Cape Epic - Südafrika Cape Epic - Südafrika

Top 15: Extreme Mountainbike-Rennen

Die 15 härtesten Mountainbike-Rennen der Welt

Theresa Stanglmair am 02.10.2015

Hunderte Kilometer, tausende Höhenmeter, klirrende Kälte und sengende Hitze. Mountainbike-Rennen unter zermürbenden Bedingungen sind sogar für Profis extrem. Die 15 härtesten MTB-Prüfungen der Welt.

Sie führen kilometerlang durch die Wüste, quer über tausende Meter hohe Berge, durch den Dschungel, über Schnee und Strände direkt am Meer: Die härtesten Mountainbike-Rennen der Welt. Die Bedingungen können auf allen Kontinenten extrem hart sein, da stoßen sogar die besten Bike-Profis an ihre äußersten Grenzen. Sie werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, denn wir stellen Ihnen die 15 extremsten Etappenrennen und Mountainbike-Marathons auf dem gesamten Erdball vor.

Die 15 härtesten Mountainbike-Rennen der Welt:

- Tour d‘Afrique – Afrika
- 1000 Miles durch CZ – Tschechien/ Slowakei
- Yak Attack – Himalaya
- Desert Dash – Namibia
- Tour Divide – Rocky Mountains
- Mongolia Bike Challenge – Mongolei
- Salzkammergut Trophy – Österreich
- Titan Desert – Marokko
- The Munga – Südafrika
- BIKE Transalp – Alpen
- Cape Epic – Südafrika
- Brasil Ride – Brasilien
- La Ruta – Costa Rica
- Grand Raid "Cristalp" – Schweiz
- Cape Pioneer – Südafrika

Tour d‘Afrique – Afrika

Einmal quer durch Afrika – von Nord nach Süd und das in vier Monaten. Die Tour d’Afrique macht’s möglich. Und zwar mit dem Bike. Das Rennen findet jedes Jahr von Januar bis Mai statt und läuft ähnlich wie ein Etappenrennen – nur viel länger: 12.000 Kilometer, 90 Etappen und 28 Tage Pause. Start ist in Ägypten am Fuß der Pyramiden – unter den wachsamen Augen der Sphinx. Das Ziel liegt in Südafrika. Am Nil entlang, vorbei an antiken Tempeln, durch die sudanesische Wüste, auf und ab in der biblischen Landschaft der äthiopischen Berge und sogar vorbei am Kilimanjaro und den Victoria-Wasserfällen. In vier Monaten haben die Teilnehmer genug Zeit, um unvergessliche Momente zu erleben.

Tour d' Afrique

Bei der Tour d'Afrique durchquert man in vier Monaten Afrika – von Kairo nach Kapstadt.

Was kann passieren? Der Chef gibt einem erst gar nicht vier Monate Urlaub für das Rennen.
Das Besondere daran: Insgesamt durchqueren die Mountainbiker ganz Afrika und zehn verschiedene Länder, Kulturen und Landschaften.
Was kostet’s mich? Flug: München - Kairo: ca. 300 Euro + Flug: Kapstadt - München: ca. 300 + Startgebühr: ca. 14250 Euro = 14850 Euro

1000 Meilen durch CZ – Tschechien/ Slowakei

1000 Meilen quer durch die ehemalige Tschechoslowakei, ob mit Mountainbike, Roller oder als Jogger – ganz egal. Jeder darf mit, Hauptsache er bewegt sich mit Hilfe seiner eigenen Kraft fort. Für die, die sich nicht ganz an die umgerechnet 1600 Kilometer rantrauen, gibt’s eine kürzere Version mit nur 500 Meilen. Das Rennen startete zum ersten Mal im Jahr 2011 mit nur 89 Teilnehmern aus drei verschiedenen Ländern. 2016 – voraussichtlich im Juli – geht’s also in die sechste Runde. Auf die Starter wartet ein großes Abenteuer, denn es sind nur Start, Ziel und die Route vorgegeben. Wann, wo und ob die Teilnehmer schlafen, bleibt ihnen selbst überlassen. Bei dem Rennen geht’s also nicht nur darum, als erster die Ziellinie zu überqueren. Es geht auch um die persönlichen Ziele der Starter: um Selbstüberwindung, (Selbst)Erkenntnis und Selbstvertrauen. Hauptmotor der Starter ist die hohe Dosis an Abenteuer, die während der 1000 Meilen quer durch das Hinterland Tschechiens und der Slowakei auf sie wartet.

