Jan Timmermann
· 06.05.2026
In this article, we use so-called affiliate links. With every purchase through these links, we receive a commission from the merchant. All relevant referral links are marked with . Learn more.
Pumptrack-Fahren ist eine Riesen-Gaudi. Wer einmal Blut geleckt und das Flow-Gefühl erlebt hat, will diese Art Bike-Spielplatz vermutlich immer wieder besuchen. Zum Glück gibt es inzwischen jede Menge Pumptrack-Anlagen überall in Deutschland und der nächste ist meist gar nicht weit entfernt. Kinder lieben die Kombination aus Rollen und Pumpen sowieso, doch auch Erwachsene sollten dem Funsport eine Chance geben und eine Runde drehen. Prinzipiell geht das mit jedem fahrbaren Untersatz und jeder Klasse Bike. Das Maximum an Spaßfaktor und dauerhafter Haltbarkeit holen aber nur Dirtbikes heraus. In den letzten Monaten zeigten sowohl Canyon als auch Merida und Propain eine Neuauflage ihrer Dirtbike-Palette. Grund genug für uns den drei Pumptrack-Spezialisten in Labor und Praxis auf den Zahn zu fühlen.
Auf den ersten Blick fallen kaum Unterschiede zwischen den Dirtbikes von Canyon, Merida und Rose auf. Ganz artgerecht bieten alle drei 100 Millimeter Federweg, 26 Zoll kleine Laufräder und einen Singlespeed-Antrieb. Alle Kandidaten sind in zwei verschiedenen Rahmengrößen zu haben, um das Bike an die eigene Körpergröße und die gewünschten Fahreigenschaften anzupassen. Während sich die kleineren Größen für agile Tricksereien anbieten, entschieden wir uns für den Einsatz im Pumptrack für die jeweils größere Größe. Auch auf den zweiten Blick bleiben die Dirtbikes erstaunlich homogen. 200 Gramm Unterschied im Gewicht sind kaum zu spüren. Auch bei der Laufradbeschleunigung konnten wir im BIKE-Testlabor nur feine Unterschiede bestimmen. Canyon und Merida rollen mit derselben Laufrad-Reifenkombination in den Test. Nur die Räder des Rose beschleunigen aufgrund des gröberen Vorderreifens etwas träger.
Bei der Geometrie sind die Abweichungen zwischen den Dirtbikes klein aber fein. Das Rose kombiniert den flachsten Lenkwinkel mit dem kürzesten Rahmen und erreicht so Laufruhe und Wendigkeit gleichermaßen. Nochmals agiler zeigt sich das Canyon. Mit dem kürzesten Radstand braucht es bei hohen Pumptrack-Geschwindigkeiten eine sichere Hand am Lenker, beherrscht aber auch enge Lines mit Bravour. Bei Merida setzt man auf einen etwas längeren Hauptrahmen, was den Fahrer sehr gut ins System integriert, sich für Mountainbiker vertraut anfühlt und ein hervorragendes Handling in vielen Situationen schafft.
Wir testeten bewusst die teuersten Modelle im Lineup der Hersteller. Hier hat das Merida Dirt aufgrund der Fachhandels-Anbindung einen 500 Euro schweren Preisnachteil gegenüber den Direktversendern. Denselben Rahmen gäbe es mit einer Spar-Ausstattung auch beim nur halb so teuren Dirt 500. Canyon lässt hier nichts anbrennen, beruft sich auf seine Stärken und stellt ein absolut überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis auf die Reifen. Auch das Rose konnte uns im Pumptrack und bei Tricks überzeugen. Leider schwimmen in der Bruce-Suppe zwei kleine Haare, sodass Rose nicht an die Testsieger-Vorschusslorbeeren des Vorgängermodells anknüpfen kann. Die Ausstattung bleibt knapp hinter der Konkurrenz zurück und das Singlespeed-Setup unseres Testbikes machte Mucken.
In dieser Preiskategorie machen Pumptrack-Piloten mit keinem unserer Testbikes einen Fehler. Das beste Verhältnis aus Ausstattung, Fahreigenschaften und Kosten gibt’s bei Canyon. Daran muss sich auch Vorjahressieger Rose messen. Der Titelverteidiger stellt ein solides Dirtbike-Konzept, der Direktvergleich deckt aber kleine Schwachpunkte auf. Das insgesamt überzeugendste Pumptrack-Bike kommt von Merida. Dessen hoher Aufpreis ist dennoch nur schwer zu rechtfertigen. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Editor