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Mit der neuesten Generation des Diverge 4 Comp Carbon kämpft Specialized im harten Mittelpreissegment um die Gunst der Gravel-Klientel. Das vielseitige Carbonbike setzt dank hydraulischem Dämpfungssystem und cleverem Rahmendesign Maßstäbe.
Das Specialized Diverge 4 Comp Carbon überzeugt als extrem vielseitiges Allroad- und Expeditionsbike. Klar, die Ausstattung ist gemessen am Preis eher bodenständig. Doch dank innovativer Frontfederung, großzügiger Reifenfreiheit und hervorragender Geometrie glänzt das Specialized auf jedem Terrain.
Die US-Kultmarke Specialized strukturiert ihr Gravel-Sortiment sehr präzise nach dem primären Einsatzzweck und der Bauart: Wer ein kompromissloses, federleichtes Rad für Gravel-Rennen sucht, greift zum puristischen Crux. Das Diverge hingegen ist die Allzweckwaffe für Abenteuer, Langstrecken und technisches Terrain. Die angehängte Ziffer „4“ steht für die vierte Generation dieser Modellreihe.
Innerhalb dieser neuen Generation definierten die Zusatzbezeichnungen Sport, Comp, Expert oder Pro das jeweilige Preissegment und das Ausstattungsniveau. Das Diverge 4 Comp Carbon nimmt dabei die Rolle des strategisch wichtigen, mittelpreisigen Carbon-Modells ein. Es richtet sich an ambitionierte Fahrer, die von den fortschrittlichen Rahmentechnologien und der elektronischen Schaltung profitieren möchten, ohne die astronomischen Summen der Top-Modelle ausgeben zu müssen.
Das Diverge 4 Comp Carbon basiert auf einem leichten, steifen Rahmen aus FACT 9r Carbon. Ein echtes Highlight ist das vollständig überarbeitete Cockpit: Das integrierte Future Shock 3.2-System bietet 20 mm hydraulisch gedämpften Federweg direkt unter dem Vorbau, das Vibrationen und leichte Erschütterungen filtert. Ein weiteres praktisches Feature ist das im Unterrohr integrierte SWAT 4.0-Staufach, das im Vergleich zum Vorgänger nochmals vergrößert wurde und Platz für Schläuche, Werkzeug oder Windjacken bietet.
Wer sich für ein Specialized entscheidet, kauft bei dieser geschichtsträchtigen Traditionsmarke jedoch immer auch ein Stück weit den Namen und das Entwicklungs-Know-how mit. Betrachtet man das Preis-Leistungs-Verhältnis rein datenbasiert, kann das Diverge 4 Comp nicht mit günstigeren Marken wie Cube oder den bekannten Direktversendern Canyon und Rose konkurrieren. Im Preissegment um 4.500 Euro bekommt man bei den Versendern oft schon messerscharfe High-Profile-Carbon-Laufräder sowie elektronische Schaltgruppen der oberen Leistungsklasse (wie SRAM Force AXS oder Shimano GRX Di2). Specialized setzt beim Comp-Modell stattdessen auf solide, aber schwerere DT Swiss Aluminium-Laufräder und eine robustere SRAM Apex eTap AXS Elektronik-Gruppe.
Die vierte Generation des Diverge hebt sich durch eine progressive Geometrie deutlich von klassischen, Race-orientierten Gravelbikes ab. Ein flacherer Lenkwinkel sorgt für spürbar mehr Trail-Stabilität. Der verlängerte Reach erlaubt es in Kombination mit einem kürzeren Vorbau, den Schwerpunkt im Gelände optimal zu zentrieren, wodurch das Rad auch in steilen Abfahrten Sicherheit vermittelt. Gleichzeitig sorgt das tiefe Tretlager (85 mm BB-Drop) dafür, dass man gefühlt „im“ statt auf dem Bike sitzt.
| Größe | 49 (XS) | 52 (S) | 54 (M) | 56 (L) | 58 (XL) | 61 (XXL) |
| Stack | 563 mm | 578 mm | 592 mm | 610 mm | 634 mm | 659 mm |
| Reach | 365 mm | 374 mm | 387 mm | 400 mm | 412 mm | 425 mm |
| Lenkwinkel | 70,5° | 70,5° | 71,0° | 71,0° | 71,0° | 71,0Eff° |
| Oberrohr-länge | 521 mm | 537 mm | 556 mm | 575 mm | 593 mm | 613 mm |
| Kettenstre-ben | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm |
| Sitzrohr-länge | 400 mm | 430 mm | 470 mm | 500 mm | 530 mm | 560 mm |
| Tretlager-Absenkung | 85 mm | 85 mm | 85 mm | 85 mm | 85 mm | 85 mm |
| Radstand | 1019 mm | 1031 mm | 1041 mm | 1060 mm | 1081 mm | 1102 mm |
| Überstands-höhe | 700 mm | 725 mm | 754 mm | 779 mm | 805 mm | 832 mm |
| Steuerrohr-länge | 90 mm | 104 mm | 116 mm | 135 mm | 161 mm | 187 mm |
Bei knappen Budget wirft man unweigerlich einen Blick auf das Einstiegs-Carbonmodell Diverge 4 Sport. Doch der Preisvorteil von 1.000 Euro fordert deutliche Zugeständnisse: Während das Comp mit der kabellosen, robusten SRAM Apex/S1000 AXS-Schaltung punktet, kommt beim Sport-Modell eine rein mechanische Shimano GRX600-Gruppe zum Einsatz. Ein weiterer entscheidender Unterschied liegt in der Dämpfung: Das Comp nutzt das hydraulisch gedämpfte und feiner einstellbare Future Shock 3.2-System, während das Sport-Modell mit dem einfacheren Future Shock 3.1 auskommen muss, das weniger Einstellungsoptionen bietet. In Sachen Gewicht unterscheiden sich die beiden Modelle nur marginal.
Dank progressiver Geometrie mit langem Reach und flachem Lenkwinkel liegt das Comp sicher auf losem Schotter. Das Future Shock 3.2-System an der Front eliminiert das ermüdende Dauervibrieren von Schotterpisten spürbar und schont damit Handgelenke und Nacken. Zusammen mit dem kontrollierten Flex der hochwertigen Roval Terra Carbon-Sattelstütze entsteht ein harmonisches, komfortables Fahrgefühl. Die Sram Eagle AXS hilft mit riesiger Bandbreite dank 10–52er Kassette auch steilste Anstiege hoch. Hat man das Diverge 4 Comp in der Ebene erst einmal auf Reisegeschwindigkeit gebracht, spürt man auch die etwas schwereren Alu-Laufräder im Vergleich zu deutlich leichteren Bikes nicht mehr: Wie ein Highspeed-Zug gleitet das Diverge dann unerschütterlich über Asphalt und feinen Schotter und lädt zu stundenlangen Entdeckungsreisen ein.

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