Schaltung | AntriebSo justieren Sie einen Shimano-Umwerfer korrekt

Stefan Frey

 · 9/6/2017

So justieren Sie einen Shimano-Umwerfer korrektFoto: Georg Grieshaber

Seit Sram dem Umwerfer abgeschworen hat, findet man Zwei- und Dreifach-Antriebe fast ausschließlich an Bikes mit Shimano-Schaltung. Wir zeigen, wie Sie den Umwerfer korrekt justieren.


1. H-Schraube
Die H-Schraube begrenzt den Schwenkbereich des Umwerfers nach rechts, sodass die Kette nicht über das große Kettenblatt nach außen fallen kann.


2. L-Schraube
Die L-Schraube beschränkt den Aktionsradius des Umwerfers nach innen. Dadurch wird verhindert, dass die Kette beim Schalten über das kleine Kettenblatt hinaus Richtung Innenlager fällt.


3. Zugklemmung
Der Umwerfer kann je nach Rahmenform von oben oder von unten (Dual-Pull), oder von vorne (Front-Pull) angelenkt werden. In jedem Fall sollte der Zug mit etwa sechs bis sieben Newtonmetern festgeklemmt werden.


4. Zugspannung
Dreht man die Zugspannschraube am Schalthebel gegen den Uhrzeigersinn heraus, erhöht sich die Spannung auf den Umwerfer. Dadurch klettert die Kette leichter auf das größere Kettenblatt.


5 Zug wechseln
Entfernt man die kleine Madenschraube am Schalthebel (Shimano), lässt sich ein neuer Schaltzug einfädeln. Der Schalthebel muss dazu in seiner entspannten Position – also kleines Kettenblatt – stehen.

  SHIMANO Umwerfer einstellen: Die BegriffeFoto: Hersteller
SHIMANO Umwerfer einstellen: Die Begriffe

Umwerfer Montage-Typen

Wie der Umwerfer am Mountainbike montiert wird, hängt von der Rahmenform ab. Besonders moderne Fully-Rahmen benötigen oft spezielle Adapter. Neu ist zudem die Möglichkeit, den Umwerfer seitlich anzulenken (Side Swing), was vor allem die Bedienkräfte verringern und den Herstellern mehr Platz am Hinterbau bieten soll.


Direct Mount High
Der Umwerfer wird ohne Schelle am Rahmen montiert, der Käfig schwenkt nach unten (Down Swing). Die Klemmung verfügt über einen kleinen Verstellbereich. Den Umwerfer gibt es auch als Side-Swing-Ausführung.

  Direct Mount HighFoto: Hersteller
Direct Mount High


Direct Mount Low
Wird ebenfalls am Rahmen montiert, der Käfig schwingt jedoch nach oben (Top Swing). Auch hier gibt es die moderne Side-Swing-Variante. Bei allen Direct-Mount-Modellen auf die passende Zahnkapazität achten.

  Direct Mount Low Foto: Hersteller
Direct Mount Low 


High Clamp
Umwerfer mit Schellenmontage findet man an modernen Bikes nur noch selten. Sie passen an Sitzrohre mit 28,6 bis 34,9 Millimetern Durchmesser. High-Clamp-Modelle gibt’s als Down-Swing- oder Side-Swing-Versionen.

  High Clamp Foto: Hersteller
High Clamp 


Low Clamp
Umwerfer mit niedriger Klemmschellenposition passen ebenfalls nur an Sitzrohre mit 28,6 bis 34,9 Millimetern Durchmesser und schwenken nach oben (Top Swing). Auch die Low-Clamp-Ausführung gibt es als Side-Swing-Variante.

