fällig. Das Tycoon 10 für 8000 Euro setzt auf eine RockShox ZEB Ultimate vorne, RockShox Vivid Ultimate hinten, SRAM GX Eagle AXS, SRAM Maven Silver und DT-Swiss-Laufräder in Aluminium. Eine wirklich günstige Variante gibt es also vorerst nicht. Dafür kommen beide Modelle voll Enduro-ready,
Beide Versionen sollen ab Anfang 2027 ausschließlich über den autorisierten Fachhandel erhältlich sein.

Editor CvD