Fussball & BikenDie Bike-Branche entdeckt den Fußball - oder andersherum?

Laurin Lehner

 · 01.07.2026

Fussball & Biken: Die Bike-Branche entdeckt den Fußball - oder andersherum?Photo: Canyon
National-Torhüter Manuel Neuer im Canyon-Store in München.

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Die Fahrradindustrie war lange unter sich: Radsport-Events sponsern, Profiteams ausstatten, fertig. Doch seit einigen Jahren entdecken immer mehr Bike-Marken eine ganz andere Bühne – den Fußball.

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Specialized bei RB Leipzig, Rose und Jobrad beim SC Freiburg oder bereits 2019 Haibike beim VFL Wolfsburg. Was haben Bikes mit dem runden Leder zu tun? Eine ganze Menge, zumindest aus Marketing-Sicht.

Reichweite schlägt Zielgruppe

Der Grund ist simpel: Reichweite. Kein Sport in Deutschland erreicht so viele Menschen wie Fußball. Die Bundesliga lockt jedes Wochenende Millionen vor die Bildschirme, die Stadien sind voll, die Berichterstattung flächendeckend. Radsport? Selbst die Tour de France erreicht nur einen Bruchteil davon – und das auch nur drei Wochen im Jahr.

Specialized macht's vor: RB Leipzig als Bühne

Specialized gehört zu den Vorreitern. Die US-Marke stattet RB Leipzig seit Jahren mit Trainingsrädern aus. Die Profis nutzen die Bikes für Regeneration, Ausdauertraining, Teambuilding. Klingt nach Nische? Ist es auch – aber die Sichtbarkeit ist enorm. Social-Media-Posts der Spieler auf Specialized-Bikes erreichen hunderttausende Follower. Die Marke profitiert von der Strahlkraft der Stars.

Und es geht weiter: Specialized organisiert Events mit den Profis, Fanradtouren, Kooperationen mit dem Verein. Die Botschaft: Wer fit sein will wie ein Bundesliga-Profi, schwingt sich aufs Rad. Geschicktes Marketing, das funktioniert.

​FC Bayern Profis fahren Scott Bikes

Der Fahrradhersteller Scott stattet die Fußballspieler des FC Bayern München bereits seit vielen Jahren aus. Inzwischen ist das Unternehmen auch bei deren Heimspielen und darüber hinaus sichtbar präsent.

Rose und Jobrad in Freiburg

Auch der SC Freiburg hat gleich zwei Fahrrad-Partner an Bord: Rose und Jobrad. Rose liefert die Bikes, Jobrad bringt das Leasing-Modell mit. Freiburg passt perfekt: Die Stadt gilt als Fahrrad-Hochburg, Nachhaltigkeit wird großgeschrieben, der Verein steht für bodenständige Werte. Eine Traumkombination für beide Marken.

JobRad stieg im Sommer 2022 beim SC Freiburg als neuer Exklusiv- und Mobilitätspartner ein und baute sein Engagement bereits nach nur einer Saison deutlich aus. Seit dem Start der Spielzeit 2023/24 ist das Freiburger Unternehmen Haupt- und Trikotsponsor des Sport-Club. Zur Saison 2026/27 wechselt JobRad in eine neue Rolle und unterstützt den Sport-Club ab 1. Juli als Premiumpartner.

SC-Vorstand Oliver Leki sagt auf der SCF-Website: „...mit seiner nachhaltigen Ausrichtung, seinem Wertegerüst und als in Freiburg verwurzeltes Unternehmen hat JobRad von Beginn an sehr gut zum Sport-Club gepasst und unsere Partnerschaft mit frischen Ideen und kreativen Ansätzen immer wieder aufgewertet. Wir freuen uns, dass wir JobRad dabei unterstützen konnten, ihre Sichtbarkeit und Markenbekanntheit weiter auszubauen.“

Warum erst seit einigen Jahren

Das Timing ist kein Zufall. Während und nach der Corona-Pandemie boomt die Fahrradbranche - Geld war also da, den Schritt in den Mainstream zu wagen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für nachhaltige Mobilität – und Fußballvereine wollen grüner werden. Win-Win.

Hinzu kommt: Fußballer sind längst nicht mehr nur auf dem Platz gefragt. Ihre Reichweite in sozialen Medien ist enorm. Ein Post von Joshua Kimmich auf dem Bike? Gold wert für jede Marke.

Fazit: Fußball als Sprungbrett

Die Fahrradindustrie hat den Fußball als Bühne für sich entdeckt – und das wird so schnell nicht aufhören. Die Reichweite ist zu verlockend, die Synergien zu groß. Ob als Sponsor, Material-Lieferant oder Leasing-Partner: Bike-Marken wollen raus aus der Nische, rein in die Masse.

Ob das am Ende mehr Menschen aufs Rad bringt oder nur schicke Marketing-Kampagnen produziert? Die nächsten Jahre werden es zeigen. Bis dahin gilt: Wenn der nächste Bundesliga-Star auf Instagram ein Gravel-Bike präsentiert, steckt vermutlich eine Bike-Marke dahinter, die genau weiß, was sie tut.

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Born in South Baden, Laurin Lehner is, by his own admission, a lousy racer. Maybe that's why he is fascinated by creative, playful biking. What counts for him is not how fast you get from A to B, but what happens in between. Lehner writes reports, interviews scene celebrities and tests products and bikes - preferably those with a lot of suspension travel.

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