1000 Miles Adventure

1000 Meilen durch Tschechien - das sind umgerechnet 1600 Kilometer nonstop.

Was kann passieren? Man wird von einem Gleitschirmflieger überholt – die dürfen nämlich auch am Rennen teilnehmen.
Das Besondere daran: Schlafen und essen, wann man will oder muss – die Teilnehmer können sich das selbst einteilen. Schlafen unter den Sternen gehört also auch dazu.
Was kostet’s mich? Hin- und Rückflug: München – Prag: ca. 160 Euro + Startgebühr 270 Euro = 430 Euro

Yak Attack – Himalaya

8 Tage lang sengende Hitze, Staub, Steilanstiege, eisige Kälte, kilometerlange Tragepassagen und null Komfort: Das Yak Attack im Himalaya ist das höchst gelegene Mountainbike-Rennen der Welt. Und definitiv auch eines der extremsten. 400 harte Kilometer und ein mehrtägiger Anstieg bis auf knapp 5500 Meter Höhe müssen die Teilnehmer überstehen. Los geht’s in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Durch subtropische Berglandschaften in extremer Hitze führt der Kurs dann zum Annapurna-Massiv, dem zehnthöchsten Bergmassiv der Welt. Über mehrere Tage müssen die Teilnehmer den Thorong La-Pass befahren. Das bedeutet: steile, verblockte Tragepassagen, Kälte, Schnee und unglaublich dünne Luft. Noch nie hat ein Ausländer dieses Rennen gewonnen, weil die Bedingungen in dieser Höhe einfach zu hart sind. Wer da mitfährt, stößt an seine Grenzen – Kopfschmerzen, Durchfall und kaputte Sehnen sind da noch die harmloseren Beschwerden.

Yak Attack - Himalaya

Beim Yak Attack im Himalaya gehören kilometerlange Tragepassagen durch den Schnee dazu.

Was kann passieren? Auf 5500 Metern Höhe enthält die Luft nicht mal halb so viel Sauerstoff wie auf Meereshöhe, zudem ist es eisig kalt und das Wasser in der Trinkblase gefriert.
Das Besondere daran: Die Temperaturen während des 8-tägigen Rennens schwanken zwischen -20 und +30 Grad.
Was kostet’s mich? Hin- und Rückflug: München - Kathmandu: ca. 700 Euro + Startgebühr für Ausländer: 3360 Euro (es werden wegen der schwierigen Logistik nur 40 Startplätze vergeben) = 4060 Euro

Desert Dash – Namibia

Nur 24 Stunden Zeit haben die Starter des Desert Dash in Namibia. Mitte Dezember geht’s wieder los – schon zum zwölften Mal: 369 Kilometer von der namibischen Hauptstadt Windhoek Richtung Westen bis zur Atlantikküste nach Swakopmund. Die Wüste Namibias ist rund 80 Millionen Jahre alt und somit die älteste Wüste der Welt. Während des Marathons geht’s einmal quer durch dieses "Nichts" – und das bei zermürbenden Temperaturen und extremer Trockenheit. Ein Ritt über staubige und steinige Pisten. Die Entschädigung: Der Extrem-Mountainbike-Marathon gibt den Startern die Möglichkeit, eine unglaubliche Landschaft und außergewöhnliche, wilde Tiere beobachten zu können. 

Desert Dash

In 24 Stunden durch die älteste Wüste der Welt beim Desert Dash in Namibia.