  Low Clamp Foto: Hersteller
Low Clamp 

UMWERFER JUSTIEREN IN SECHS SCHRITTEN

6. Äußerer Anschlag: Zum Abschluss müssen Sie noch den äußeren Schwenkbereich begrenzen. Dafür ist die H-Schraube ("H" für High) zuständig. Liegt die Kette auf dem großen Kettenblatt und dem kleinsten Ritzel, sollte die Kette am äußeren Leitblech gerade so schleiffrei vorbeilaufen. Der Umwerfer darf sich bei weiterem Druck auf den Schalthebel nicht weiter nach außen bewegen, ansonsten könnte er die Kette abwerfen.Foto: Georg Grieshaber
6. Äußerer Anschlag: Zum Abschluss müssen Sie noch den äußeren Schwenkbereich begrenzen. Dafür ist die H-Schraube ("H" für High) zuständig. Liegt die Kette auf dem großen Kettenblatt und dem kleinsten Ritzel, sollte die Kette am äußeren Leitblech gerade so schleiffrei vorbeilaufen. Der Umwerfer darf sich bei weiterem Druck auf den Schalthebel nicht weiter nach außen bewegen, ansonsten könnte er die Kette abwerfen.
1. Ausrichten: Bevor es an die Einstellung geht, müssen Winkel und Höhe des Umwerfers passen. Diese Justage geht am besten ohne Kette und Schaltzug. Das Leitblech sollte parallel zum Kettenblatt ausgerichtet sein. Die Unterkante sollte für geschmeidige Gangwechsel einen Abstand von ein bis drei Millimetern zu den Zähnen des großen Kettenblatts aufweisen.Foto: Georg Grieshaber
1. Ausrichten: Bevor es an die Einstellung geht, müssen Winkel und Höhe des Umwerfers passen. Diese Justage geht am besten ohne Kette und Schaltzug. Das Leitblech sollte parallel zum Kettenblatt ausgerichtet sein. Die Unterkante sollte für geschmeidige Gangwechsel einen Abstand von ein bis drei Millimetern zu den Zähnen des großen Kettenblatts aufweisen.
2. Hilfestellung: Um Winkel und Höhe besser einstellen zu können, kann man das äußere Leitblech durch Drehen an der L-Schraube auf Höhe des Kettenblatts bringen. Bei neuen Umwerfern hilft der mitgelieferte Montageblock. Der Winkel lässt sich nur noch bei Schellenumwerfern einstellen. Direct-Mount-Umwerfer sind bereits ab Werk parallel zum Kettenblatt ausgerichtet.Foto: Georg Grieshaber
2. Hilfestellung: Um Winkel und Höhe besser einstellen zu können, kann man das äußere Leitblech durch Drehen an der L-Schraube auf Höhe des Kettenblatts bringen. Bei neuen Umwerfern hilft der mitgelieferte Montageblock. Der Winkel lässt sich nur noch bei Schellenumwerfern einstellen. Direct-Mount-Umwerfer sind bereits ab Werk parallel zum Kettenblatt ausgerichtet.
3. Innerer Anschlag: Montieren Sie die Kette. Über die mit "L" gekennzeichnete Schraube ("L" für Low, also die niedrigen Gänge) wird der Schwenkbereich nach innen begrenzt. Wenn die Kette vorne auf dem kleinen Blatt und hinten auf dem größten Ritzel liegt, sollte sie gerade so schleiffrei am inneren Leitblech vorbeilaufen.Foto: Georg Grieshaber
3. Innerer Anschlag: Montieren Sie die Kette. Über die mit "L" gekennzeichnete Schraube ("L" für Low, also die niedrigen Gänge) wird der Schwenkbereich nach innen begrenzt. Wenn die Kette vorne auf dem kleinen Blatt und hinten auf dem größten Ritzel liegt, sollte sie gerade so schleiffrei am inneren Leitblech vorbeilaufen.
4. Zug Klemmen: Bevor Sie mit der weiteren Einstellung fortfahren, müssen Sie den Zug am Umwerfer klemmen. Achten Sie dabei immer auf die richtige Zugführung entlang des Kabelkanals. Je nach Zuganlenkung von oben, unten oder von vorne, kann die Zugführung abweichen. Das Anzugsmoment sollte zwischen sechs und sieben Newtonmetern liegen.Foto: Georg Grieshaber
4. Zug Klemmen: Bevor Sie mit der weiteren Einstellung fortfahren, müssen Sie den Zug am Umwerfer klemmen. Achten Sie dabei immer auf die richtige Zugführung entlang des Kabelkanals. Je nach Zuganlenkung von oben, unten oder von vorne, kann die Zugführung abweichen. Das Anzugsmoment sollte zwischen sechs und sieben Newtonmetern liegen.
5. Zugspannung: Schalten Sie jetzt vorne auf das große Blatt (bei Dreifach-Schaltungen aufs mittlere Blatt), hinten bleibt die Kette am größten Ritzel. Durch Herausdrehen der Schraube am Schalthebel gegen den Uhrzeigersinn wird die Zugspannung erhöht. Der Umwerfer wandert weiter nach außen und hievt die Kette schneller aufs größere Blatt. Der Abstand der Kette zum inneren Leitblech sollte hier 0 bis 0,5 Millimeter betragen.Foto: Georg Grieshaber
