Bike Computer

Auf Spurensuche mit einem GPS-Tracker

Auf Spurensuche mit einem GPS-TrackerFoto: Georg Grieshaber
Inhalt von

Teure E-Bikes sind auch für Diebe ein attraktives Ziel. Dagegen helfen Schlösser und Hightech: Mit GPS-Trackern sollen sich gestohlene Räder präzise orten lassen. Wir haben es ausprobiert. Apple AirTags im EMTB-Praxistest.

Die technische und preisliche Entwicklung bei E-Bikes ruft beim Fahrraddiebstahl immer öfter wirkliche Experten auf den Plan, die mit grobem Werkzeug und Lieferwagen losziehen, um Beute zu machen. Doch GPS-Tracker fürs Fahrrad, die anzeigen, wo das gestohlene Bike abgeblieben ist, könnten den Profiknackern zunehmend Probleme bereiten. Wir wollten wissen, wie es mit dem Handling und der Trefferquote aussieht.

Standardtechnik: Ortung mit GPS-Chip und SIM-Karte

Fast alle GPS-Tracker fürs Fahrrad funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Am oder im Bike ist ein GPS-Chip montiert. Dieser Chip errechnet anhand von über ihm schwebenden Satelliten seine Position – genau wie bei jedem Auto-Navi oder Fahrrad-GPS. Doch weil der Fahrradbesitzer beim gestohlenen Rad eben nicht im Sattel sitzt, muss ihm das Rad von selbst mitteilen, wo es sich gerade befindet. An dieser Stelle kommt zusätzlich zum GPS die Mobilfunktechnik ins Spiel, denn nun muss das gestohlene Rad dem Besitzer seine Position mitteilen.

  Die Fahndung beginnt, wenn die App eines GPS-Trackers Kontakt mit dem Chip aufgenommen hat.Foto: Georg Grieshaber
Die Fahndung beginnt, wenn die App eines GPS-Trackers Kontakt mit dem Chip aufgenommen hat.

Dafür ist in Trackern eine SIM-Karte eingebaut, wie sie prinzipiell auch im Handy steckt. Wird das Rad mit scharfgeschaltetem GPS-Tracker bewegt, wacht der eingebaute Sender auf und schickt dem Besitzer eine Nachricht ans Mobiltelefon. Dort empfängt eine App des Geräteanbieters die Meldung und die Position des gestohlenen Rades – die Suche kann losgehen.

Doch der Teufel steckt im Detail. Eines dieser Details ist die nötige Stromversorgung. Obwohl es sich bei den Positionsdaten um extrem kleine Datenpakete handelt, müssen die Geräte maximal sparsam mit dem Strom umgehen. Das begrenzt die Häufigkeit der Positionsangaben. Ein weiterer unschöner Nebeneffekt des stromfressenden Datenverkehrs: Um das Funknetz zu nutzen, wird eine Art Handy-Gebühr zwischen drei und sechs Euro monatlich fällig.

  Welcher Tracker kann in der Praxis auch unter widrigen Bedingungen überzeugen? Den kompletten Test vom Airtag bis zum Profi-Tracker gibt's jetzt in EMTB 3/22 - <a href="https://" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">ab sofort im Fachhandel, in der App und im Onlineshop. </a>Foto: EMTB Magazin
Welcher Tracker kann in der Praxis auch unter widrigen Bedingungen überzeugen? Den kompletten Test vom Airtag bis zum Profi-Tracker gibt's jetzt in EMTB 3/22 - ab sofort im Fachhandel, in der App und im Onlineshop.

Statt GPS-Tracker: Apple macht Jagd auf Fahrraddiebe im iPhone-Netzwerk

Apple macht alles ganz anders. Die „AirTags“ der iPhone-Marke sind eigentlich dafür gedacht, verlorene Schlüssel und Ähnliches im Nahbereich wiederzufinden. Doch der günstige Preis von 35 Euro und das geringe Gewicht sind verlockend, um sie auch für die Fahrradfahndung zu verwenden. Diese münzgroßen Dinger haben keinen GPS-Chip und funken nur über die für den Nahbereich entwickelte Bluetooth-Verbindung. Der Trick (den prinzipiell auch die Marken Samsung oder Tile nutzen) ist eine Art Netzwerk.

