Garmin Edge 130 Plus im Dauertest

Jan Timmermann

 · 23.01.2023

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Im BIKE-Dauertest musste sich der Garmin Edge 130 Plus GPS-Computer bei rund 280 Betriebsstunden  auf dem Trail und auf dem Gravelbike beweisen. | Bilder: Jan Timmermann

Werden Biker mit dem kleinen Garmin Edge 130 Plus GPS-Computer* auf Dauer glücklich? Unser Dauertest über 5200 Kilometer und 130000 Höhenmeter gibt die Antwort.

Mit seiner kompakten und leichten Erscheinung erinnert der Garmin Edge 130 Plus, Garmins kleinster Edge-Computer, an einen guten alten Fahrrad-Tacho. Da Mountainbiker inzwischen aber in einer digitalen und smarten Welt navigieren, bietet der Garmin Edge 130 Plus wesentlich mehr Funktionen, als die antiquierten Tachos. Zu den wichtigsten Features gehören unter anderem: barometrische Höhenmessung, Herzfrequenz, Trittfrequenz, Leistung, Temperatur, Steigung, Strava Live Segments, Live-Tracking, Abbiegehinweise, ClimbPro-Funktion, Notfallwarnung, Wetter, MTB-Dynamik, Auto-Sync.

Kleiner geht bei Garmin nicht: der Edge 130 Plus ist der kompakteste GPS-Computer der Edge-Serie.Foto: Jan Timmermann
Kleiner geht bei Garmin nicht: der Edge 130 Plus ist der kompakteste GPS-Computer der Edge-Serie.

Das Fliegengewicht unter den Garmin Bike-Navis sammelt allerlei Daten. Darunter sogar die Anzahl der Sprünge und die jeweilige Airtime. Die ClimbPro-Funktion analysiert den aktuellen Anstieg und soll dabei helfen, seine Kraft richtig einzuteilen. Navigieren kann Garmins Mini-GPS auch, allerdings nur ohne Kartenmaterial. Die Route wird lediglich anhand einer schwarzen Linie auf hellem Hintergrund dargestellt, andere Gelände-Informationen oder Wege fehlen. Auch auf einen Touchscreen verzichtet der Edge 130 im Gegensatz zu seinen größeren Garmin Edge-Brüdern. Einen Vergleichstest der aktuellsten GPS-Computer für Mountainbiker lesen Sie hier.

Die Garmin MTB-Dynamics Funktion erkennt Sprünge und ermittelt die Airtime.Foto: Garmin
Die Garmin MTB-Dynamics Funktion erkennt Sprünge und ermittelt die Airtime.

Garmin Edge 130 Plus: Die Fakten

  • Preis: 199,99 Euro >> bei Stadler erhältlich*
  • Kartenmaterial: nicht verfügbar
  • Touchscreen: nein
  • Anzahl Tasten: 5
  • Displaygröße: 1,8 Zoll
  • Auflösung: 230 x 303 / schwarz-weiß
  • Gewicht: 32 Gramm
  • Maximale Akku-Laufzeit (Herstellerangabe): 12 Stunden
  • Speicher: 19,2 Megabyte
  • Konnektivität: GPS, Glonass, Galileo, Bluetooth, ANT+, FE-C²
  • Angebundene Apps: Garmin Connect
Unauffällig lässt sich der 32 Gramm leichte Garmin Edge 130 Plus ins Cockpit integrieren.Foto: Jan Timmermann
Unauffällig lässt sich der 32 Gramm leichte Garmin Edge 130 Plus ins Cockpit integrieren.