5. Zugspannung: Schalten Sie jetzt vorne auf das große Blatt (bei Dreifach-Schaltungen aufs mittlere Blatt), hinten bleibt die Kette am größten Ritzel. Durch Herausdrehen der Schraube am Schalthebel gegen den Uhrzeigersinn wird die Zugspannung erhöht. Der Umwerfer wandert weiter nach außen und hievt die Kette schneller aufs größere Blatt. Der Abstand der Kette zum inneren Leitblech sollte hier 0 bis 0,5 Millimeter betragen.
6. Äußerer Anschlag: Zum Abschluss müssen Sie noch den äußeren Schwenkbereich begrenzen. Dafür ist die H-Schraube ("H" für High) zuständig. Liegt die Kette auf dem großen Kettenblatt und dem kleinsten Ritzel, sollte die Kette am äußeren Leitblech gerade so schleiffrei vorbeilaufen. Der Umwerfer darf sich bei weiterem Druck auf den Schalthebel nicht weiter nach außen bewegen, ansonsten könnte er die Kette abwerfen.Foto: Georg Grieshaber
6. Äußerer Anschlag: Zum Abschluss müssen Sie noch den äußeren Schwenkbereich begrenzen. Dafür ist die H-Schraube ("H" für High) zuständig. Liegt die Kette auf dem großen Kettenblatt und dem kleinsten Ritzel, sollte die Kette am äußeren Leitblech gerade so schleiffrei vorbeilaufen. Der Umwerfer darf sich bei weiterem Druck auf den Schalthebel nicht weiter nach außen bewegen, ansonsten könnte er die Kette abwerfen.
1. Ausrichten: Bevor es an die Einstellung geht, müssen Winkel und Höhe des Umwerfers passen. Diese Justage geht am besten ohne Kette und Schaltzug. Das Leitblech sollte parallel zum Kettenblatt ausgerichtet sein. Die Unterkante sollte für geschmeidige Gangwechsel einen Abstand von ein bis drei Millimetern zu den Zähnen des großen Kettenblatts aufweisen.Foto: Georg Grieshaber
1. Ausrichten: Bevor es an die Einstellung geht, müssen Winkel und Höhe des Umwerfers passen. Diese Justage geht am besten ohne Kette und Schaltzug. Das Leitblech sollte parallel zum Kettenblatt ausgerichtet sein. Die Unterkante sollte für geschmeidige Gangwechsel einen Abstand von ein bis drei Millimetern zu den Zähnen des großen Kettenblatts aufweisen.
1. Ausrichten: Bevor es an die Einstellung geht, müssen Winkel und Höhe des Umwerfers passen. Diese Justage geht am besten ohne Kette und Schaltzug. Das Leitblech sollte parallel zum Kettenblatt ausgerichtet sein. Die Unterkante sollte für geschmeidige Gangwechsel einen Abstand von ein bis drei Millimetern zu den Zähnen des großen Kettenblatts aufweisen.
2. Hilfestellung: Um Winkel und Höhe besser einstellen zu können, kann man das äußere Leitblech durch Drehen an der L-Schraube auf Höhe des Kettenblatts bringen. Bei neuen Umwerfern hilft der mitgelieferte Montageblock. Der Winkel lässt sich nur noch bei Schellenumwerfern einstellen. Direct-Mount-Umwerfer sind bereits ab Werk parallel zum Kettenblatt ausgerichtet.
3. Innerer Anschlag: Montieren Sie die Kette. Über die mit "L" gekennzeichnete Schraube ("L" für Low, also die niedrigen Gänge) wird der Schwenkbereich nach innen begrenzt. Wenn die Kette vorne auf dem kleinen Blatt und hinten auf dem größten Ritzel liegt, sollte sie gerade so schleiffrei am inneren Leitblech vorbeilaufen.
4. Zug Klemmen: Bevor Sie mit der weiteren Einstellung fortfahren, müssen Sie den Zug am Umwerfer klemmen. Achten Sie dabei immer auf die richtige Zugführung entlang des Kabelkanals. Je nach Zuganlenkung von oben, unten oder von vorne, kann die Zugführung abweichen. Das Anzugsmoment sollte zwischen sechs und sieben Newtonmetern liegen.
5. Zugspannung: Schalten Sie jetzt vorne auf das große Blatt (bei Dreifach-Schaltungen aufs mittlere Blatt), hinten bleibt die Kette am größten Ritzel. Durch Herausdrehen der Schraube am Schalthebel gegen den Uhrzeigersinn wird die Zugspannung erhöht. Der Umwerfer wandert weiter nach außen und hievt die Kette schneller aufs größere Blatt. Der Abstand der Kette zum inneren Leitblech sollte hier 0 bis 0,5 Millimeter betragen.
6. Äußerer Anschlag: Zum Abschluss müssen Sie noch den äußeren Schwenkbereich begrenzen. Dafür ist die H-Schraube ("H" für High) zuständig. Liegt die Kette auf dem großen Kettenblatt und dem kleinsten Ritzel, sollte die Kette am äußeren Leitblech gerade so schleiffrei vorbeilaufen. Der Umwerfer darf sich bei weiterem Druck auf den Schalthebel nicht weiter nach außen bewegen, ansonsten könnte er die Kette abwerfen.


