Was bringen Fitness-Tracker für Radsportler? Was bringen Fitness-Tracker für Radsportler? Was bringen Fitness-Tracker für Radsportler?

Test Fitness Tracker: Elektro-Coach fürs Handgelenk

Was bringen Fitness-Tracker für Radsportler?

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor 6 Jahren

Schon praktisch, wenn der Elektro-Coach am Handgelenk zum Sport auffordert. Aber bringen Fitness-Tracker – sogenannte Wearables – für Radsportler Vorteile? 5 Modelle von Fitbit, Garmin & Co. im Test.

"Glückwunsch!", blinkt es auf meinem Smartphone, "Du hast die Bergziegen-Trophäe gewonnen." Und das für läppische elf Etagen, die ich heute hochgelaufen bin. Seit jede meiner Bewegungen von einem der angesagten Fitness-Armbänder aufgezeichnet und analysiert wird, erklimme ich scheinbar ein Podest nach dem anderen. "Wearables" sind der letzte Schrei. 450 Millionen Euro gaben die Deutschen laut einer Studie im letzten Jahr für Fitness-Tracker aus.

Und mittlerweile können die smarten Accessoires mehr als nur Schritte zähen: Sie errechnen den Kalorienverbrauch, analysieren die Schlafqualität, überwachen den Puls und meckern bei zu langer Inaktivität. Doch die nächste Generation steht schon in den Startlöchern. Smartwatches bringen Handy-Funktionen ans Handgelenk. Egal, ob SMS schreiben, Anrufe tätigen oder Termine verwalten – mit der Smartwatch lässt sich sogar im Internet surfen. Grundsätzlich gilt aber: Ohne Handy in der Tasche läuft nichts. Die aktuellen Wearables funktionieren nur in Kombination mit der passenden App am Smartphone. Über Bluetooth können die Geräte synchronisiert und die Daten ausgewertet werden. Wenn die Tracker und Uhren allerdings weder Radfahrten automatisch erkennen, noch unabhängig vom Smartphone arbeiten, welchen Nutzen bieten sie dann eigentlich für uns Biker? Wären Apps wie Strava und Runtustic oder ein moderner GPS-Computer nicht die bessere Wahl? Wir haben die verschiedenen Systeme ausprobiert.

Test Fitbit Charge HR

Das schlanke Fitness-Armband zählt Schritte, Kalorienverbrauch und überwacht Ihre Schlafqualität. Per Bluetooth verbindet es sich mit der übersichtlichen Smartphone-App. Dort erhält man auch Zugriff auf eine Datenbank mit Ernährungstipps. Pluspunkt des Charges HR ist die kontinuierliche Pulsüberwachung. Ein kleines Display zeigt auf Knopfdruck den aktuellen Tagesfortschritt. Der Charge HR ist eher eine kleine Motivationshilfe für Bürohengste, bietet für Radsportler jedoch kaum Zusatznutzen.

Der Preis des Charges HR liegt bei 149,95 Euro.

Daniel Simon Fitbit Charge HR


PLUS Lange Akku-Laufzeit, etwa 5 Tage; Pulsmesser inklusive; einfache Bedienung
MINUS Erkennt keine Radfahrten; nicht wasserdicht; zählt auch beim Zähneputzen Schritte

Test Sony Smartwatch 3

Die wasserfeste Smartwatch läuft mit Android Wear als Betriebssystem und lässt sich über den Touchscreen oder per Sprachbefehl äußerst leicht steuern. Neben den gängigsten Tracker-Funktionen ist auch Platz für Ihre Lieblings-Apps. Die Sony zeigt Anrufe, Nachrichten an und pickt sich aktuelle Infos von Ihrem Smartphone. Trotz integriertem GPS läuft ohne Handy in der Hose kaum was. So lässt sich zwar eine Strava-Aufzeichnung starten, das Telefon muss aber in Reichweite sein. Fazit: nettes Spielzeug für Technik-Freaks.


Preis der Smartwatch 3: 229,90 Euro.