Was kann passieren? Halb erfrieren bei der nächtlichen, klirrenden Kälte inmitten der namibischen Wüste.
Das Besondere daran: Außer den üblichen Energieriegeln und Iso-Getränken werden auch Gummibärchen, Kudu-Fleisch, gekochte Kartoffeln und – bei 40 Grad Außentemperatur – gegrillte Hühnchen-Beine serviert.
Was kostet’s mich? Hin- und Rückflug: München - Windhoek ca. 850 Euro + Startgebühr noch unbekannt

Tour Divide – Rocky Mountains

Eins der härtesten aller Mountainbike-Rennen ist das Self Support- und Nonstop-Rennen "Tour Divide". 4418 Kilometer und insgesamt 61.000 Höhenmeter geht’s dabei vom kanadischen Banff nach Antelope Wells an der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Der höchste Punkt des Rennens liegt auf 3630 Metern Höhe. Die Tour Divide dauert mehr als zwei Wochen, der schnellste Fahrer schaffte die Strecke dieses Jahr in knapp 15 Tagen. Die Route führt durch die kanadische Wildnis, durch Flüsse und über extreme Steilhänge. Trage- bzw. Schiebepassagen durch Tiefschnee sind nicht ausgeschlossen. Bärenspray sollte man außerdem unbedingt dabei haben. Der Großteil der Strecken sind Dirtroads – nur ein kleiner Anteil führt über Teer oder Singletrails. Self Support bedeutet ein etwa 19 Kilo schweres Bike. Denn: Die komplette Ausrüstung von Kleidung über Ersatzteile und Werkzeug bis hin zum Schlafsack muss alles auf dem Rad mitgeführt werden. Neben einem spektakulären Abenteuer ist die Tour Divide vor allem ein Ausdauertest, ein Test der Eigenständigkeit und der psychischen Belastbarkeit.

Tour Divide - Rocky Mountains

Unzählige der insgesamt 61000 Höhenmeter müssen bei der Tour Divide geschoben oder getragen werden. 

Was kann passieren? Ein falscher Schritt an schneebedeckten Steilhängen und man rutscht den Hang hinab. Oder ein Bär plündert über Nacht die Essensvorräte.
Das Besondere daran: Beim Rennen werden die Rocky Mountains überquert. Sie gelten als die mächtigste Bergkette Nordamerikas. Zum Vergleich: Die Alpen würden der Länge nach vier Mal in die Rocky Mountains passen.
Was kostet’s mich? Hin- und Rückflug: München – Banff: ca. 800 Euro, keine Startgebühr

Mongolia Bike Challenge - Mongolei

13.400 Höhenmeter auf 860 Kilometer – ein ganz schön hartes Stück. Die Mongolia Bike Challenge nicht nur eine physische, sondern vor allem auch eine psychische Herausforderung, der sich die Teilnehmer stellen. In sechs Etappen geht es durch verlassene Steppen der Mongolei, über Bergpässe, vorbei an unberührten Flüssen und durch selten schöne Landschaften. Die Starter erwartet eine Mischung aus schnellen, längeren, aber auch ruhigeren und kürzeren Strecken. Aber eines sind sie alle: extrem hart und technisch anspruchsvoll. Für 2016 wird die Mongolia Bike Challenge komplett verändert: Die Etappen sollen kürzer werden und die brandneuen Routen sollen den Teilnehmern die Möglichkeit geben, noch mehr von der unbeschreiblich schönen, mongolischen Landschaft zu sehen. Die genaue Route für 19. bis 27. August 2016 wird erst in den nächsten Monaten bekannt gegeben. 2015 mussten die Biker etwa 13.400 Höhenmeter in 860 Kilometern überwinden.

Mongolia Bike Challenge - Mongolei

Bei der Mongolia Bike Challenge können die Teilnehmer die unvergleichliche mongolische Landschaft hautnah erleben.

