Moderner Buschfunk

Stefan Loibl

 · 04.02.2021

Moderner BuschfunkFoto: Dennis Stratmann
Moderner Buschfunk

Die neue App „ReportATree“ soll Mountainbiker vor umgefallenen Bäumen, Waldarbeiten oder gesperrten Wegen warnen. Doch vom smarten Meldesystem könnten auch Behörden und Förster profitieren.

Weil Markus Brill auf seinen Bike-Touren rund um seine hessische Heimat Bad Sooden-Allendorf immer wieder von umgestürzten Bäumen und gesperrten Wegen ausgebremst wurde, kam er auf die Idee, eine App zu entwickeln. Ein halbes Jahr lang tüftelte der 31-jährige Automatisierungsingenieur in seiner Freizeit an dem Projekt – und machte das Ganze dann zu seiner Masterarbeit. Seit Ende 2020 ist sie nun fertig: die „ReportATree“-App, die es in den bekannten App-Stores für iOS- und Android-Geräte gibt. Mit der App können Mountainbiker umgefallene Bäume, illegal entsorgten Müll, Waldarbeiten oder gesperrte Wege melden. Davon profitieren dann andere Biker in der Umgebung, die per Push-Nachricht informiert werden und den Eintrag in der Karte einsehen können. „Aktuell nutzen etwa 100 Leute die App. Aber ich denke, dass das im Frühjahr bei besserem Wetter deutlich Fahrt aufnehmen wird. Bisher habe ich viel positives Feedback bekommen, die App-Nutzer finden die Idee richtig gut. Anfangs habe ich auch Vorschläge bekommen, was man noch verbessern könnte.“, sagt Brill, der mit seiner App nicht nur Biker ansprechen, sondern auch lokale Behörden ins Boot holen will. Denn oft wissen Landratsämter, Förster oder zuständige Behörden gar nichts von einzelnen umgestürzten Bäumen, die Wege blockieren. „Ich bin aktuell mit einigen Behörden in Kontakt, auch erste Förster sind dabei. Vor allem ein lokaler Förster hier vor Ort ist sehr angetan und gibt auch Feedback“, erzählt der App-Entwickler. Im besten Fall bekommen die zuständigen Ämter einen Web-Zugang und können in ihrem Gebiet umgefallene Bäume oder gemeldete Fälle einsehen. Doch auch in die andere Richtug soll die App einen Mehrwert schaffen: So könnten beispielsweise Behörden temporäre Wegsperrungen in der App markieren, mit einer Begründung versehen und so für mehr Verständnis sorgen.

Verlagssonderveröffentlichung
  Relativ neu in den App-Stores: die Warn-App ReportATree für Biker.Foto: Hersteller
Relativ neu in den App-Stores: die Warn-App ReportATree für Biker.
  Mit einem kurzen Eintrag und einer GPS-Markierung in der Karte kann man umgestürzte Bäume oder Waldarbeiten melden.Foto: Hersteller
Mit einem kurzen Eintrag und einer GPS-Markierung in der Karte kann man umgestürzte Bäume oder Waldarbeiten melden.
  Die ReportATree-App arbeitet mit OpenStreetMaps-Karten. Darin kann man sich übersichtlich für seine Umgebung die gemeldeten Fälle ansehen und bei der Tourenplanung berücksichtigen.Foto: Hersteller
Die ReportATree-App arbeitet mit OpenStreetMaps-Karten. Darin kann man sich übersichtlich für seine Umgebung die gemeldeten Fälle ansehen und bei der Tourenplanung berücksichtigen.

Mit seiner ReportATree-App steht Markus Brill noch am Anfang. Doch dass die Idee Potenzial hat, zeigen erste Erfolge in seiner Heimat. „Hier ist es bereits ganz gut angelaufen und ich habe auch schon erste Gespräche mit Ämtern geführt, die das ganze Meldesystem einsetzen wollen“, berichtet Brill. Auch zu Komoot, Garmin und Wahoo hat Brill bereits Kontakt aufgenommen. Denn mit den Infos aus der App könnte man bei der Tourenplanung gezielt gesperrte oder blockierte Wege umfahren. Beim Routing könnten GPS-Computer in Echtzeit vor gemeldeten Gefahren warnen und Umfahrungen anbieten – ähnlich wie es Auto-Navis bei Staus tun.

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