Jan Timmermann
· 01.07.2026
Mit dem SandStone SL32 bringt 9th Wave den nach eigenen Angaben ersten aerodynamisch ausgelegten Carbon-Laufradsatz für Gravelbikes im neuen 32-Zoll-Format auf den Markt. Während immer mehr Hersteller auf den größeren Laufraddurchmesser setzen, fehlten bislang passende High-Performance-Laufräder. Das soll sich nun ändern.
Dass 32 Zoll im Radsport längst mehr als eine Zukunftsvision sind, zeigen die Entwicklungen der vergangenen Monate. Thömus fuhr bereits mit einem 32-Zoll-Mountainbike aufs Weltcup-Podium in Lenzerheide, Stoll arbeitet an Serienmodellen und Canyon präsentierte auf der Eurobike eine 32-Zoll-Version des Lux Era. Auch Scott testete entsprechende Gravel-Prototypen beim Unbound Gravel, während Chiru mit dem Veldt bereits ein serienreifes Gravelbike für das neue Format anbietet. Das neue Format basiert auf einem ISO-Felgendurchmesser von 686 Millimetern statt der bekannten 622 Millimeter von 700C-Laufrädern. Mit einem 50 Millimeter breiten Gravelreifen wächst der Gesamtdurchmesser auf rund 776 Millimeter – etwa 64 Millimeter mehr als bei einem vergleichbaren 700C-Laufrad.
Der größere Durchmesser soll Hindernisse wie Steine, Wurzeln oder Spurrillen flacher anfahren, wodurch das Rad leichter über Unebenheiten rollt und Geschwindigkeit besser konserviert. Genau diese Vorteile haben bereits im Mountainbike-Bereich für zunehmendes Interesse an 32 Zoll gesorgt. Im Gravel-Einsatz, wo lange Passagen auf wechselndem Untergrund mit hohem Tempo gefahren werden, könnte das Konzept sogar noch besser funktionieren. Mit dem SandStone SL32 und der limitierten SandStone SL32 LTD liefert 9th Wave nun die passenden Laufräder für diese neue Generation von Gravelbikes.
Während bisherige 32-Zoll-Projekte vor allem auf Volumen und Reifenfreiheit ausgelegt waren, verfolgt 9th Wave einen anderen Ansatz. Die Carbonfelge besitzt ein 52 Millimeter tiefes Aero-Profil und eine Innenweite von 37 Millimetern. Damit richtet sich der Laufradsatz an Fahrer, die Reifen ab mindestens 50 Millimetern Breite einsetzen. Die große Innenweite soll die Reifenflanken bei niedrigen Luftdrücken besser abstützen und so Kurvenstabilität sowie Grip auf losem Untergrund verbessern. Gleichzeitig verspricht die hohe Felge aerodynamische Vorteile auf schnellen Schotterstraßen oder langen Abfahrten.
Ein häufiger Kritikpunkt großer Laufräder ist die geringere Seitensteifigkeit aufgrund längerer Speichen. Laut 9th Wave begegnet der Hersteller diesem Problem mit mehreren Maßnahmen. Die 52 Millimeter hohe Felge reduziert die effektive Speichenlänge, zusätzlich kommen vorne und hinten jeweils 28 Speichen zum Einsatz. Verbaut werden ausschließlich Boost-Naben (15 x 110 mm vorne, 12 x 148 mm hinten), deren größere Flanschabstände den Speichenwinkel verbessern. Hinzu kommt das bereits seit 2014 eingesetzte asymmetrische ART-Felgendesign von 9th Wave, das die Speichenspannung zwischen Antriebs- und Nichtantriebsseite ausgleichen soll.
Der SandStone SL32 setzt auf DT Swiss 240 EXP Boost-Naben und bringt laut 9th Wave 1.579 Gramm auf die Waage. Der Preis startet bei 1.999 Euro. Noch exklusiver fällt der SandStone SL32 LTD aus. Hier kommen DT Swiss 180 Boost-Naben mit Keramiklagern sowie silberne Alpina Aero-Speichen zum Einsatz. Das Gewicht sinkt dadurch auf 1.503 Gramm, der Preis liegt bei 2.299 Euro. Die LTD-Version erscheint als einmalige limitierte Serie und soll nach Ausverkauf in dieser Ausstattung nicht erneut aufgelegt werden.
Beide Laufradsätze können ab sofort vorbestellt werden. Die Auslieferung soll im September 2026 beginnen. Felgenband und Tubeless-Ventile gehören zum Lieferumfang. Wer seine Laufräder innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt registriert, erhält eine lebenslange Garantie auf die Carbonfelgen. Darüber hinaus bietet 9th Wave ein Crash-Replacement-Programm an, bei dem beschädigte registrierte Laufräder zum halben Listenpreis ersetzt werden.
Aerodynamische Gravelbikes mit großen Laufrädern machen aus physikalischen Gesichtspunkten absolut Sinn. Durch eine hohe Felge und die Einführung des Boost-Standards umgeht der 9th Wave Sandstone SL32 Steifigkeits-Probleme gekonnt. Da die Vorteile nur an leichten Bikes glänzen können, bleibt der 32-Zoll Trend am Gravelbike vorerst dem High-End-Segment vorbehalten. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Wie seht ihr das: Seid ihr schon bereit, auf ein 32-Zoll-Gravelbike umzusteigen? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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