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Test: Helmlampen

Im Vergleich: Neun Power-Strahler für Winter-Biker

Stefan Frey am 02.12.2019

In BIKE 1/2020 haben wir insgesamt neun Lampen in Labor und Praxis getestet. Wie hell die Strahler mit 1588 bis maximal 6830 Lumen wirklich machen, zeigen die Leuchtbilder und Messprotokolle.

Alle Lampen in BIKE 1/2020 wurden umfangreichen Labor- und Praxistests unterzogen. Die Testergebnisse setzen sich aus den subjektiven Eindrücken der Tester sowie den Laborwerten zusammen.

Labortest:

Um die tatsächliche Lichtleistung der Lampen zu ermitteln, wurden alle Modelle in einer geeichten Ulbricht-Kugel gemessen. Die Messung fand beim Lampenhersteller Supernova in Gundelfingen statt. Das Messgerät wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Ein BIKE-Redakteur überwachte den Testablauf.

Supernova_Ulbrichtkugel

Die Lux-Werte wurden mit Hilfe eines Goniometers in einem abgedunkelten und geschwärzten Raum gemessen. Zum einen wurde der maximale Wert in der Mitte des Leuchtkegels ermittelt, zum anderen die verbleibende Beleuchtungsstärke bis zu einem Winkel von 40 Grad vom Mittelpunkt. So lassen sich Rückschlüsse auf die Randausleuchtung und die Homogenität des Leuchtbildes ziehen. Das folgende Bild zeigt die Farbskala mit den dazugehörigen Lux-Werten.

Supernova_Goniometer

Farbskala Lux-Messung

Zur Ermittlung der tatsächlichen Leuchtdauer mit voll geladenem Akku und auf der höchsten Stufe wurden Fotozellen mit einer Zählautomatik verwendet. Um das Abdimmen und Überhitzen der Lampen zu verhindern, kühlte ein konstanter Luftstrom die Lampen während der Messung. Die tatsächliche Ladedauer wurde ebenfalls ermittelt, jeweils ausgehend von einem komplett entladenen Akku.

Praxistest:

Alle Lampen wurden von mehreren Testern auf einer standardisierten Testrunde auf Praxistauglichkeit überprüft. Im Gelände zeigt sich die tatsächliche Lichtausbeute und es wird klar, wie sich das Leuchtbild für sportliche Fahrten eignet. Auch die Bedienung, Montage, Halterung und Qualität der Lampen wurde von den Testern bewertet. Diese Punkte sind im Testbogen unter dem Punkt Handhabung zusammengefasst.

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Die Lampen im Test wurden unter anderem im stillgelegten Erzbergwerk in Kamsdorf gefahren.

Ausleuchtung:

Um die Ausleuchtung und den Lichtkegel der Lampen zu veranschaulichen, haben wir diese unter einheitlichen Bedingungen fotografisch festgehalten. Den Strahlwinkel der Lampen haben wir für jede einzelne Lampe so gewählt, wie er für eine Gelände-Fahrt in der Praxis optimal ist. Alle Fotos sind mit identischer Belichtungszeit (“40), Blendenöffnung (F22), Brennweite (12mm) und Iso-Zahl (200) entstanden. Um die Leuchtweite der Lampen zu veranschaulichen wurden seitlich im Abstand von zehn Metern Pylonen platziert.

Alle Leuchtbilder und Lux-Messprotokolle im Vergleich

Cateye Volt 6000

Cateye Volt6000 Ausleuchtung

Die Cateye leuchtet einen extrem breiten und sehr homogenen Kegel aus. Für 6600 Lumen ist die maximale Lux-Ausbeute nicht allzu hoch und auch die Leuchtweite ist nicht annähernd so weit wie bei Lupine und Magicshine. Die Lichtfarbe ist etwas wärmer im Vergleich zu den anderen Test-Lampen und recht angenehm und nicht zu grell.