Daniel Simon Sony Smartwatch 3


PLUS Über USB-Kabel aufladbar; schnelle Sprachsteuerung; NFC, Wlan und GPS an Bord
MINUS Ohne Handy etwas hilflos; Akku-Laufzeit nur zirka 19 Stunden; kein Pulssensor integriert

Test Garmin Vivoactive

Das Multitalent Vivoactive beherrscht alle wichtigen Fitness-Tracker-Funktionen, holt sich Benachrichtigungen vom Handy und verfügt ab Werk über diverse Trainings-Apps. Über ANT+ oder Bluetooth sammelt es Daten von Pulsmesser, Lauf- oder Trittfrequenzsensoren und zeigt diese auf dem übersichtlichen Touchscreen. Der Vivoactive zeichnet völlig autark Aktivitäten auf. Auswertung und Planung laufen über die vorbildliche Handy-App oder ein Web-Dashboard. Highlight für Multisportler.


Preis: 249 Euro.

Daniel Simon Garmin Vivoactive


PLUS Akku-Laufzeit zirka 10 Tage; GPS, GLONASS, ANT+ und Bluetooth an Bord, sehr genaue Messung; Smartwatch- und Fitness-Tracker-Funktionen
MINUS Kein integrierter Pulsmesser

Tes Polar M450

GPS, Herzfrequenz und Höhenmessung sind die Basis für ein perfektes Training. Der M450 bietet zusätzlich einen barometrischen Höhenmesser und Bluetooth. Damit lassen sich Sensoren koppeln oder die Auswertung über die Polar-Flow-App oder den PC vornehmen. Die wichtigsten Daten zeigt das individualisierbare, gut lesbare Display. Fitness-Tracker- oder Smartwatch-Funktionen gibt es nicht, haben wir aber in keinster Weise vermisst. Smartwatch-Funtkionen bietet zum Beispiel der Garmin Edge 1000.

Den M450 gibt es zum Preis ab 159,90 Euro.

Daniel Simon Polar M450


PLUS Barometrischer Höhenmesser; konfigurierbares Display, gute Akku-Laufzeit; Bluetooth und GPS an Bord; gute Analyse-Software
MINUS Keine Navigationsfunktion; wenig intuitive Bedienung

Alternative: Smartphone-Apps im Test

Sie möchten Ihre Trainingsdaten und Touren zwar aufzeichnen, brauchen aber nicht zwingend ein Display am Lenker? Dann bieten Apps wie PowerTraxx oder Strava die einfachste und günstigste Alternative für Biker. Die Apps nutzen das GPS-Signal des Smartphones, lassen sich teilweise aber auch durch Bluetooth-Sensoren ergänzen. Das Handy verschwindet im Trikot oder Rucksack. Zur Auswertung und Planung steht Ihnen eine Fülle an Trainingsdatenbanken und Apps teilweise kostenlos zur Verfügung.

Daniel Simon Smartphone-Apps wie PowerTraxx oder Strava sind eine günstige Alternative zu Fitness-Trackern.


PLUS Günstig, teils kostenlos; große Auswahl an App-Anbietern; über Bluetooth-Sensoren erweiterbar
MINUS Wenig geeignet für den Lenker; hoher Akku-Verbrauch


„Ich fühlte mich mit den Trackern am Arm gestalked.“

Robert Niedring BIKE-Testredakteur Stefan Frey

Nach vier Wochen mit diversen Fitness-Trackern und Smartwatches will ich eigentlich nur noch eins: meine Ruhe. Ständig piept, blinkt oder vibriert irgend­etwas. Die meisten Kalorien habe ich sowieso auf dem Weg zur Steckdose verbrannt. Einen wirklichen Nutzen konnte ich aus den Daten nicht ziehen – ich schlafe genauso schlecht wie immer. Zudem weiß ich als aktiver Sportler, wann ich Bewegung brauche. Für Sportmuffel können die Tracker jedoch eine Motivationshilfe sein. (Stefan Frey, BIKE-Redakteur)


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