Kurztest 2020: Reboots Go Recovery Pants Kurztest 2020: Reboots Go Recovery Pants

Kurztest: Reboots Go Recovery Pants

Immer locker bleiben mit der Akku-Massage-Hose

Henri Lesewitz am 23.09.2020

Nach harten Touren brauchen Beine Erholung, doch das kann eine mühsame Angelegenheit sein. Die Akku-Massage-Hose von Reboots macht die Beine auf Knopfdruck locker. Lohnen sich die 900 Euro?

Kaum etwas ist so anstrengend wie richtige Erholung. Zumindest dann, wenn man nach einer anstrengenden Tour am nächsten Tag wieder Vollgas geben will. Der Abbau der körpereigenen "Schlacke" bedeutet Hochleistung für den Körper. Milchsäurespiegel senken. Verhärtungen und Verklebungen der Faszien lösen. Das alles überfordert einen gestressten Körper und benötigt Unterstützung. Etwa durch das Geknete eines Physiotherapeuten. Oder durch den Einsatz einer Faszien-Rolle, deren Anwendung hoch effizient, aber auch mühsam ist.

Reboots

Dieser BIKE Festival-Besucher weckte 2018 erstmals unsere Aufmerksamkeit für die Reboots-Stiefel. Sie massieren mit Hilfe von Luftdruck die Beine und sollen den Abtransport von Abfallprodukten wie Laktat aus den Beinen fördern und Muskelverspannungen lösen.

Die Reboots sind so etwas wie eine Mischung aus Massage-Gerät und Faszien-Rolle zum Anziehen. Sie kneten die Beine und stimulieren den Abtransport der körpereigenen Stoffwechselprodukte, während man gemütlich auf dem Sofa sitzt. Von der Funktion der Reboots One, der klassischen, stiefelartigen Version mit je acht Luftkammern, konnten wir uns vor einiger Zeit bereits überzeugen. Nun gibt es eine neue Version in Hosenform, die zusätzlich zu den Beinen auch die Gesäßmuskeln massiert. Ebenfalls neu: Die akkubetriebene Steuereinheit, mit der man die Reboots unabhängig von Steckdosen nutzen kann.

Kleine Akku-Einheit und leichte Bedienung

Praktisch: Die Akku-Version ist deutlich kleiner und leichter als die normale (und ebenfalls erhältliche) Steuereinheit, die ausschließlich für den Betrieb mit Strecker konzipiert ist. Kaum größer als eine Brotzeitbox findet sie Platz in jeder Reisetasche. Die Bedienung ist gewohnt intuitiv und ohne Blick in die Gebrauchsanweisung möglich. Zeit, Kompressionsdruck und Art der Massage sind so easy einstellbar wie Lautstärke oder Titelanwahl einer Stereo-Anlage. 

Das Reinschlüpfen in die Hose dagegen gestaltet sich etwas umständlicher als bei der Stiefel-Variante. Ist man erst mal drin, kann man sich entspannt zurücklehnen und die Luftkammern ihre Arbeit erledigen lassen. Im Gegensatz zu den Reboots-Stiefeln, die über je acht Luftkammern verfügen, hat die Hose nur sechs Kammern je Bein. Kammer für Kammer arbeitet sich der Druck nach oben, was sich ähnlich entspannend anfühlt, als würden einem die zupackenden Hände eines Masseurs die Müdigkeit aus den Beinen kneten.

Kurztest 2020: Reboots Go Recovery Pants

Im Gegensatz zur klassischen Stiefel-Variante mit acht Luftkammern pro Bein besitzt die neue Hosen-Version nur sechs Kammern pro Seite. Ob sich der Luftdruck Kammer für Kammer langsam nach oben arbeitet, ober ob alle sechs Kammern vollgepumpt werden, um dann wieder bei Null zu beginnen, lässt sich mit einem Tastendruck einstellen. 

Je nach Sitzposition kann die letzte Luftkammer etwas unangenehm sein. Befindet sich der Oberkörper in aufrechter Position, wie etwa beim Fernsehschauen, kann die Luftkammer den Bauch abdrücken. Was aber kein Problem ist, denn jede einzelne Luftkammer kann mit einem einzigen Tastendruck deaktiviert bzw. aktiviert werden. Wer sitzt, der knipst die Po-/Bauch-Kammer einfach aus.

Leiser Kompressor, aber hoher Preis

Ebenfalls top: Der Kompressor arbeitet so leise, dass man problemlos in die Glotze schauen kann, ohne die Lautstärke hochzudrehen. Es brummt, es zischt. Aber gerade noch so leise und gedämpft, um es nicht als nervig zu empfinden, oder Stress mit den Mitbewohnern zu riskieren. Ist das Programm zu Ende, das maximal 30 Minuten dauert, fühlen sich die Beine tatsächlich freier und erholter an.

Kurztest 2020: Reboots Go Recovery Pants

Die Steuereinheit ist kompakt wie eine Brotzeitbox und intuitiv bedienbar. 

Die Akku-Laufzeit beträgt bis zu drei Stunden, wobei wir beim Test den Eindruck hatten, dass mit abnehmendem Akku-Stand die Massage-Power etwas nachlässt. Sobald man das Steuergerät an den Strom anschließt, packen die Luftkammern wieder merklich kräftiger zu. Wer die Reboots ohnehin eher daheim oder im Hotel nutzen will, kann so oder so ruhig zum deutlich günstigeren Steuergerät mit Netzanschluss only greifen. 

Pro und contra: Reboots Go Recovery Pants

+ guter Massageeffekt
+ spürbar lockere Beine
+ einfache Bedienung
+ leise Betriebsgeräusche
+ ortsunabhängig nutzbar
+ Möglichkeit zum Testen (Infos Herstellerwebsite)

- Preis
- im Sitzen nur eingeschränkt nutzbar (Bauch wird abgequetscht)

Fazit: Die Reboots Go Recovery Pants sind das perfekte Tool, um nach einer harten Tour die Regeneration der Beine anzukurbeln. Sie sind zudem auch perfekt, um sich nach einem anstrengenden Arbeitstag zu entspannen. Der Preis von bis zu 989 Euro macht sie vor allem für Rennfahrer interessant, die nach dem letzten Prozent streben. Wer finanziellen Spielraum hat, kann aber auch ohne sportliche Ambitionen über eine Anschaffung nachdenken. Etwa, um nach einem langen Bürotag die schweren Beine zu lockern. Wem der Preis für das Reboots-Set zu teuer ist, der greift zur bewährten Faszien-Rolle. Die kostet nur knapp 30 Euro, hat einen ähnlichen Effekt, fordert den Benutzer aber deutlich mehr.

Kurztest 2020: Reboots Go Recovery Pants

Vollverwöhn-Programm für die Beine: Die Reboots mit Akkubetrieb massieren die Beine, wo immer es einem beliebt.

Henri Lesewitz am 23.09.2020
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