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Test 2016: Helmlampen für Mountainbiker

10 MTB Helmlampen im Labor- und Praxistest

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor 6 Jahren

Ab 100 Euro versprechen die Hersteller leistungsstarke Lampen. Werden damit die winterlichen Trails hell? Oder müssen Nachtschwärmer tiefer in die Tasche greifen? Unser Test bringt Licht ins Dunkel.

Ein kleiner, weißer Punkt tanzt vor mir durch die Nacht. Nach jedem Blinzeln taucht er an einer anderen Stelle im Wald wieder auf, bis ihn die Dunkelheit schließlich verschluckt. Es war nur ein kurzer Blick zur Seite. Doch das gleißende Helmlicht des neben mir fahrenden Kollegen hat sich scheinbar in meine Netzhaut gebrannt, wie ein Brandeisen in einen Rinderschenkel.

Helmlampen sind heute längst keine schwachbrüstigen Halogenfunzeln mehr. Schon für knapp hundert Euro bekommen Freunde der Nacht heute LED-befeuerte Scheinwerfer. Die Hersteller versprechen vierstellige Lumenwerte und taghelle Trails. Aber reichen die günstigen Modelle wirklich für die nächtliche Jagd über die Trails, oder führen letztlich nur die wesentlich teureren Modelle auf den Pfad der Erleuchtung? Wir haben zehn aktuelle Modelle bis 400 Euro um die Wette strahlen lassen.


Die Testergebnisse dieser Helmlampen finden Sie in diesem Artikel:

• Black Sun Sun Storm II (BIKE-Tipp: Preis/Leistung)
• Cube Power Light 850
• Duranova Sirius Twin
• Lezyne Power Drive XL
• Hope R2 LED Vision Endurance
• Juvelo Saphir One
• LED Lenser Xeo 19R
• Light & Motion Seca 1500
• Lupine Piko R 4 SC (BIKE-Tipp: Testsieger)
• Mytinysun Head 1000 Pro GoPro E.

Test 2016: Helmlampen für Mountainbiker

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Schon ab 100 Euro versprechen die Hersteller leistungsstarke Lampen. Werden damit wirklich die winterlichen Trails hell? Oder müssen Nachtschwärmer doch tiefer in die Tasche greifen? Unser Test bringt Licht ins Dunkel.

Egal, ob günstig oder teuer – das Konzept einer Helmlampe ist immer gleich: möglichst viel Leistung verpackt in einem möglichst kleinen Gehäuse. Dabei spielt die Qualität der verwendeten LEDs eine entscheidende Rolle. Theoretisch kann derzeit mit einer einzigen Diode eine Leistung von 1100 Lumen erzielt werden.

Theoretisch, wie gesagt. Denn was letztendlich auf dem Trail ankommt, unterscheidet sich oft deutlich von den angegebenen Werten im Datenblatt. Das bestätigen auch unsere Messungen mit der Ulbricht-Kugel. So zeigen sich von den versprochenen 2000 Lumen der Black Sun gerade mal 930 auf der Beschichtung der Messkugel. Bei Juvelo bleiben von nominell 1000 letztendlich 686 Lumen übrig. Da fragt man sich, wo steckt der Rest?

Häufig sind die Linsen gefräßig und verschlucken bereits einige Prozent der Lichtmenge, die von den LEDs ausgespuckt wird. Dabei sollte die Linse eigentlich das ausströmende Licht großflächig auf dem Weg verteilen. Hier zeigt sich, wie viel Mühe sich die Hersteller bei der Entwicklung geben. Wird das Licht richtig verteilt, sieht der Fahrer auch noch ein paar Meter neben dem Weg, was im nächtlichen Wald so vor sich geht. Mit nur einer LED im Gehäuse ist das natürlich schwierig: Ein kleiner Bereich in der Mitte erhält den Großteil der Lichtmenge. Der Wegrand versteckt sich dann mehr oder weniger in der Finsternis. Stecken zwei oder mehr LEDs im Lampenkopf, kann das Licht besser über den Trail verteilt werden. Eine Leuchtdiode fokussiert das Geschehen direkt vor dem Fahrer, die andere erhellt die Randbereiche. So bewegt man sich wesentlich sicherer durch die Nacht.

