Aktuelle Bikes zu schwer? Das sagen die Leser! Aktuelle Bikes zu schwer? Das sagen die Leser! Aktuelle Bikes zu schwer? Das sagen die Leser!

BIKE-Umfrage MTB-Gewicht

Aktuelle Bikes zu schwer? Das sagen die Leser!

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 4 Jahren

Teleskopstützen, breite Reifen und große Laufräder machen in der Abfahrt viel Spaß, haben aber das Gewicht von aktuellen Mountainbikes in die Höhe getrieben. Das sagen unsere Leser dazu!

Unser Trailbike-Test aus BIKE 3/18 hat einen Stein ins Rollen gebracht. Die Touren-Fullys mit 120 Millimeter Federweg kosteten um die 3000 Euro und bringen im Schnitt 14 Kilo auf die Waage. Wir haben vieleTrailbike-Testgruppen der letzten 5 Jahre verglichen und festgestellt: Trailbikes sind bei gleichbleibenden Preisen im Schnitt um 1,3 Kilo schwerer geworden. Keine Frage, aktuelle Bikes funktionieren besser in der Abfahrt als noch vor fünf Jahren aber wird die Industrie mit so schweren Bikes noch den Anforderungen der Kunden gerecht? Wer heute ein neues, leichtes Bike kaufen will, muss schlicht mehr Geld ausgeben.

BIKE Magazin Der Beweis: Wir haben alte Hefte gewälzt, um die Entwicklung der Durchschnittsgewichte (Hochachse, in Kilogramm) zu dokumentieren. Bei allen Vergleichsgruppen handelt es sich um Trailbikes (welche früher unter dem Namen All Mountain-Sport liefen) zwischen 2000 und 3500 Euro. Beim historischen Tiefstand aus BIKE 3/13 waren noch viele Räder mit 26-Zoll-Laufrädern im Testfeld. Große Reifen, breite Felgen und Teleskopstützen drücken seitdem das Gewicht der Testgruppen nach oben. Die aktuell durchschnittlichen 14 Kilo müssen das Ende der Fahnenstange bleiben, wenn Trailbikes weiterhin Spaß auf Touren machen sollen.  


Wir haben nach Eurer Meinung gefragt und eine Online-Umfrage erstellt. Zudem haben uns zahlreiche Leser ihre Meinung zu dem brisanten Thema als E-Mail geschickt. Sind aktuelle Mountainbikes zu schwer? Dieser Frage sind wir in BIKE 4/18 (ab 6. März am Kiosk) nachgegangen und haben den Faktencheck gemacht. Und so haben 1701 Teilnehmer bei unserer Umfrage abgestimmt.

BIKE Magazin Seit fünf Jahren werden Bikes immer schwerer. Warum? Wir haben nachgefragt und den Faktencheck gemacht. Die Ergebnisse gibt's in BIKE 4/18 zu lesen – ab 6. März am Kiosk.

Ergebnisse der Online-Umfrage zu MTB-Gewichten

Die Konsequenz, die 64 Prozent der Biker aus zu schweren Bikes ziehen, lautet: Lieber das alte Bike weiter fahren. Immerhin 22 Prozent geben sich nicht damit zufrieden und setzen auf Tuning, um das Gewicht ihres Bikes zu senken. 17 Prozent geben mehr Geld aus, um ein leichtes Bike zu bekommen.

BIKE Magazin Hier die Ergebnisse unserer Online-Umfrage, bei der 1701 Leute abgestimmt haben. Sie zeigt, welche Konsequenzen Biker aus zu schweren Bikes ziehen: 64 Prozent kaufen kein neues Bike, sondern fahren lieber ihr altes weiter. 17 Prozent geben mehr Geld aus, um ein leichtes Bikes zu bekommen. Der Rest tunt die Bikes selbst, um Gewicht zu sparen.

Stimmen: Das sagen unsere Leser dazu

Privatfoto Andreas Hönigl  Ich bin klassischer Touren-/Trail-Biker und fahre das aktuelle Simplon Kibo Alu-Modell mit 27,5-Zoll-Laufrädern, Sram X01 Eagle und Magura MT 8. Als Einstieg in die Fully-Welt kaufte ich mir vor Jahren das Kibo, als es gerade auf den Markt kam. 26 Zoll, 3fach Shimano XT und Magura MT4. Gewicht inklusive Pedalen: 12,4 kg, Preis: ca. 3.800 Euro. Mit dem Bike war ich auch bis letztes Jahr sehr zufrieden, aber ich wollte jetzt dann doch diverse Vorteile nutzen. Um nun mit dem neuen Modell auf halbwegs das gleiche Gewicht zu kommen (12,2 kg), musste ich diesmal mächtig in die Tasche greifen und kam auf ein Preis von etwa 5.100 Euro. Und dabei habe ich auf sogar auf die Teleskopstütze verzichtet, sie hätte nur das Gewicht wieder nach oben getrieben und zusätzlich den Preis. Ich bin ehrlich gesagt mit dieser Entwicklung nicht zufrieden. Es gibt meiner Meinung nach genug abfahrtsorientierte Bikes, da muss nicht auch noch die Tourenklasse dahin getrieben werden.

