Abgebrochenes Tubeless-VentilWenn der Reifen platt ist, aber kein Loch zu finden ist

Sandra Schuberth

 · 08.07.2026

Ein Stock kam in die Speichen und hat das Tubeless-Ventil abgebrochen. Es hat etwas gedauert, bis der Defekt gefunden war. Erst wurde der Reifen nach austretender Dichtmilch untersucht.
Photo: Sandra Schuberth
Einen platten Reifen kennt jeder – meistens steckt ein Loch im Mantel dahinter. Manchmal ist aber nicht der Reifen schuld, sondern die Hardware: Ein abgebrochenes Tubeless-Ventil kann die Tour genauso schnell beenden.

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Zweimal in einem Jahr derselbe Defekt, bei dem lange niemand ein Muster erkannt hätte: das Tubeless-Ventil bricht – nicht der Reifen, nicht die Felge. Ein Defekt, der selten im Fokus steht, aber offenbar häufiger vorkommt, als man denkt.

Ich fahre seit Jahren Rad, dass ein Tubeless-Ventil abbricht, ist mir in den vergangenen 10 Jahren nicht einmal zu Ohren gekommen. In diesem Jahr hab ich den Defekt schon zweimal gesehen. - Sandra Schuberth, BIKE-Redakteurin

Wo ist das Loch?

Es war während einer Gravel-Ausfahrt im März, als eine Gruppe tollkühner Gravelbiker der Dunkelheit trotzte und sich für eine Feierabendrunde traf. Auf einem Abschnitt lagen jede Menge Stöcke auf dem Weg. Ein Krachen, dicht gefolgt von einem ptssschhh und einem “Stooopp, Platten!”. Dann ging die Suche nach dem Defekt im Reifen los. Es hat etwas gedauert, bis wir das verbogene und fast vollständig abgerissene Tubeless-Ventil gesehen haben. Ein Stock war in die Speichen gekommen und hatte das Ventil beschädigt. Es brach direkt unterhalb der Rändelmutter, genau an der Stelle, wo das Ventil aus der Felge austritt.

Der zweite Fall ereignete sich Anfang Juli, ebenfalls bei einer Gruppenausfahrt. Wieder ein Platten, wieder die Suche nach dem Defekt, wieder nichts am Reifen zu sehen. Irgendwo müsste ja Dichtmilch austreten, schließlich wurde gerade erst frisch nachgefüllt. Beim Rundumblick war eines jedoch merkwürdig. Das Ventil fehlte. Vermutlich war auch hier ein Stock im Spiel. Dieses Mal war das Ventil komplett abgerissen, auch wenn danach gesucht wurde, blieb es verschwunden.

Beide Ventile waren übrigens von verschiedenen Herstellern.

So repariert man den Defekt

In beiden Fällen führte nur ein Weg zurück aufs Rad:

  1. Eine Seite des Reifens von der Felge lösen
  2. Mit einem Lappen die Tubeless-Milch auswischen
  3. Schlauch einlegen
  4. Reifen wieder auf die Felge, aufpumpen, weiterfahren

Ab jetzt Ersatzventil ins Reparaturset?

In beiden Fällen befand sich kein Ersatz-Ventil im Reparaturset. Nachdem dieser Defekt innerhalb von vier Monaten gleich zwei Mal aufgetreten ist, wäre es naheliegend, das Reparaturset um ein Ersatz-Tubeless-Ventil zu erweitern. Aber dann bleibt die Frage: ploppt der Reifen mit der Minipumpe oder der elektronischen Luftpumpe wieder in die richtige Position in der Felge? Wenn nicht, muss wieder der Notfallschlauch herhalten. Für Alltagsrunden werde ich weiter auf den Notfallschlauch setzen, bei Reisen denke ich nochmal über das Ventil nach. Denn wenn ich länger unterwegs bin, ist mir schlauchlos am liebsten. Bei Reisen würde ich es auf den Mehraufwand ankommen lassen - und darauf, dass es nicht klappt.

Für den Tausch muss der Reifen dafür nicht komplett von der Felge – eine Seite reicht aus. Danach muss der Rest des defekten Ventils raus und das neue Ventil rein. Um den Luftstrom von der Luftpumpe in den Reifen zu erhöhen, ist empfehlenswert, den Ventilkern rauszuschrauben, sofern es sich nicht um ein Ventil mit erhöhtem Durchfluss handelt. Dann wird gepumpt bis der Reifen korrekt in Position sitzt. Ist der Ventilkern raus, strömt beim Abmachen der Pumpe auch die Luft wieder raus, der Reifen sollte aber in seiner Position bleiben. Jetzt kann der Ventilkern wieder rein und am Ende wird nochmal aufgepumpt bis zum gewünschten Druck.

Wart ihr auch schon betroffen?

War das reines Pech in zwei Einzelfällen, oder kommt der Defekt häufiger vor, als man denkt? Schreibt gerne in die Kommentare, wenn ihr ähnliche Fälle kennt oder selbst schon betroffen wart.

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Sandra Schuberth, sometimes an after-work ride, sometimes a training ride, sometimes an unsupported bikepacking challenge. The main thing is her and her gravel bike - away from the traffic. Seven Serpents, Badlands or Bright Midnight: she has finished challenging bikepacking races. Gravel and bikepacking are her favourite subjects, and her demands on equipment are high. What she rides, uses and recommends has to stand the test of time: not in marketing, but in real life.

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