GPS-Special GPS-Special GPS-Special

GPS-Special

  • Marc Schneider
 • Publiziert vor 14 Jahren

Nie mehr anhalten – einfach wissen, wo es langgeht. Download-Tipps – Alles zur Navigation – Profi-Touren-Planung ... GPS-Navigation verspricht Touren-Bikern eine rosige Zukunft. Ist die Route erst einmal auf dem Gerät, bleibt die Landkarte im Rucksack.

“Nach 300 Metern links abbiegen ...”, eine sonore Stimme kündigt den nächsten Abzweig an. Eine 3D-Animation im Display zeigt die Kreuzung. Dann erscheint ein Pfeil und noch einmal der Hinweis: “Bitte jetzt links abbiegen!” Wer ein Navigationsgerät im Auto hat, weiß diesen Wegweiser-Service gerade im Großstadt-Dschungel zu schätzen: einfach das gewünschte Ziel eingeben und los geht’s.

Und so etwas gibt es mittlerweile auch fürs Bike? Leider nicht ganz. Zwar lotst das GPS-Gerät am Bike-Lenker auch zielsicher durch das Gewirr von Wald- und Wanderwegen – Landkarten und Roadbooks können also getrost im Rucksack bleiben. Doch die Ziel-, oder besser gesagt, die Touren-Eingabe ist bei der Outdoor- Navigation deutlich komplizierter.

Doch gemessen an den Aufgaben, die die Technik meistern muss – die Navigation durch ein Netz namenloser Wege und Punkte ohne Hausnummer – ist sie vergleichsweise einfach zu bedienen. Die Technik fasziniert und führt mit Leichtigkeit durch die Wildnis. Die grundlegende Funktionsweise der Outdoor-Navigation erschließt sich dem Nutzer schon beim ersten Gebrauch.

Vermessen wäre es zu glauben, der Aufwand für Luftbilder würde nur für Biker betrieben. Hier bilden doch wirtschaftliche Interessen die eigentliche Triebkraft. Das Landesvermessungsamt Bayern lässt das Land beispielsweise alle drei Jahre neu befliegen. Genauigkeit derzeit: deutlich unter einem Meter. Infos: www.lvg.bayern.de


Wie es funktioniert

Es ist der alte Brotkrümel-Trick, den die GPSGeräte nutzen. Beim Aufzeichnen einer Spur oder eines “Tracks” lässt das GPS alle paar Meter virtuell einen Krümel fallen und notiert die Position. Bei einer Tages-Tour kommen da mehrere hundert Punkte zusammen. Diese Aufzeichnung kann später immer wieder abgespielt werden. Bei der Navigation entlang der gelegten Spur sammelt das Gerät die Brotkrümel, bildlich gesprochen, wieder ein. Sehr WIE BROTKRÜMEL IM WALD komfortabel wird die Navigation, wenn es an neuralgischen Punkten der Tour, zum Beispiel an Kreuzungen, zusätzliche Abbiegehinweise gibt (siehe Lexikon rechts).


Lust oder Frust – die Arbeit am PC

Um die Arbeit am PC kommen Nutzer von Outdoor-GPS-Geräten nicht herum. Digitalkarten etwa müssen selbst aufs Gerät gespielt werden. Je nach Umfang der gewünschten Karten auf dem Gerät muss dies mit genügend Speicher (SD-Karte) aufgerüstet werden. Das erfordert ein paar Überlegungen im Vorfeld, wie zum Beispiel, welche Karten wirklich benötigt werden. Das Sorglos-Paket mit bereits aufgespielter Europa-Straßenkarte, wie bei den mobilen Routen-Findern fürs Auto, gibt’s bei der Outdoor-Navigation nicht.

Doch gerade dieses Spiel mit den Daten macht für viele die Faszination der GPS-Welt aus. Es macht sogar richtig Spaß, eine Bike-Tour im Internet zu planen. Die Touren-Portale beeindrucken bereits jetzt mit einer Vielzahl angebotener Tracks. Nur ein Mausklick und die virtuelle Spur liegt auf dem eigenen Rechner. Via USB-Kabel können Touren-Downloads aus dem Internet dann einfach aufs GPS-Gerät gespielt werden. Fertig!

Teilweise gibt es die angebotenen Touren im Internet auch im Google-Earth-Format – das macht die Tour anschaulicher. Wer die Weltbild-Software installiert hat, benötigt wieder nur einen Klick und die Landschaft wird greifbar. Seen und Berge, an denen die Route vorbeiführt, vermitteln schon zu Hause ein realistisches Bild und wecken schöne Erwartungen.

Die Lust, durchs Internet zu surfen und mit verschiedenen Programmen zu arbeiten, sollten GPS-Nutzer mitbringen. Sonst wird die Technik schnell zum Frustfaktor. Dem wahren PC-Freak erschließt sich, über die Grundfunktionen hinaus, ein Universum an Spielmöglichkeiten. Ambitionierte Nutzer führen ein Archiv mit aufgezeichneten Touren. Ihre Aufzeichnungen bearbeiten sie mit der entsprechenden Software nach, Fehler werden behoben, die Genauigkeit auf Basis digitaler Karten erhöht. Ihre Tracks stellen sie dann im Internet anderen zur Verfügung. Die virtuelle Bike-Welt ist eine spannende Spielwiese, in der sich Biker vollends verlieren können.


Nur genießen müssen Sie selber

Um dann gar nicht mehr zu biken? Soweit wird es nicht kommen. Die Technik soll Bike- Touren komfortabler machen, nicht ersetzen. Dafür brauchen Sie nicht viel mehr als eine Internetverbindung und ein GPS-Gerät. Die angebotenen Touren werden qualitativ zusehends besser. Schon deshalb, weil die GPSGeräte immer genauer arbeiten. In Zukunft wird man wohl nicht mal mehr den PC brauchen. Dann gibt’s die Touren zum Beispiel direkt aufs Mobiltelefon, das als Navigationsgerät derzeit aber noch in den Kinderschuhen steckt. Deshalb: keine Angst beim Einstieg in die GPS-Welt. Die Navigation ist jetzt schon deutlich leichter als vor ein paar Jahren und sie wird noch viel einfacher werden.


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