Was kann passieren? Inmitten der Steppe von einer Horde wilder Pferden überrumpelt werden.
Das Besondere daran: Die Teilnehmer schlafen nachts in traditionellen, romantischen Nomadenzelten. So erlebt man hautnah, wie Nomaden tatsächlich leben. In der Nacht hat es übrigens circa Null Grad, das Bike muss draußen schlafen.
Was kostet’s mich? Hin- und Rückflug: München – Ulaanbaatar: ca. 1200 Euro Flug + 1850 Euro Startgebühr = 3050 Euro

Salzkammergut Trophy - Österreich

Jedes Jahr im Juli reisen Mountainbike-Jünger aus mehr als 44 Nationen zur Salzkammergut Trophy, dem größten Mountainbike-Marathon Österreichs. Es gibt sieben Strecken mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen, die jeweils an einem Tag bezwungen werden müssen. Die schwerste Strecke mit 211 Kilometern und 7119 Höhenmetern gilt als der härteste Eintages-Marathon Europas. Zwischen 30 und 50 Prozent steigen während des Rennens aus. Das Härteste an dieser Strecke ist der extrem steile Anstieg zum Salzberg, der erst relativ am Ende der Strecke ansteht. Gefahren wird auf öffentlichen Straßen, Forststraßen, Bike- und Wanderwegen durch die UNESCO Welterbe-Region Hallstatt-Dachstein-Salzkammergut. Neben Kondition brauchen die Biker vor allem fahrtechnisches Können und mentale Stärke. Da haben selbst die Profis größten Respekt davor. Am 9. Juli 2016 ist es wieder so weit: Auch da werden wieder einige hundert Biker auf der Extrem-Distanz an ihre Grenzen stoßen, denn die Salzkammergut Trophy ist nicht umsonst eines der extremsten MTB-Rennen der Welt.

Salzkammergut Trophy

Die Salzkammergut Trophy in Österreich gilt mit seiner Extrem-Strecke als härtestes Eintages-Rennen Europas.

Was kann passieren? Man hat einen Platten oder Defekt, verliert Zeit und schafft es nicht, sich an eine der fünf vorgegebenen Zeitlimits zu halten. Die Folge: Man wird disqualifiziert.
Das Besondere daran: Es gibt eine "Slow Motion Wertung", dabei werden auch die langsamsten Gruppen mit Sachpreisen belohnt.
Was kostet’s mich? Startgebühr: zwischen 40 und 85 Euro – je nach Strecke

Titan Desert – Marokko

Einmal quer durch die Wüste Marokkos geht’s beim Titan Desert im Mai. Das sechstägige Etappenrennen fordert enorme Ausdauer und Orientierung gleichzeitig von den Teilnehmern. Die rund 600 Biker müssen mehr als 600 Kilometer über spektakuläre Berge und durch die staubtrockene Wüste bewältigen. Die genaue Route wird jeweils erst in der Nacht vor jeder Tagesetappe bekannt gegeben. Los geht’s in Boumalne Dadés und das Ziel des Etappenrennens liegt in Maadid. Mehrere Berg- und Sandetappen in extremer Hitze und mit zermürbend weiten Strecken untern den schlimmsten überhaupt vorstellbaren Bedingungen warten auf die Starter. Das Rennen ist nichts für jedermann. Es ist nur für die wirklich Mutigen. Für Leute, die bereit sind, bis an ihre Grenzen und darüber hinaus zu gehen. Eine besondere Herausforderung des Titan Deserts ist es nämlich, nicht die Orientierung zu verlieren, denn dann ist man selbst verloren...

Titan Desert - Marokko

Orientierung ist gefragt beim Titan Desert in Marokko. Die Starter müssen teils ohne Wegweiser durch die Wüste finden.

Was kann passieren? Man verliert die Orientierung, ist allein und findet nicht mehr aus der glühend heißen, staubtrockenen Wüste.
Das Besondere daran: Es gibt Abschnitte mitten in der Wüste, die absichtlich nicht ausgeschildert sind, der Biker muss sich mit Hilfe eines Roadbooks, Karten und seines GPS-Geräts selbst zurecht finden.
Was kostet’s mich? Hin- und Rückflug: München – Barcelona: 200 Euro Flug (Transfer nach Marokko ist in Startgebühr inbegriffen) + Startgebühr ca. 2250 Euro = 2450 Euro