Cateye_Volt6000 Messprotokolle

Lupine Alpha

Lupine Alpha Ausleuchtung

Die Lupine Alpha ist die derzeit hellste Bike-Lampe überhaupt. Sie bildet im Sichtbereich vor dem Fahrer einen extrem hellen Spot, der quasi kein Krümel ungesehen lässt. Auch seitlich ist die Ausleuchtung noch überragend, wenn auch nicht ganz so breit wie bei Cateye. Dafür reicht die Alpha extrem weit in die Ferne. 

Lupine_Alpha Messprotokolle

Magicshine Monteer 6500

Magicshine Monteer Ausleuchtung

In Sachen Lichtausbeute steht die Magicshine der Lupine kaum nach. Auch sie leuchtet sehr weit und bildet einen breiten Lichtkegel. Ohne den extrem hellen Spot in der Mitte vor dem Fahrer fällt die Ausleuchtung etwas homogener aus, als bei der Alpha.

Magicshine_Monteer6500 Messprotokolle

Acid HPA2000

Acid HPA 2000 Ausleuchtung

Die preiswerte Acid bildet einen recht homogenen Lichtkegel. Die Ausleuchtung ist nicht allzu breit und reicht in etwa 30 Meter weit. Das reicht auch noch für sportliche Fahrten.

Acid_HPA2000 Messprotokolle

Gloworm X2

Gloworm X2 Ausleuchtung

Die Gloworm ist von den Lumenwerten her die schwächste Lampe im Test. Das schlägt sich besonders in der Randausleuchtung wider. Der mittlere Spot ist mit maximal 138 Lux angenehm hell und leuchtet recht weit voraus.

Gloworm_X2 Messprotokolle

Light & Motion Seca 2500

Light and Motion Seca2500 Ausleuchtung

Die Seca 2500 glänzt vor allem durch ihren breiten, homogenen und hellen Kegel im direkten Bereich vor dem Fahrer. Die Reichweite der hellen Leuchte ist dagegen etwas beschränkt. Die Randausleuchtung gehört mit zu den Besten.

Light&Motion_Seca2500 Messprotokolle

Lupine Piko 1900

Lupine Piko 1900 Ausleuchtung

Das Leuchtbild der Piko ist dem der HPA2000 recht ähnlich. Der mittige Spot ist etwas heller und reicht minimal weiter voraus. Dafür ist die Randausleuchtung minimal schwächer. Alles in Allem reicht auch die Piko locker für sportliche Ausfahrten.

Lupine_Piko Messprotokolle

Moon X-Power 2500

Moon X-Power 2500 Ausleuchtung

Die Moon hat mächtig Power und leuchtet besonders in der Mitte hell und weit. Zum Rand hin fällt die Leistung zwar deutlich ab, liegt allerdings immer noch sichtbar über der von Acid und Lupine Piko.

Moon_XPower2500 Messprotokolle

Silva Exceed 3X

Silva Exceed 3X Ausleuchtung

Die Silva ist mit eine der schwächsten Lampen im Test. Im Nahbereich reicht ihr Spot noch locker aus, dafür ist die Reichweite begrenzt. Direkt vor dem Fahrer ist die Ausleuchtung sehr gut, fällt aber schnell zur Seite hin ab. Der Boost-Modus mit 2300 Lumen steht leider nur für zehn Sekunden zur Verfügung.

Silva_Exceed3 Messprotokolle

Die wichtigsten Tipps zum Akku-Handling

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In der Praxis spielt natürlich nicht nur die reine Leuchtkraft der Lampen eine Rolle. Ohne Akku läuft hier gar nichts. Kaum zu glauben aber die Akkus der Helmlampen sind kleine Sensibelchen. Werden sie falsch geladen oder gelagert, reagieren sie gestresst und verlieren oft frühzeitig an Lebensdauer. Marcus Wallmeyer, CEO und Chefdesigner von Supernova, gibt sein umfangreiches Wissen zum Thema Akku-Management preis.

Marcus Wallmeyer

Supernova-Chef Marcus Wallmeyer bastelte seinen ersten Scheinwerfer aus einer leeren Dose Tomatenmark.

