Smartphone als Bike-Navi - Vergleichstest Apps und GPS-Geräte

Matthias Schwindt

 · 24.08.2022

Smartphone als Bike-Navi - Vergleichstest Apps und GPS-GeräteFoto: Markus Greber
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Touren-Suche, Streckenplanung, Navigation – immer mehr Menschen setzen beim Biken aufs Smartphone als Navi statt auf klassische GPS-Gerät. Geht die Rechnung wirklich auf? Wir haben es ausprobiert.

„Es gibt für alles eine App.“ Trifft dieser Werbespruch zu, sollte es auch kein Problem sein, mit dem Smartphone auf (E-)Bike-Tour zu gehen. Schließlich besitzen 80 Prozent der Deutschen ein Smartphone, in der fürs Biken relevanten Zielgruppe fast alle. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn nur das vorhandene Handy mit einer passenden Outdoor-App auszustatten, reicht noch nicht für einen erfolgreichen Bike-Ausflug.

Fahrradhalterung

Um der Strecke zu folgen, muss das Display auch gut ablesbar im Blickfeld des Bikers liegen. Außerdem muss in jedem Fall verhindert werden, dass sich das teure Telefon löst und auf den Trail stürzt. Wir haben unterschiedliche Modelle getestet. Passgenaue Hüllen mit Lenkerbefestigung und Universalhalterungen.

Stromversorgung

Auf ausgedehnten Touren verdient die Stromversorgung besondere Beachtung. Durch das eingeschaltete Display mit aktiver Hintergrundbeleuchtung schnellt der Stromverbrauch rapide in die Höhe. Ein leerer Akku nach zwei bis drei Stunden ist keine Ausnahme, wenn man das Handy als Bike-Navi nutzt. Was liegt näher, als per Powerbank oder aus dem großen E-Bike-Akku während der Fahrt nachzuladen? Aber Vorsicht: Das dauernde Gewackel ist nicht gut für die kleinen USB-Steckverbindungen. Dafür sind diese Stecker nicht ausgelegt, langfristig können dadurch Schäden auftreten. Bei modernen Telefonen bietet die drahtlose Qi-Ladetechnik eine praktische Alternative. Wir zeigen zwei Stromversorger ohne Kabelanschluss.

Fertige Tour, oder eigene Planung?

Sind die technischen Vorbereitungen abgeschlossen, bleibt die Frage: Welche Bike-Tour soll ich fahren? Apps und Touren-Portale versprechen die passende Tour für jeden Biker. Wir haben vier Apps genauer angeschaut. In der Praxis wurden Auswahl und Qualität der Touren-Vorschläge geprüft. Während der Navigation spielte der Komfort der Zielführung eine große Rolle, ebenso wie der Funktionsumfang auf abgelegenen Strecken ohne mobilen Internetempfang. Dabei bleibt festzuhalten: Es gibt nicht die eine App für alles. Aber das ist der Vorteil des Smartphones. Jede App spielt ihre Stärken aus, und es lassen sich problemlos mehrere Apps nebeneinander zu Navigation oder Tracking nutzen. Am Ende muss jeder für sich entscheiden, ob das sündhaft teure Smartphone am Lenker den Gefahren eines Trail-Abenteuers ausgesetzt wird.

Oder doch lieber das GPS-Gerät?

Spricht in Zeiten von wasserdichten Smartphones und einer Fülle an ausgereiften Apps überhaupt noch etwas für ein teures, eigenständiges GPS-Navigationsgerät?

■ Pro Smartphone als Bike-Navi

Der größte Posten bei der Anschaffung ist schon erledigt – das Smartphone selbst. Die Bedienung ist eingängiger, da sich die App-Entwickler an den Prinzipien der Handy-Bedienung orientieren. Das Display ist sehr groß und im schattigen Bereich ordentlich ablesbar. Größte Stärke ist die riesige Auswahl an Apps. Jeder findet seinen Favoriten. Auch können mehrere Spezial-Apps im Wechsel genutzt werden. Eine um Touren zu finden, eine für die Zielführung und eine als Tour- oder Trainings-Tagebuch.

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Garmin GPSMAP 66s >> bei Engelhorn* oder Amazon* erhältlich.