WERKSTATT-TIPPS


Ausrichtung
Das äußere Leitblech des Umwerfers sollte exakt parallel zum Kettenblatt stehen. Legen Sie einen Inbus-Schlüssel an die flache Seite des großen Kettenblatts und führen Sie den Inbus-Schlüssel durch Drehen der Kurbel am Leitblech entlang. So lässt sich die Position leicht überprüfen. Vorteil Direct-Mount-Umwerfer: Sie stehen durch die fixe Aufnahme am Rahmen auch ohne Gefummel immer gerade.

  Ausrichtung beim Umwerfer einstellenFoto: Georg Grieshaber
Ausrichtung beim Umwerfer einstellen


Fully-Montage
Bei Bikes mit Hinterradfederung ändert sich die Umwerferposition, sobald der Fahrer im Sattel sitzt. Die Montage und Einstellung sollte man daher in der Sag-Position durchführen. Ein Spanngurt hilft, den Dämpfer während des Setups im Sag zu halten.

  Fully-MontageFoto: Georg Grieshaber
Fully-Montage


Umstellung 2- oder 3fach
Bei älteren Schalthebeln findet sich an der Unterseite ein so-genannter Mode Converter. Je nachdem, ob man zwei oder drei Kettenblätter fährt, wählt man die Position des kleinen Hebels. Aktuelle Schalthebel verzichten auf diese Funktion. Fährt man im Zweifach-Setup, wird die dritte Schaltposition einfach nicht verwendet.

  2-fach oder 3-fachFoto: Georg Grieshaber
2-fach oder 3-fach


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