Dauertest: Garmin Edge 130 Plus

Unauffällig integriert sich der kleine Garmin Edge auch mit der im Lieferumfang enthaltenen Halterung ans Cockpit. Schöner als mit den Gummis des Standardhalters gelingt das aber mit Nachrüst-Halterungen von Garmin oder Drittherstellern, wie K-Edge oder Syncros. Die Einrichtung des Edge 130 Plus klappt mit Hilfe der Garmin-Connect-App schneller, als bei der Konkurrenz von Sigma oder Lezyne. Eine direkte Integration von anderen Apps, wie Komoot und Strava gibt es nicht. Die Kommunikation mit alternativen Portalen läuft ausschließlich über die Garmin Connect App. Einmal eingerichtet funktioniert der automatische Daten-Download vom Gerät via Bluetooth zuverlässig und schnell. Für den Upload, etwa von GPS-Tracks im gpx-Format, sind aber umständlich viele Klicks und ein gewisser Lernaufwand notwendig. Während die Menüführung des Edge 130 Computers einfach verständlich ist, zeigt sich die Bedienung der Garmin-Connect-App weniger intuitiv. An die Bedienung via Tasten hat man sich schnell gewöhnt und sie funktioniert auch mit dicken Winterhandschuhen noch gut. Das kleine Display des Edge 130 ist gestochen scharf, tendiert in der Sonne aber zum Spiegeln. Im Fahrmodus können die Datenseiten mit je bis zu acht Feldern individuell belegt werden. Durch diese Personalisierungsfunktion hat man die wichtigsten Daten immer im Blick.

Bei sehr winterlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt kommt der kleine Akku des Garmin Edge 130 Plus schnell an seine Grenzen.Foto: Jan Timmermann
Bei sehr winterlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt kommt der kleine Akku des Garmin Edge 130 Plus schnell an seine Grenzen.

Während unseres Dauertests über gut ein Jahr musste der kleine Edge Computer sich unzähligen Ausfahrten mit dem Mountainbike und mit dem Gravelbike stellen. Rund 5200 Kilometer und 130000 Höhenmeter kamen während des Testzeitraums zusammen. Egal, ob Feierabendrunde, Bikepark-Besuch oder Gravel-Herausforderung: der Edge 130 war immer dabei. Während der Fahrten in bekanntem Gelände war die Navigationsfunktion nicht von Nöten. Stattdessen konnte der Computer sich als zuverlässiger Trainingspartner und Datensammler beweisen. Erfreulich unkompliziert gelingt die Kopplung eines Herzfrequenzsensors am Brustgurt. Nur bei der Verbindung mit den GPS-Satelliten lässt sich das kleine Garmin-Gerät gerne mal etwas länger Zeit. Einmal aufgebaut bleibt die Verbindung aber konstant gut und bricht nicht ab.

Abbiegehinweise und das Anzeigen des Tracks via schwarzer Linie reicht zur Navigation in einfachem Gelände mit dem Garmin Edge 130 Plus.Foto: Jan Timmermann
Abbiegehinweise und das Anzeigen des Tracks via schwarzer Linie reicht zur Navigation in einfachem Gelände mit dem Garmin Edge 130 Plus.

Navigieren mit dem kleinen Edge-Computer ohne Karte

In übersichtlichem Gelände reicht auch die Navigation des Garmin Edge 130 via schwarzer Linie aus. Biegt diese ab, kann es der Biker ihr ja gleichtun. Zusätzliche Abbiegehinweise und optionale Piepstöne sorgen dafür, dass keine Abbiegung verpasst wird. Problematisch wird dies nur an Stellen, wo viele Wege aufeinandertreffen. Da das Gerät nur den Track und keine anderen Wege oder Straßen anzeigt, ist man an unübersichtlichen Kreuzungen schnell Mal falsch abgebogen. Hier bieten GPS-Geräte mit vollwertigem Kartenmaterial, wie der größeren Garmin Edge 530, eine deutlich bessere Übersicht. Auch beim Umplanen oder neu Orientieren ist der Edge 130 aufgrund der fehlenden Karte keine Hilfe. Hier braucht es zusätzlich ein Smartphone mit einer Touren-App mit Karte. Gerade an langen Anstiegen, wie beispielsweise in den Alpen oder am Rande des Bayerischen Waldes, zeigte sich die ClimbPro-Funktion als nützlich. Durch die Visualisierung des Anstiegs und der unterschiedlichen Steigungen hilft diese bei der Einteilung der Kraftreserven.

Die Garmin ClimbPro Funktion des Edge 130 Plus visualisiert Anstiege und hilft bei der Krafteinteilung.Foto: Garmin
Die Garmin ClimbPro Funktion des Edge 130 Plus visualisiert Anstiege und hilft bei der Krafteinteilung.

