Test 2014: Standpumpen

16 MTB-Standpumpen im Test

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor 6 Jahren

Ohne Luft im Reifen geht beim Mountainbiken gar nichts. Im BIKE-Test müssen 16 Standpumpen beweisen, ob sie einen wahren Wirbelsturm entfachen können, oder nur laue Luft produzieren.

Was haben Tornados und Standpumpen gemeinsam? Beide machen ordentlich Wind. Doch während ein Wirbelsturm oft eine Schneise der Verwüstung schlägt, bringt die Standpumpe die Dinge wieder ins Rollen. Ein platter Reifen ist damit in Windeseile wieder mit Luft befüllt. Der Handkompressor gehört quasi zur Basisausstattung eines Mountainbikers. 16 Hersteller haben Windmaschinen für knapp 30 bis 100 Euro zum Test eingesandt. Wir wollten wissen, wie schnell und effektiv die Modelle pumpen und vor allem, ob sich die Investition für eine teure Pumpe wirklich lohnt.

T-Griff: Der Griff sollte bei Standpumpen sicher und ergonomisch in der Hand liegen. Finger weg von harten Materialien und scharfen Kanten.

Spezielle Pumpen für voluminöse MTB-Reifen

Dabei stellt sich zunächst die Frage: Welche Pumpe soll es denn eigentlich sein? Sechs Modelle im Test sind mit ihren großvolumigen Zylindern speziell auf Mountainbike-Reifen ausgelegt. Sie drücken pro Hub teilweise doppelt so viel Luft in den Reifen wie eine Standardpumpe. Allerdings steigt mit der Größe des Zylinders auch die aufzubringende Kraft.

Wer neben seinem Mountainbike auch mal sein Stadt- oder Rennrad mit Luft versorgen möchte, sollte besser zum Allrounder greifen. Mehr als sechs Bar Druck schafft nämlich keine der Spezial-Pumpen. Wie viele Hübe die Testmodelle tatsächlich benötigen, um einen 2,3 Zoll breiten 29-Zoll-Reifen von 0,5 auf 2,5 bar aufzupumpen, haben wir an einer speziell präparierten Felge geprüft. Die verfügt über zwei Ventile. An einem wird der Pumpenkopf angeschlossen. An dem anderen Ventil zeigt ein Präzisionsmanometer den korrekten Druck. Lediglich 16 mal muss man den Kolben der Topeak JoeBlow Mountain durch den Zylinder pressen, schon ist der Reifen voll. Beim letzten Pumpstoß muss man dafür allerdings satte 350 Newton auf den Griff stemmen. Das andere Extrem stellt Pedro’s Super Prestige dar. 38 Hübe bei maximal 160 Newton benötigt man, um mit der knallgelben Pumpe den Reifen zu füllen.

Standfuß: Ein breiter Standfuß steht auch bei hohen Drücken noch sicher. Gummierungen oder Profilierungen geben den Füßen der Standpumpen festen Halt beim Luft-Aufpumpen.

Im Großen und Ganzen gilt: je weniger Hübe, desto größer ist die aufzubringende Kraft und umgekehrt. Steht die Pumpe stabil, pumpt man auch bei hohem Krafteinsatz noch sicher. Lezyne, Rose und Specialized stehen auf besonders sicheren Füßen. Doch auch Airace, BBB, Pedro’s und Pro bringt man nur schwer ins Wanken. Die PFP-7 von Park Tool kippelt etwas auf ihren klappbaren Füßen, auch wenn man mit beiden Füßen auf der Pumpe steht. Die flexible Kunststoffplatte der SKS kann den großen Zylinder ebenfalls nur mäßig stabilisieren.

Ventilkopf: klemmen oder schrauben?

Bei der Art des Ventilkopfs fällt die zweite wichtige Entscheidung: Will man klemmen oder schrauben? Zehn Modelle verfügen über einen klassischen Klemmkopf, der einfach und schnell über einen Hebel am Ventil fixiert wird. Ein oder zwei Öffnungen versorgen die unterschiedlichen Ventil­arten dann mit Luft. Bei Rose und Zéfal muss der Ventilkopf beim Wechsel von Sclaverand- auf Autoventile umgeschraubt werden. Das geht im Fall von Rose schnell und leicht, bei Zéfal eher umständlich.

Ventilkopf: Klemmsysteme erlauben bei Standpumpen einen schnellen Ventilwechsel. Die Dichtungen verschleißen jedoch oft schneller als bei Schraubsystemen. Die sitzen durch das Gewinde sehr sicher, müssen aber bei unterschiedlichen Ventilen umgeschraubt werden.

Wer lieber schraubt, greift zu einer der vier Pumpen mit Gewindekopf. Das Anbringen am Ventil dauert zwar damit einen Moment länger, dafür sitzen die Schraubköpfe extrem sicher und dicht auf dem Ventil. Eine äußerst praktische Zwischenlösung hat sich Birzman einfallen lassen. Der Pumpenkopf der Zacoo verfügt über einen Schnappverschluss, der einfach auf das Ventil geklipst wird. Die besten Klemmköpfe im Test bieten Pedro’s und Specialized. Bei beiden kann über ein Ablassventil der Druck im Reifen zudem penibel reduziert werden. Wichtigste Voraussetzung für exakt eingestellten Reifendruck ist jedoch ein akkurates Manometer. Schon 0,2 bar weniger oder mehr Druck im Reifen können im Gelände einen großen Unterschied machen. Dabei kommt es wie so oft nicht nur auf die Größe an. Bestes Beispiel: Das Manometer der Zéfal ist zwar riesig, aber nur unzureichend skaliert. So lassen sich Werte hinter dem Komma nur abschätzen. An BBB,

Lezyne, Rose und Specialized lassen sich Drücke sehr präzise ablesen. Pedro’s platziert sein Manometer geschickt am oberen Ende der Pumpe. Airace geht auf Nummer sicher und verbaut gleich eine digitale Variante. Ungenauigkeiten halten sich übrigens größtenteils im Rahmen. Nur Birzman und Lezyne zeigen den Druck aufs Komma genau. Mehr als zehn Prozent Abweichung konnten wir allerdings auch nur bei Blackburn, Procraft und SKS feststellen.

Pumpen-Manometer: Die Druckanzeige sollte möglichst fein skaliert in bar und PSI und vor allem gut ablesbar sowie korrekt geeicht sein. Welche das sind, zeigt unser Test.

Diese MTB-Standpumpen finden Sie im Test:

• Airace  Hercules DG
• BBB AirExact
• Birzman  Zacoo IV
• Blackburn  Airtower 3
• Con-Tec  Air Support Mtn
• Lezyne  Alloy Dirt Floor Drive (BIKE-Tipp Testsieger)
• Park Tool  PFP-7
• Pedro’s  Super Prestige
• Pro  Team Floorpump
• Procraft  Standpumpe
• Rose  Druckmacher AL180 (BIKE-Tipp Preis/Leistung)
• SKS  Twentyniner
• Specialized  Air Tool MTB (BIKE-Tipp Testsieger)
• Syncros  FP 2.5
• Topeak JoeBlow Mountain
• Zéfal  Profil Max FP70

Das PDF mit allen Testergebnissen zu den Standpumpen können Sie unten kostenlos herunterladen.

Schlagwörter: Luftpumpen Pumpe Standpumpen Test

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