Privatfoto René Georgi Ich fahre ein 2012er Cube AMS mit 120/110 mm Federweg bei einem Gewicht von 11,7 Kilo zu einem Preis von damals 2250Euro. Mit dem Bike habe ich drei Alpenüberquerungen, viele Wochenendtouren und x-Mal meine Hausstrecke bewältigt. Das tourentaugliche Gewicht und die nicht zu sportliche Geometrie stellen für mich einen super Kompromiss aus Bergauf- und Bergabtauglichkeit dar. Gerne würde ich mir mal ein neues Bike zulegen, aber was ich bei den Herstellern so finde, schreckt mich ab. Zugunsten von 29-Zoll-Laufrädern, 2,6er Reifen, Teleskopstützen, Kettenführung, breiten Felgen und immer mehr Federweg wird dann bei vielen Bikes nur noch ein Einfach-Antrieb verbaut, um überhaupt in die Nähe von 13 Kilo zu kommen. Und das mit einem Carbon-Rahmen zu „schlanken“ 4000 Euro aufwärts. Eine Alpenüberquerung kann ich mit dem Bike dann aber nicht machen, dafür muss ich mindestens den Antrieb tauschen. Innovation und Entwicklung hin oder her, aber was in den vergangenen 3-4 Jahren am MTB-Markt passiert ist, trifft überhaupt nicht meinen Nerv. Die Bikes mögen sehr potent geworden sein, aber für einen Sportler, der Spaß bergauf und bergab haben möchte, wird das Angebot immer dünner.

Privatfoto Konstantin Vierneisel Ich habe mein Focus SAM mit 14,5 Kilo (Enduro) gegen ein Storck Adrenic Platinum mit 11,4 Kilo (All Mountain) getauscht. Ein leichtes Bike macht auf Touren einfach viel mehr Spaß, trotz fehlender Teleskopstütze. Für geile Bikes muss man aber bereit sein, etwas mehr Geld hinzulegen.

Privatfoto Christian Przibilla Bezahlbare Komplett-Bikes sind aktuell einfach zu schwer. Die immer abfahrtslastigere Auslegung sowohl bei der Geometrie als auch bei Robustheit der Bauteile, treibt die Gewichte nach oben und geht an der normalen Anwendung der meisten Biker vorbei. Mein Ausweg: Ich baue meine Räder selbst auf. Mein Enduro wiegt 12,85 Kilo, das Hardtail nur 9,85 Kilo. Auf unnötige Gewichtstreiber wie den Boost-Standard oder eine Teleskopstütze fürs Hardtail habe ich dabei bewusst verzichtet.  

Privatfoto Gerold Geiger Mir ist natürlich bewusst, dass ich mit meinem 26-Zoll-Oldtimer hier etwas aus dem Rahmen falle. Aber dies ist nun mal das Fahrrad, das ich im Wald am häufigsten bewege. Ich will jetzt auf keinen Fall eine endlose Diskussion über „Federweg statt Fahrkönnen“ lostreten. Oder vielleicht doch? Über die Frage, wie viele Assistenzsysteme braucht der Mensch, um sich fortzubewegen, sollte man aber aus meiner Sicht schon nachdenken. Und über den Einsatzzweck des Fahrzeugs. Stichwort: SUV für die überfüllte Innenstadt. Für mich stellt es einfach eine Herausforderung dar, alle Singeltrails meiner Münchner Heimat auch mit einem ungefederten Rad zu meistern. Es braucht mehr Aufmerksamkeit, in Wurzelpassagen will die Linienwahl sorgfältig getroffen werden, den Rest müssen Arme und Beine abfedern. Ich muss früher bzw. sinnvoller Bremsen, der Sattel bleibt einfach da, wo er ist. Mir ist vollkommen klar, dass so ein Bike in den Alpen wohl wenig Sinn macht. Aber da bewege ich mich eben nach Feierabend auch nicht. Ach ja, und hier geht es ja um das Gewicht. Lediglich die Bremse geht in Richtung kompromissloser Leichtbau, das einzige Carbon-Teil ist die Gabel. Gesamtgewicht: 9,0 Kilogramm.