BIKE: Was stresst moderne Li-Ion Akkus besonders?

Marcus Wallmeyer: Das sind vor allem zwei Dinge: hohe Temperaturen und eine dauerhaft zu hohe Ladung. Deshalb sollte man niemals einen Akku im Sommer im Auto liegen lassen. Besonders schlimm ist das, wenn der Akku noch dazu voll aufgeladen ist. Die dauerhaft hohe Ladespannung verträgt der Akku gar nicht gut. Genauso schlecht ist es, den voll geladenen Akku am Ladegerät hängen zu lassen.

Was sollte man beim Laden des Akkus sonst noch beachten?

Auf keinen Fall sollte man einen Akku, der tiefgefroren von einer Tour kommt ans Ladegerät hängen. Besonders im Winter passiert das schnell: Man kommt zur Tür rein, will einfach nur noch warm duschen und vorher wird noch schnell der Akku ans Ladegerät gehängt, damit man am nächsten Morgen einen vollen Akku hat. Die Lebensdauer geht massiv runter, wenn Akkus unter fünf Grad geladen werden. Besser wäre es, erst duschen zu gehen, damit sich auch der Akku erst mal etwas aufwärmen kann.

Lässt sich die Lebensdauer eines Akkus auch verlängern?

Am längsten hält der Akku, wenn er nur bis 80 Prozent aufgeladen und auch nicht bis auf den letzten Rest leergefahren wird. Am liebsten hat es der Akku, wenn man ihn im Bereich zwischen 20 und 80 Prozent der Kapazität nutzt. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für alle anderen Akkus, wie zum Beispiel den eines Smartphones.

Im Sommer braucht man in der Regel kaum Licht. Wie lagert man den Akku am besten?

Als erstes sollte man den Akku auf etwa 50 Prozent der Kapazität entladen. Dann kommt der Akku an einen Platz, der nicht zu heiß wird. Am besten einfach bei Zimmertemperatur. Akkus entladen sich mit der Zeit selbst, besonders wenn ein Stand-by-Strom der innenliegenden Elektronik ihn entlädt. Deshalb muss man aufpassen, dass der Akku niemals tiefentladen wird. Nach zirka zwei bis drei Monaten ist es Zeit, den Akku nachzuladen um ihn wieder auf etwa 50% der Akkukapazität zu bringen.   

Was bringt mir denn der ganze Aufwand?

Die Lebensdauer des Akku kann man so leicht verdoppeln oder gar verdreifachen. Hier geht es nicht nur darum, dass man besonders viel Geld sparen kann. Es geht hier vor allem auch um Nachhaltigkeit.

Lux oder Lumen – oder warum wir beides messen

LUMEN – Der Lichtstrom in Lumen gibt die gesamte ausgestrahlte sichtbare Lichtmenge an. Eine hochwertige, gut gekühlte LED und eine effiziente Optik ergeben hohe Lumenwerte. Eine Aussage über die Lichtverteilung fehlt hier jedoch. Das heißt: Eine unangenehme Spot-Beleuchtung mit dunklen Randbereichen kann sich hinter auch hinter einem sehr hohen Lumenwert verstecken.

LUX – Hier kommt der Lux-Wert ins Spiel. Er entsteht durch eine Messung der Helligkeit an einem Punkt, in der Regel in zehn Meter Entfernung. Ein Laserpointer hätte so gemessen einen enorm hohen Lux-Wert, obwohl er kein brauchbares Licht erzeugt. Um die Lichtverteilung der Testlampen aufzudecken, haben wir die Lux-Werte in einem speziellen Goniometer bei Supernova getestet.

Die folgende Grafik zeigt, dass ein Scheinwerfer mit 150 Lux deutlich schlechter sein kann, als ein Scheinwerfer mit „lediglich“ 40 Lux, der dafür aber eine wesentlich breitere Ausleuchtung bietet. Beim Vergleich von Scheinwerfern ist es also wichtig, immer beide Werte im Auge zu behalten.  

Lux – Lumen

Stefan Frey am 02.12.2019