Die Sprache der Szene ist präzise, auch wenn sie für Laien oft kryptisch wirkt. „Type shit" heißt: kompromisslos das eigene Ding machen. Kein Schielen nach Trends, keine Optimierung für den Algorithmus. Erik Fedko, 27, aus Dortmund, hat drei Jahre gebraucht, um seinem Filmprojekt gerecht zu werden. Gedreht auf drei Kontinenten – Kanada, Neuseeland, Spanien, Frankreich, Deutschland. Fünf Segmente, 23 Minuten, ein durchgehendes Werk. Seit dem 1. August läuft es kostenlos auf seinem YouTube-Kanal. Keine Paywall. Kein Login. Die Idee gehört der Szene, nicht einer Plattform.
Was „TYPE SHIT" vom üblichen Bike-Content unterscheidet, beginnt bereits bei der Kamera. Analog und digital laufen parallel: 16mm-Film trifft auf moderne Kameraarbeit – das Korn und die Wärme von echtem Film neben der Schärfe digitaler Technik. Eine bewusste Entscheidung von Erik, kein Zufall. Verantwortlich dafür: das Kleinmond Studio, das Fedkos Leidenschaft fürs Filmen eine visuelle Sprache gab. Der Fokus liegt nicht auf der größten Line oder dem höchsten Trick, sondern auf dem, wie ein Spot gelesen und gefahren wird – und wie das eingefangen ist. Inklusive World-First-Tricks, die dabei fast zur Nebensache werden.
Gast-Rider im Film ist unter anderem Tomas Lemoine – Slopestyle-Vorreiter, Punk, Freak, Red-Bull-Rampage-Contender – ein ganzes Segment lang. Eines der fünf Segmente erscheint zusätzlich separat auf Red Bull Bike: Für diesen Auftritt ließ Red Bull im Greenhill Bikepark eigens eine der größten internationalen Slopestyle-Lines bauen – konzipiert von Sam „Hodgy" Hodgson und Oscar Powell, über einen Monat Bauzeit. Das Resultat erreicht auf Red Bulls Kanal ein Millionenpublikum. Der Rest des Films bleibt auf Fedkos eigenem Kanal. Reichweite und Unabhängigkeit, ohne das eine gegen das andere zu tauschen.
Zeitgleich mit dem Film erschien die „TYPE SHIT"-Kollektion von Fedkos Brand TYPE – 16 neue Teile, von Heavyweight-Denim über Hoodies bis zu den Hosen und Shorts, für die TYPE bekannt ist. Viele der Stücke wurden bereits im Film getragen – nicht für Lookbook-Fotos, sondern beim Fahren, unter echten Bedingungen. Was das übersteht, ist ab sofort erhältlich. Fair produziert in Europa, unter anderem in Portugal. Limitiert auf 150 Stück pro Teil. Was als Rider-Merch begann, soll eine ernstzunehmende Lifestyle-Marke werden – mit dem Anspruch an Material, Schnitt und Herkunft, den man von guter Streetwear erwartet, auch jenseits des Sports.
Vor dem großen Release lief der Film einmal vor 300 Menschen in Innsbruck. Das Feedback: überwältigend. Wer glaubt, longform Content sei in einer Welt aus 90-Sekunden-Clips nicht mehr vermittelbar, hat schlicht nicht genug auf Fedkos Karriere geachtet. 2025 wurde er Dritter beim Red Bull Joyride in Whistler – sein erster Top-3-Platz seit 2022.
Drei Jahre Schweigen. Dann das.

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