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Transalp-Routen leicht, mittelschwer und Vario-Touren
Einfach geradeaus von Oberstdorf bis zum Gardasee – dass er mit dieser Schnapsidee solch einen Stein ins Rollen bringen würde, hätte Transalp-Pionier Andi Heckmair damals, im Sommer 1990, nie gedacht.
Mittlerweile leben über 30 Veranstalter davon, Biker über die Alpen zu führen. Allein der Klassiker Garmisch – Gardasee wird in 27 unterschiedlichen Varianten angeboten. Die leichteste Version hat 3350 Höhenmeter, die schwierigste 16.890 Höhenmeter. Mit 595 Euro fahren Sie die sechs Etappen bei Transalp Tours am günstigsten, schlafen aber im Zelt. Für 1095 Euro führt Sie Yoko Tours über die gleiche Route, aber abends dafür in richtige Wellness-Tempel.
Nein, es ist wirklich nicht ganz leicht, aus diesem Riesen-Angebot die passende Tour herauszufiltern. Deshalb haben wir wieder alle Touren zum Vergleich aufgelistet. Das wichtigste Auswahlkriterium sollte für Sie immer der Schwierigkeitsgrad sein. Wenn Sie Transalp-Einsteiger sind, wählen Sie im Zweifel lieber eine Nummer kleiner, als Sie sich normalerweise zutrauen würden. Denn gerade in einer fremden Gruppe ist der Leistungsdruck groß. Aus Angst, der Letzte zu sein, lässt man sich schnell zu einem höheren Tempo hinreißen – und fährt in den folgenden Tagen erst recht hinterher.
Daher haben wir alle Routen schon mal in leicht und mittelschwer getrennt und innerhalb dieser Kategorien nach der Anzahl der Etappen und der Höhenmeter sortiert. Die Kategorie “leicht” bedeutet hier vor allem: ohne fahrtechnische Herausforderungen. Konditionell kann eine leichte Acht-Tages-Tour aber durchaus in die Beine gehen. Dagegen wirkt eine mittelschwere Tour mit nur drei Etappen und 4000 Höhenmetern auf den ersten Blick natürlich wie ein Deichspaziergang. Doch hier sind es die eingebauten Trails, die diese Tour anspruchsvoll machen. Und knifflige Abfahrten kosten zusätzlich Kraft. “Ach, da komm ich schon irgendwie runter”, denken Sie? Ja klar, aber rechnen Sie dann nicht mit neuen Freundschaften innerhalb der genervten Gruppe.
Für diejenigen, die sich einfach nicht entscheiden können, ob leichte, mittlere oder schwere Tour, gibt es die Vario-Touren. Hier buchen Sie zum Beispiel die Route Garmisch – Gardasee, können aber jeden Morgen entscheiden, ob sie sich heute der bequemen Gruppe oder doch lieber den Trail-Freunden anschließen wollen. Richtig zur Sache geht es aber erst in den schweren und Freeride-Touren.
Transalp-Routen für Könner und Freerider
Eine Transalp der Kategorie “schwer” kann vieles sein – sicher ist nur, dass es immer extrem wird. Nach solch einer Tour dürfen Sie dann wirklich stolz auf sich sein.
Was, bitte schön, soll denn an dieser Tour schon schwer sein: 210 Kilometer und 5800 Höhenmeter von Imst nach Poschiavo? Nun ja, der Umstand, dass die Strecke in nur drei Tagen geschafft werden muss. Also knapp 2000 Höhenmeter am Tag und zwar fast ausschließlich über hochalpines Gelände. Ulptours empfiehlt den Teilnehmern sogar, zu dieser Tour nicht unter 3500 Trainingskilometern anzutreten. Und das ist immerhin die leichteste der “schweren” Transalp-Routen 2010; zumindest auf dem Papier.
Für die schwerste Variante, die Sie pauschal buchen können, hängen Sie am besten gleich Ihren Job an den Nagel und unterbrechen das Training nur für dringende Notdurften: Salzburg-Nizza in 24 Etappen. Dazwischen liegen der komplette Alpenbogen, 1595 Kilometer und schlappe 43200 Höhenmeter. Allerdings können Sie auch nur einen Teilabschnitt dieser Route mitfahren. Und das ist dann auch für Job-Inhaber wieder machbar. Wie das funktioniert, lesen Sie auf der Fahrtwind-Homepage.
Gar nicht trainieren müssen Sie dagegen, wenn Sie an einer der Freeride-Touren mit Shuttlebus- und Lifteinsatz teilnehmen. Nein, das war natürlich ein Scherz. Aber das glauben einige Interessenten tatsächlich. Doch selbst wenn Sie im Bikepark Ihre Tageskarte immer bis zur letzten Bergfahrt ausnutzen – in den Alpen sind die Abfahrten deutlich länger und wahrscheinlich völlig unbekannt. Dazu kommen die großen Höhen, eventuell schlechtes Wetter und natürlich die Gegenanstiege. Ohne Kraft und gute Kondition sollten Sie hier also auch nicht antreten. Schon damit die Konzentration auf halber Abfahrt nicht flöten geht.
Aber der Trainingsaufwand lohnt sich wie bei keiner anderen Transalp-Kategorie, denn auf den schweren Touren kommen Sie den Gipfelregionen samt Prachtpanoramen schon wirklich nah und die Guides sind W bester Stimmung, weil auch sie endlich mal wieder auf ihren geheimen Lieblings-Trails unterwegs sein dürfen.
Aber zögern Sie nicht zu lang mit der Buchung, denn bei diesen Touren werden deutlich weniger Termine angeboten als bei den leichten und mittelschweren Touren. Und außerdem können Sie jetzt bei einigen Veranstaltern noch Frühbucherrabatte absahnen!
Eine Liste aller Touren finden Sie unten als PDF-Downloads.
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JUBILÄUMS-TRANSALP MIT
ANDI HECKMAIR
20 Jahre ist es her, dass Andi Heckmair zu seiner Pionier-Tour über die Alpen aufbrach. Zum Jubiläum macht sich der Allgäuer noch einmal auf den Weg – als Guide für Top Mountain Tours. Er führt im Sommer eine Gruppe über die original Heckmair-Route von Oberstdorf zum Gardasee. Da diese Route bis heute nicht gerade zu den bequemsten ihrer Art gehört, sollten Sie eine sehr gute Kondition mitbringen.
Das Schöne an den Transalp-Touren der Kategorie „schwer“ ist: Sie genießen die schönste Aussicht und haben die Trails (fast) für sich allein.
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