The Munga - Südafrika

Mindestens 1000 Kilometer nonstop durch die Weiten Südafrikas. Start ist irgendwo in Bloemfontein, Ziel in Cape Winelands. Wie die Route genau aussieht, weiß niemand, die Teilnehmer erfahren sie erst kurz vor dem Rennen. Aber sie soll hart sein. Unglaublich hart und kräftezehrend. Bei diesem Rennen werden die Biker als Einzelfahrer völlig sich selbst überlassen. Sie können selbst entscheiden, wann sie essen, wann sie schlafen und wie lange. Dafür gibt es insgesamt fünf Raststationen entlang der Route. 2014 wollte der Organisator mit einem Preisgeld von 1 Million Dollar locken, doch der Sponsor sprang im letzten Moment ab. Das Rennen musste abgesagt werden. Aber so schnell gibt Alex Harris nicht auf. Dieses Jahr wird er es erneut versuchen. Start ist am 2. Dezember, das Preisgeld musste allerdings zurückgeschraubt werden. Dem Gewinner des The Munga winken nun umgerechnet etwa 2000 Euro.

The Munga - Südafrika

The Munga: 1000 Kilometer nonstop durch Südafrika. Dem Gewinner winken 2000 Euro.

Was kann passieren? Man hat sich selbst falsch eingeschätzt, ist an der ersten Raststation vorbeigefahren und schafft es nicht bis zur nächsten, über 100 km entfernten Station.
Das Besondere daran: Brennende Waden, Müdigkeit und taubes Gesäß gegen Ehrgeiz, geniale Landschaft und das Preisgeld: Ein fünftägiger Kampf mit sich selbst.
Was kostet’s mich? Hin- und Rückflug: München - Bloemfontein: ca. 600 Euro + Mietauto ca. 200 Euro + Startgebühr: knapp 1000 Euro = 1800 Euro

BIKE Transalp – Alpen

Die siebentägige BIKE-Transalp ist wohl DER Klassiker schlechthin unter den Mountainbike-Rennen. Mit über 1000 Mitstreitern aus allen Herren Länder einmal über die Alpen. Los geht’s zur 19. Auflage am 17. Juli 2016. Die Strecke ist jedes Jahr anders, das Ziel ist zur Tradition geworden: Riva – die "Perle des Gardasees" – und Hauptdomizil aller Sportbegeisterten. Konstanten sind die traumhaften Panoramen, überwältigenden Pässe, die malerischen Etappenorte und ein unvergessliches Erlebnis, das jeder Mountainbiker mindestens einmal im Leben mitgemacht haben muss. In 610 Kilometern und 19.000 Höhenmetern über den Alpenhauptkamm: brennende Waden und ein taubes Gesäß sind da Dauerzustand.

BIKE Transalp

Einmal über die Alpen geht's bei der berühmt berüchtigten BIKE Transalp.

Was kann passieren? Das Hotel gebucht, ohne vorher auf die Karte zu schauen. Am Ende der Tagesetappe winken deshalb nochmal quälende 500 Höhenmeter.
Das Besondere daran: Eine Transalp ohne lästigen Rucksack am Rücken und so viele Höhenmeter bezwingen, wie wohl in keinem anderen Rennen der Welt.
Was kostet’s mich? 695 Euro Startgebühr pro Person + ggf. 150 Euro für Übernachtung mit Frühstück im Camp = 845 Euro

Cape Epic – Südafrika

Das Absa Cape Epic – oft als "Tour de France der Mountainbiker" bezeichnet – gilt als eines der spektakulärsten und härtesten Etappen-Rennen der Welt. Acht Tage lang pedalieren die Teilnehmer durch die atemberaubenden Landschaften des Western Cape in Südafrika – rund 800 Kilometer weit durch die entlegensten Gegenden und etwa 15.000 Höhenmeter über majestätische Berge. Das Cape Epic genießt höchsten UCI-Status und lockt deshalb jährlich die Marathon-Prominenz an. Nächstes Jahr vom 13. bis 20. März ist es wieder so weit: Selbst die härtesten Bike-Profis werden inmitten der faszinierenden Natur Südafrikas wieder an ihre äußersten Grenzen stoßen.

Cape Epic - Südafrika

Eines der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt ist das Cape Epic in Südafrika.