Privatfoto Stephan Huber Ich besitze ein Rocky Mountain Element von 2001 mit fahrbereiten 10,78 kg Gewicht inklusive Pedalen. Durch das geringe Gewicht klettert das Rocky erstklassig jeden Berg hoch und macht auch in der Abfahrt Laune. Verglichen mit den Anschaffungspreisen heutiger Fullys war es ein Schnäppchen und bietet trotzdem alles was ich brauche. Ich kenne kein aktuelles Rad, welches auch nur annähernd so leicht wie mein Rocky ist, und keinen astronomischen Preis hat. Das Laufradchaos, wo es nicht nur um die Größe der Räder, sondern auch um die Breite geht, hat nicht nur negative Auswirkungen auf des Gewicht, sondern sicher auch auf den Preis der aktuellen Bikes. Ich als Käufer steige da aus und werde nicht 3000€ oder mehr für ein 08/15 Touren-Fully mit 14 kg (noch ohne Pedale!) ausgeben, denn ich will nicht zum Gewichtheben in die Berge, sondern zum Radfahren. Die aktuellen Touren-Fullys sind zu den (schweren) SUVs unter den Bikes geworden, obwohl viele Radfahrer effizienter mit der Kompaktklasse unterwegs wären. Mir ist bewusst, dass es auch abfahrtsorientierte Fahrer gibt, aber auch diese dürften kein Interesse an schweren Rädern haben.

Privatfoto Markus Feichtner Es kann jeder selbst wählen, ob er eine Teleskopstütze und breite Reifen haben will oder nicht. Für mich tragen diese Bauteile zu Verbesserungen des Komforts und der Sicherheit bei. Ein Kilo mehr stört mich nicht. Darum unterstütze ich diese Leichtgewichtdiskussion gar nicht, sondern versuche lieber, mein eigenes Körpergewicht zu reduzieren. Auch dann wächst der Fahrspaß.

Privatfoto Tino Schneider Ich setze auf ein 29er-Fully mit breiten Reifen, 150/130 Millimetern Federweg, Alu-Rahmen und Vario-Stütze. Damit kommt das Bike auf 14 Kilo, und ich fahre trotzdem regelmäßig Touren mit 50 Kilometern und 1200 Höhenmetern. Für den Fahrspaß bergab und vor allem für die bessere Haltbarkeit nehme ich das Mehrgewicht gerne in Kauf.

Privatfoto Sven Jacob Mein Scott Genius 930 wird diesen Monat fünf. Ich habe damals eine der ersten Reverb Stealth mit 150 mm Hub eingebaut und damit das Gesamtgewicht auf fahrfertige 14,1 Kilo getrieben. Insofern freue ich mich, dass die Bike-Industrie mich nunmehr einholt und ich meiner Zeit nicht mehr so weit voraus bin ;-). Klar ist das schwer. Zwei Kilo weniger wären besser. Aber ich habe in den letzten fünf Jahren auch an Gewicht zugelegt. Das wieder abzutrainieren lohnt sich mehr als Tuning am Bike. Und es ist billiger. Hauptsache ist doch, dass man Spaß beim Biken hat und den hatte ich jede einzelne Minute in den vergangenen fünf Jahren auf diesem Fahrrad. Also immer locker bleiben.

Privatfoto Rene Ebner Ich habe mir vergangene Saison ein Canyon Spectral AL 6.0 gekauft. Ein wichtiger Entscheidungsgrund war bei mir das Gewicht. Es war das einzige Alu-Bike in der Preisklasse 2000-3000 Euro, das unter 13 Kilo wog. Ein Carbon-Rahmen kam für mich nicht in Frage, da er zum einen mein Budget gesprengt hätte und zum anderen ein Kumpel bereits einen Carbon-Rahmen geschrottet hat. Wenn ich mir diese Saison ein neues Bike kaufen würde, müsste ich wohl alle Bikes in der Preisklasse vergleichen, um eins unter 13 Kilo zu finden und ansonsten auf Carbon umsteigen. Tuning macht für mich keinen Sinn! Denn wenn ich mir ein Bike kaufe und dann anfange die Komponenten gegen leichtere auszutauschen, kann ich gleich ein anderes nehmen.

Davide Mincione Martin Hebr Ich habe mir im Jahr 2016 beim Händler um die Ecke das für mich leistbare, leichteste Bike gekauft. Ein Merida Big.Nine 7000. Ich möchte ein Hardtail fahren, weil ich der Meinung bin, dass mich meine Fahrtechnik mehr limitiert als das Material. Anderseits sehe ich immer wieder Biker, die mit ihren Fullys zufrieden die Asphaltstraßen runtercruisen. Also ich spare in erster Linie das Materialgewicht durch mein Hardtail. Das Merida habe ich trailmäßig getunt: ein 30 mm kurzer Vorbau, breite Syntace W35-Felgen, Kindshock LEV Variostütze und 2,3 Zoll Schlauchlos-Reifen. So komme ich auf 12,2 kg. Wenn ich leichter unterwegs sein möchte, nehme ich selber ab. Ich bin mit meinem Bike absolut zufrieden, ich sehne mich nach keinem anderen Bike.

Themen: BIKE 3/2018GewichtTrailbikeUmfrage


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