  <a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=13721&awinaffid=471469&clickref=B+Apple+AirTag&ued=https%3A%2F%2Fwww.voelkner.de%2Fproducts%2F4238286%2FApple-AirTag-Weiss-Silber-1St..html" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Apples AirTag (35 Euro)</a> * hat keinen GPS-Chip und sendet nicht ins Handynetz - mit allen Vor- und Nachteilen.Foto: Georg Grieshaber
Apples AirTag (35 Euro) * hat keinen GPS-Chip und sendet nicht ins Handynetz - mit allen Vor- und Nachteilen.

Wenn das Rad mit montiertem AirTag per App als gestohlen gemeldet wird, ist die weltweite Jagd eröffnet: Jedes iPhone, das sich mit eingeschalteten Ortungsdiensten in Bluetooth-Nähe zum gesuchten Objekt befindet, wird sozusagen von Apple gekapert und als Router verwendet – ohne dass die Besitzer etwas davon mitbekommen. Der gesuchte Chip und das Telefon sagen sich kurz Hallo, dann funkt das Telefon den Standort des Rendezvous automatisch zum iCloud-Server, von wo er zum Suchenden gelangt. Nur der Suchende bekommt etwas davon mit.

  Unauffälliger geht es nicht, wenn der <a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=13721&awinaffid=471469&clickref=B+Apple+AirTag&ued=https%3A%2F%2Fwww.voelkner.de%2Fproducts%2F4238286%2FApple-AirTag-Weiss-Silber-1St..html" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Apple AirTag</a> *  zum Beispiel mit der Verschlusskappe von NC-17 im Vorbau steckt. So könnte Dieben das Handwerk gelegt werden - wenn es nicht noch ein paar Hürden gäbe.Foto: Jörg Spaniol
Unauffälliger geht es nicht, wenn der Apple AirTag * zum Beispiel mit der Verschlusskappe von NC-17 im Vorbau steckt. So könnte Dieben das Handwerk gelegt werden - wenn es nicht noch ein paar Hürden gäbe.

Die Voraussetzungen für diese Suche sind jedoch umfangreich: Neben reichlich Passanten mit iPhones in wenigen Metern Entfernung sollte weder Autoblech noch Beton oder ein Fahrradrahmen die Funkstrecke abschirmen. Für die AirTags gibt es mittlerweile clevere Verstecke wie die von uns benutzte Steuersatzkappe von NC-17. Zwar fängt ein als vermisst gemeldeter AirTag nach acht bis 24 Stunden Jagd an, laut zu piepen, doch bis dahin dürfte das Teil unbemerkt arbeiten – außer, der Dieb hat auch ein iPhone, das ihn nämlich nach einer Weile darauf hinweisen kann, dass ein gesuchter AirTag in seiner Nähe ist.

Die gesamten Ergebnisse unseres Tests mit 5 Trackern aus EMTB 3/2022 können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen. Der Testbericht kostet 1,99 Euro.

Warum nicht kostenlos? Weil Qualitätsjournalismus einen Preis hat. Dafür garantieren wir Unabhängigkeit und Objektivität. Das betrifft ganz besonders die Tests in EMTB. Die lassen wir uns nicht bezahlen, sondern das Gegenteil ist der Fall: Wir lassen sie uns etwas kosten, und zwar Zigtausende Euro jedes Jahr.

In einigen unserer Auftritte verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Diese sind mit Sternchen (*) gekennzeichnet. Wenn Sie auf so einen Affiliate-Link klicken und über diesen Link einkaufen, erhalten wir von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter (wie z.B. Amazon) eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis dadurch nicht.

Meistgelesene Artikel