Was kann passieren? Seit Stunden im selben Strampel-Rhythmus und völlig nichtsahnend von einer 90km/h schnell galoppierenden Antilope vom Bike gerammt zu werden.
Das Besondere daran: Die Bewohner der rund 3000 Zelte werden jeden morgen, wenn’s noch dunkel ist und sogar die Antilopen ruhig schlummern, "sanft" vom Gedudel eines Dudelsack-Bläsers geweckt.
Was kostet’ s mich? Hin- und Rückflug: München – Kapstadt: ca. 700 Euro + Startgebühr pro Fahrer knapp 2000 Euro = 2700 Euro 

Brasil Ride – Brasilien

Wasserfälle, Quellen, kristallene Seen und rot gefärbte Flüsse erwarten die Teilnehmer des Brasil Race. Das Rennen im Chapada Diamantina, einem Mittelgebirge im brasilianischen Bundesstaat Bahia, ist ein atemberaubendes Erlebnis für jeden Biker. Das Rennen ist eine extreme Herausforderung und ein unglaubliches, landschaftliches Spektakel zugleich. 600 Kilometer und 13.000 Höhenmeter durch ständig wechselnde Landschaften von staubig trocken und heiß bis hin zu vielen Wasserstellen, die die Vielfalt an Flora und Fauna in diesem Nationalpark nähren. Die zweite und sechste von insgesamt sieben Etappen dienen als Anfahrt bzw. Rückfahrt nach Rio de Contas. Das ist der Ausgangsort für die Rundkurse an den restlichen Tagen, die die Zweierteams über bis zu 1600 Meter hohe Berge schicken.

Brasil-Ride

Eine unglaubliche Landschaft, aber auch 600 Kilometer und 13000 Höhenmeter erwarten die Teilnehmer des Brasil Ride.

Was kann passieren? Aus Versehen in einen der Marimbus-Sümpfe fahren, stecken bleiben und ohne Hilfe nicht mehr aus dem Sumpf kommen.
Das Besondere daran: Die Biker können sich einzig und allein auf das wichtigste konzentrieren: pausenlos in die Pedale treten. Kein störendes Gepäck auf dem Rücken, keine Sorge um’s Essen oder über das Dach über dem Kopf – das wird alles von den Organisatoren übernommen.
Was kostet’s mich? Hin- und Rückflug: München – Salvador International Airport Bahia: 900 Euro Flug + Startgebühr ca. 670 Euro pro Fahrer  = 1570 Euro

La Ruta – Costa Rica

"Es ist mehr als nur ein Rennen – es ist eine Reise der persönlichen Weiterentwicklung." Das La Ruta gilt als "Großvater" aller Etappenrennen. Es ist das älteste Mountainbike-Rennen überhaupt und definitiv eines der härtesten athletischen Events auf dem Planeten. Drei Tage, 260 Kilometer und fünf Bergketten mit insgesamt 8840 Höhenmetern sind eine ordentliche Herausforderung. Das Rennen führt über Strände, durch den tropischen Regenwald, Bananen-Plantagen, verschiedenste Ökosysteme und Temperaturzonen und über 3660 Meter hohe Vulkane. Gelände, bei dem man sich vorher nicht erträumt hätte, dass es mit dem Bike überhaupt befahrbar ist. Hunderte Biker kommen jedes Jahr nach Costa Rica, um sich selbst zu testen und sich dieser physischen und mentalen Herausforderung zu stellen. Das La Ruta ist außerdem das einzige Mountainbike-Rennen, das den amerikanischen Kontinent von der einen Küste zur anderen überquert – vom Pazifik zum Atlantik. Vom 5. bis zum 7. November ist es dieses Jahr wieder so weit – ein Erlebnis, das einem nur beim Gedanken daran einen Schauer über den Rücken jagt.

La Ruta - Costa Rica

Das La Ruta in Costa Rica ist das älteste Etappen-Mountainbike-Rennen der Welt.