Logisch, dass im leichten Edge 130 kein Riesen-Akku steckt. Im Navigationsmodus ermittelten wir eine durchschnittliche Akkulaufzeit von acht Stunden. Im Vergleich zu anderen Geräten ist das wenig: Der Akku des ebenfalls kleinen Sigma Rox 11.1 Evo hielt in unserem Test knapp 12,5 Stunden, während der Akku des Lezyne Mega XL GPS sogar 16,5 Stunden Energie liefert. Zusätzlich ist die Laufzeit des Garmin Edge 130 stark abhängig von der Umgebungstemperatur. Zudem verlor der Akku über den Testzeitraum etwas an Kapazität. So muss das kleine Garmin bei einer Tour um den Gefrierpunkt ohne Sensorkopplung und ohne Navigationsmodus inzwischen bereits nach rund 90 Minuten an die Steckdose. Außerdem entwickelte die Ladebuchse einen leichten Wackelkontakt. Nach rund 280 Betriebsstunden erscheinen diese Mängel jedoch im Rahmen des Normalen.

Ein Croissant in der Hand und alle Daten im Blick: Bei einer 305 Kilometer langen Tagestour nach Frankreich war der Garmin Edge 130 Plus die einzige Navigationshilfe.Foto: Jan Timmermann
Ein Croissant in der Hand und alle Daten im Blick: Bei einer 305 Kilometer langen Tagestour nach Frankreich war der Garmin Edge 130 Plus die einzige Navigationshilfe.

305-Kilometer-Tagestour mit dem Garmin Edge 130 Plus

Highlight des Edge 130 Dauertests war eine 305 Kilometer lange Gravelbike-Tagestour von Hirschberg an der Bergstraße ins französische Straßburg und zurück. Die Planung der Route entlang des Rheinradwegs fand über den Komoot-Routenplaner statt. Mit der Garmin-Connect-App wurde der GPS-Track auf den Garmin Edge 130 überspielt. Auf eine zusätzliche Navigationshilfe wurde verzichtet. So half ausschließlich der Mini-Edge bei der Wegfindung. Dank des sehr einfachen Geländes mit langen geraden Streckenabschnitten war die Führung via schwarzer Linie völlig ausreichend. Auf dem Rückweg war der Weg ohnehin bekannt.

Während der Gravelbike-Tour stört sich die Navigation des Garmin Edge 130 Plus nicht am Überqueren einer Landesgrenze.Foto: Jan Timmermann
Während der Gravelbike-Tour stört sich die Navigation des Garmin Edge 130 Plus nicht am Überqueren einer Landesgrenze.

Im Gegensatz zu vielen Karten-Softwares stört sich die schwarze Linie auch nicht am Überfahren einer Landesgrenze. Bei milden Temperaturen um zehn Grad Ende Februar 2022 hielt der Akku des Garmin Edge 130 Plus für zehn Stunden und 27 Minuten Bewegungs-, beziehungsweise 13 Stunden und 18 Minuten Gesamtzeit. Dabei wurden 274 Kilometer und 510 Höhenmeter zurückgelegt. Auf eine Kopplung mit Sensoren oder Smartphone wurde verzichtet. Der Rest der Strecke musste schließlich ohne Navigation nach Hause gefahren werden.

BIKE-Volontär Jan Timmermann scheuchte den Garmin Edge 130 Plus GPS Computer mehr als ein Jahr über Trails und Gravel-Pisten.Foto: Georg Grieshaber
BIKE-Volontär Jan Timmermann scheuchte den Garmin Edge 130 Plus GPS Computer mehr als ein Jahr über Trails und Gravel-Pisten.

Testfazit von Jan Timmermann, BIKE-Volontär

Vor allem zum Datensammeln ist der Garmin Edge 130 Plus* hervorragend geeignet. Der kleinste Edge-Computer von Garmin ist für kurze Feierabend- oder Trainingsrunden der perfekte Begleiter und funktioniert auch ganz ohne Smartphone-Kopplung. In einfachem Gelände reicht die Navigation ohne Karte vollkommen aus. Die Bedienung mit der Garmin-Connect-App benötigt etwas Einarbeitungszeit. Im Dauertest zeigten sich Probleme mit der Akku-Laufzeit.

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