Neben den teuren Modellen von Led Lenser, Light & Motion und Lupine punktet hier auch noch die preiswerte Black Sun. Led Lenser geht mit der XEO 19R noch einen Schritt weiter und lässt den Fahrer selbst entscheiden, wie er den Weg ausleuchten möchte. Beide LEDs lassen sich über einen kleinen Hebel getrennt fokussieren. In Verbindung mit der massiven Lichtausbeute findet man so garantiert die passende Einstellung. Vorausgesetzt, man verirrt sich nicht in der wirren Menüführung. 26 Modi – wir haben nachgezählt – werden von fünf Schaltern bedient. Die Bedienungsanleitung hilft dabei wenig. Ihre Piktogramme sind schwerer zu deuten als ein Gedicht von Hugo Ball. Nicht ganz so schlimm ist die Juvelo. Zwei Knöpfe navigieren durch eine wenig logische Menüfolge.

Einfachheit ist Trumpf. Besonders auf nächtlichen Pfaden. Drei bis vier Leuchtmodi und ein Knopf, der auch mit dicken Handschuhen noch leicht zu bedienen ist, mehr braucht man eigentlich nicht. Tritt man bergauf oder nähert sich Gegenverkehr, wechselt man in den Abblendmodus. Ansonsten bewegt man sich eh die meiste Zeit mit maximaler Leistung.

Ryan Creary Verlängerung: Mit der Helmlampe ist auch nach Sonnenuntergang noch lange nicht Schluss.

Wer von einer Helmlampe mehr erwartet, sollte sich bei Lupine oder Led Lenser umsehen. Die Piko lässt sich neuerdings per Bluetooth-Fernbedienung steuern, was ein echter Komfortgewinn ist. Die Ladestandsanzeige am Akku kann als Rücklicht verwendet werden, und die verschiedenen Leuchtprogramme lassen sich bequem und individuell per App programmieren. Bisher zwar nur mit Apple-Geräten, aber eine Android-Version wird gerade auf den Weg gebracht. Auch Led Lenser hat sich ein paar nette Spielereien ausgedacht. So befeuert der klobige Akku-Pack mit seinen 5200 mAh nicht nur die beiden LEDs. Er kann alternativ auch als USB-Ladegerät für Smartphones oder GPS-Geräte herhalten. Eine Fotozelle im Lampenkopf misst das einfallende Licht und regelt automatisch die Leuchtkraft. Dadurch sollen Gegenverkehr oder Mitfahrer weniger geblendet werden.

Gute Sache, denke ich. Leider hat mein Bike-Kollege wohl offenbar gerade nicht die Led Lenser am Helm. Der kleine, weiße Punkt vor meinen Augen führt nämlich schon wieder sein Tänzchen auf.


Fazit Stefan Frey, BIKE-Testredakteur

Wer sich ernsthaft mit dem Bike durch die Nacht bewegen möchte, kommt mit 100 Euro nicht ganz aus. Doch bereits für wenig mehr gibt es die Sun Storm II. Sie leuchtet den Trail hell und breit aus und hängt zudem an einem ausdauernden Akku. Led Lenser, Light & Motion und Lupine bewegen sich leistungsmäßig auf einem anderen Level und überstrahlen alle anderen Modelle im Test. Fein verarbeitet, mit guter Lichtausbeute und zwei leistungsstarken Akkus ausgestattet drängt sich die Hope förmlich für lange Strecken oder 24-Stunden-Rennen auf. Die Cube ist super-leicht, kann aber auf dem Trail, genauso wie die Duranova, nicht ganz überzeugen. Bei Juvelo stört das hohe Gewicht am Helm, bei Lezyne die schwach abgestützte und wacklige Halterung. Beide Lampen könnten zudem etwas mehr Power vertragen.

Robert Niedring BIKE-Testredakteur Stefan Frey

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