Was kann passieren? Gerade genüsslich eine Banane in einer der Plantagen futtern und dabei von einer Klapperschlange gebissen werden.
Das Besondere daran: Costa Rica gilt als das Land mit der höchsten Artenvielfalt auf der Welt, man erlebt Pflanzen und Vögel, die man wahrscheinlich nirgendwo anders sehen wird.
Was kostet’s mich? Hin- und Rückflug: München – Juan Santamaria Airport Costa Rica ca. 800 Euro + Startgebühr für Einzelfahrer: 1520 Euro, bzw. pro Person in der Gruppe: 1430 Euro = 2320 bzw. 2430 Euro

Grand Raid "Cristalp" – Schweiz

Das berühmt berüchtigte Langstreckenrennen Cristalp gibt es schon seit 26 Jahren. Den Startern stehen vier verschiedene Distanzen mit unterschiedlichen Startorten zur Auswahl. Ziel ist immer das Bergdörfchen Grimentz. Am härtesten ist die traditionelle Strecke mit 125 Kilometern und 5025 Höhenmetern mit Start in Verbier. Es geht zunächst über Schotterwege und dann schließlich mehr und mehr auf technisch anspruchsvollen Singletrails dahin. Besonders in sich hat’s dabei der kräftezehrende Aufstieg zum Pas de Lona auf 2800 Meter, der erst nach 100 Kilometern und Unmengen an Höhenmetern beginnt. Die schnellsten bezwingen diese Tragepassage im Laufschritt, die Mehrheit schiebt mit letzter Kraft auf die Passhöhe. Doch die Entschädigung winkt auf dem Gipfel: Eine traumhafte Aussicht auf die Bergwelt der Walliser Alpen.

Grand Raid "Christalp" - Österreich

Von Verbier nach Grimentz: Beim Grand Raid Cristalp zählt die Schiebepassage auf den Pas de Lona als Scharfrichter.

Was kann passieren? Schnappatmung, wenn man sich dem 2800 Meter hohen Pas de Lona nähert. Besonders bitter ist es, wenn man die Karenzzeit dort um wenige Minuten nicht schafft.
Das Besondere daran: Das Grand Raid ist der älteste Marathon Europas, der zudem von A nach B geht – das ist eine absolute Seltenheit.
Was kostet’s mich? Startgebühr für die längste Strecke: ca. 184 Euro

Cape Pioneer – Südafrika

Nachdem das Cape Epic in Südafrika ein voller Erfolg war und die Startplätze schließlich per Lotterieverfahren ausgelost wurden, musste ein neues, spannendes Rennen her: 7 Tage, 541 Kilometer, 11.320 Höhemeter – 60 Prozent der Strecke haben noch nie ein Fahrrad gesehen. Das ist das Cape Pioneer Trek in Südafrika, definitiv eines der extremsten Mountainbike-Rennen der Welt. Die Etappen sind sowohl technisch als auch körperlich die anspruchsvollsten überhaupt. Den Bikern bleibt keine Sekunde Zeit zu verschnaufen, denn die Strecke ist oft ein einziges Bergauf-Bergab auf flowigen Singletrails. Vom Strand von Mossel Bay durch feuchte Kiefernwälder in George und die trockene Wüste im Groot Karoo bis hin zu beeindruckenden Bergen führt das Cape Pioneer durch vielfältige Landschaften. Ein echt afrikanisches, hartes und gleichzeitig so unglaubliches Mountainbike-Erlebnis, das man es nie vergisst. 

Cape Pioneer

Das Cape Pioneer ist neben dem Cape Epic eines der bekanntesten und härtesten Mountainbike-Rennen in Südafrika.

Was kann passieren? Pech mit dem Wetter: nur ein kleiner Schauer genügt und die staubige Erde verwandelt sich in eine einzige Schlammpiste. Das Bike bleibt im Schlamm stecken, schieben oder tragen wird zur Rutschpartie. 
Das Besondere daran: Trails und geniales Mountainbike-Gelände gibt’s in Südafrika nur bei solchen Events, denn die Ländereien sind alle in Privatbesitz.
Was kostet’s mich? Hin- und Rückflug: München - George: ca. 1500  Euro + Startgebühr im Zweierteam: knapp 1000 Euro pro Person, als Einzelfahrer: rund 1100 Euro = 2500 bzw. 2600 Euro
 

Theresa Stanglmair am 02.10.2015
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