■ Pro GPS-Navi

Der GPS-Radcomputer mit Navigation ist deutlich robuster gebaut. Auch im Inneren sind alle Komponenten auf Outdoor-Nutzung ausgelegt. Bei der Akku-Laufzeit muss man sich keine Gedanken machen. Meist sind sogar zwei Bike-Tage drin. Das Display ist in der prallen Sonne deutlich besser ablesbar, auch wenn es kleiner ist. Das GPS-Navi funktioniert immer – auch ohne Internet im Funkloch. Im Kaufpreis ist alles enthalten: Halterung, Software ohne laufende Abo-Kosten und Karten inkl. kostenloser Updates.

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Hammerhead Karoo 2 >> bei Wiggle erhältlich*.

Apps für den Trail

Auf diese Apps ist bei Touren-Vorschlägen Verlass. Wer führt bequem und zuverlässig zum Ziel? Wir haben unterschiedliche Apps auf Touren-Vorschläge, Kartenqualität und Streckennavigation getestet.

Komoot

Betriebssystem: Android & iOS

Kosten: Basis mit regionaler Testkarte gratis; das Offline-Karten-Welt-Paket kostet einmalig 30 Euro, das Premium-Abo von Komoot 60 Euro pro Jahr.

Die Nummer 1 der beliebtesten Outdoor-Navi-Apps. Anlegen eines Benutzerkontos ist Pflicht. Darüber erfolgt auch der Datenaustausch zwischen Online-Portal, App und GPS-Geräten.

Screenshot der komoot App mit LogoFoto: Matthias Schwind / Hersteller
Screenshot der komoot App mit Logo

Stärke: Einfache Bedienung; gute Streckenvorschläge; viele Schnittstellen (GPS, E-Bike)

Schwäche: Nicht komplett offline; Premium-Abo mit begrenztem Mehrwert

Outdooractive

Betriebssystem: Android & iOS

Kosten: Basiskonto mit Werbung; PRO-Abo (30 Euro pro Jahr) mit größerer Kartenauswahl und Offline-Daten; PRO+ (60 Euro pro Jahr) mit noch größerer Kartenauswahl.

Über das hervorragende Touren-Portal lässt sich einfach eine passende Strecke auswählen. In der Auswahl sind viele Qualitätsstrecken der Bike-Destinationen enthalten.

Screenshot der Outdooractive App mit LogoFoto: Matthias Schwind / Hersteller
Screenshot der Outdooractive App mit Logo

Stärke: Detaillierte Such- und Filtermöglichkeiten für Touren-Vorschläge; viele Integrationen der Smartwatch

Schwäche: Nicht komplett offline; kein Re-Routing

Locus Map

Betriebssystem: nur Android

Kosten: Basic mit Werbung und reduzierten Funktionen; Silver-Abo (10 Euro jährlich): erweiterte Funktionen, aber ohne Offline-Funktionen; Gold-Abo (24 Euro jährlich: voller Offline-Funktionsumfang

Die Spitzen-App für entlegene Gebiete. Bei Locus Map sind alle wesentlichen Funktionen auch ohne Internetverbindung im Gold-Abo verfügbar.

Screenshot der Locus App mit LogoFoto: Matthias Schwind / Hersteller
Screenshot der Locus App mit Logo

Stärke: Volle Offline-Funktion; preiswerte Abo-Modelle; große Kartenauswahl

Schwäche: Keine fertigen Touren-Vorschläge; Schnittstellen zu GPS und E-Bike fehlen

Bergfex

Betriebssystem: Android & iOS

Kosten: Kostenlose Basisversion mit Werbung und reduziertem Karten-Zoom; Pro-Abo (18 Euro pro Jahr) mit tieferen Zoom-Stufen und Offline-Karten

Die Bergfex-App legt den Fokus auf Aktivitäten in den Bergen. Zur Orientierung stehen übersichtliche Karten mit tollem Kartenbild schon in der kostenlosen Version zur Verfügung.

Screenshot der Bergfex App mit LogoFoto: Matthias Schwind / Hersteller
Screenshot der Bergfex App mit Logo

Stärke: Sehr schönes Kartenbild; gute Oberflächen-Infos und Wegtypen; detailliertes Höhenprofil mit Hangneigung

Schwäche: Keine Zielführung; Touren-Vorschläge versteckt zwischen Tourismusangeboten

>> Den kompletten Vergleichstest zwischen Smartphone als Bike-Navi und speziellen GPS-Geräten lesen Sie in der EMTB 4/22 oder als E-Paper für Android oder Apple. <<

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