Wiesmann Bikes K-Modell Test Wiesmann Bikes K-Modell Test

Test Wiesmann Bikes-Fully aus Titan

Edler geht's nicht

Henri Lesewitz am 01.05.2017

Titan ist leicht und robust, dennoch gibt es so gut wie keine Fullys aus dem Edelmaterial. Das neue Wiesmann K-Modell ist eine kleine Sensation. Kann das Bike mit aktuellen Carbon-Fullys mithalten?

Titan gilt als das edelste aller Rahmenmaterialien. Leicht, robust, kratzfest, zeitlos. Pro-Argumente gibt es reichlich. Vor allem für Vielfahrer. Dennoch sind Titanbikes eine Seltenheit auf den Trails. Was unter anderem an der aufwändigen Herstellung und dem damit verbundenen hohen Preis liegt. Fullsuspension-Bikes aus Titan sind so rar wie pinke Diamanten. Es gibt sie quasi gar nicht. Auch Rahmenbau-Künstler Florian Wiesmann aus Badenweiler, bekannt für exzellente Titan-Rahmen, hat lange gezögert, ehe er sich an das K-Modell wagte. „Der Aufwand ist enorm. Das rechnet sich für eine Firma hinten und vorne nicht“, verrät Wiesmann, als er sein frisch montiertes Prachtstück in die BIKE-Redaktion schiebt. Eigentlich hatte er beschlossen, die Finger davon zu lassen, verrät Wiesmann. Das Fully, das er sich für seine geplanten Alpentouren in den Kopf gesetzt hatte, habe er ganz normal kaufen wollen. Ein Allround-Bike mit 100 Millimetern Federweg, das sich sowohl rauf wie runter sportlich bewegen lässt – und dabei noch stressfrei ist und gut aussieht. „Irgendwie hat mir keines der Räder am Markt gefallen“, sagt Wiesmann. Okay, ein Liteville wäre schon schön gewesen, fügt er hinzu. Doch die MTB-Fullys habe es nur ab 120 Millimetern Federweg aufwärts gegeben.

Wiesmann Bikes K Modell Titan

Die hübsch versenkte Bremssattelaufnahme hat den neuen Flatmount-Standard, wie bei Rennrädern üblich.

Wiesmann Lenkeinschlag begrenzer

Die schwarze Nase unterm Steuersatz begrenzt den Lenkeinschlag. So bleibt bei Stürzen der Rahmen beulenlos.

Wiesmann Titan Mountainbike Fully

Trotz seines äußerst filigranen Hinterbaus erzielt das Wiesmann auf dem Steifigkeitsprüfstand gute Werte.

Wiesmann Titanlenker MTB

Auch die Lenkstange ist beim Wiesmann aus Titan.

Also legte er selbst los. Konstruktion, Planung, Herstellung. Ein irrer Aufwand. Und da steht es. Das neue K-Modell. 10,7 Kilo leicht, 27,5 Zoll-Laufräder, 10950 Euro teuer. Fünfzig Stunden dauert alleine die Fertigung des Rahmens, der für jeden Käufer auf Maß gefertigt wird. Vor zwanzig Jahren hatte Wiesmann mit seinem Koxinga das leichteste deutsche Fullsuspension präsentiert. „Bester je gemessener STW-Wert", attestierte der BIKE-Test damals. Das K-Modell gleicht dem Koxinga enorm. Dennoch ist es eine komplette Neuentwicklung. Edel sieht es aus. Doch wo auch immer man mit dem K-Modell auftaucht, reagieren die Biker irritiert. „Was is'n das? Ist das retro?“, so die immer gleiche Reaktion. Mit den schlanken, matt schimmernden Rohren, den rot eloxierten Chris King-Parts und den Barends wirkt das Wiesmann Bikes K-Modell wie aus der Zeit gefallen. Doch ist es das wirklich? Wir haben das Wiesmann gegen das brandneue Rocky Mountain Element 999 RSL antreten lassen.

Test Wiesmann K Modell Rocky Mountain Element

Vorne das Wiesmann, am Hinterrad klebt das Rocky Mountain Element 999 RSL. Das Duell gibt's in BIKE 6/17.

Wie schlägt sich das Custom-Fully aus Titan gegen den Highend-Flitzer aus Carbon? Das Duell gibt es in BIKE 6/2017 – ab 2. Mai am Kiosk. Die komplette Ausgabe können Sie auch in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder im DK-Shop bestellen:

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Henri Lesewitz am 01.05.2017
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