Road to Moab 3: Moab, Utah

Der Traum vom ewigen Grip

  • Tobias Brehler
 • Publiziert vor 3 Jahren

Der Traum vom klebrigen Fels und schönem Wetter lockte BIKE-Tester Tobias Brehler nach Moab, Utah. Er verrät die besten Trails, Sehenswürdigkeiten und Lokale der Wüstenstadt.

Anreise

Für Biker aus Süddeutschland drängt sich ein Direktflug von München nach Denver auf. Wer ohne eigenes Bike reist, kann von in Colorados Hauptstadt nach einer Übernachtung in einem Rasenmäher direkt nach Moab weiterfliegen. Dort sollte man sich allerdings einen Shuttle vom Flughafen zum Hotel organisieren, damit man nach dem eineinhalb Stunden langen Flug nicht in der Wüste steht.

Wer das eigene Bike mitbringt, kann leider nicht nach Moab weiterfliegen. Für Sperrgepäck bietet das Kleinflugzeug zu wenig Platz. Mit dem Auto geht's in ungefähr sechs Stunden von Denver nach Moab. Wer die Zeit hat, sollte allerdings in Boulder und Fruita einen Zwischenstopp einlegen. Beide Städte liegen in Colorado und direkt auf dem Weg nach Moab. Noch wichtiger: In beiden Regionen kann man sehr schöne Trails fahren.

Sehenswürdigkeiten

Auf den Bike-Touren gewinnt man viele Einblicke in die beeindruckende Landschaft. Doch die Highlights der Natur befinden sich in den Nationalparks. Wer nach dem Radfahren noch nicht direkt einschläft, kann auf eine abendliche Entdeckungstour gehen. Die beiden Nationalparks Arches und Canyonlands befinden sich in unmittelbarer Nähe von Moab und sind auf jeden Fall einen Besuch Wert.

Auch der Nationalpark Mesa Verde lohnt sich. Dieser befindet sich jedoch zwei Autostunden entfernt von Moab und füllt so den ganzen Tag. Dort können Siedlungen erkundet werden, die amerikanische Ureinwohner Anfang des zweiten Jahrtausends in die Felswände gebaut haben.

Der Delicate Arch im Arches Nationalpark ist ein Must-See!

Verpflegung

Wer schon in den Staaten war, kennt die Esskultur der Amis: Schnell und praktisch soll's sein. So ist es auch im Eklecticafe, jedoch mit dem feinen Unterschied: Dort schmeckt's gut. In der Früh und mittags wird man in diesem Etablissement gut versorgt. Für den kleinen Hunger zwischendurch: Beim Foodtruck Quesadilla Mobilla gibt's die wahrscheinlich beste Quesadilla in ganz Moab -– nur bis 17 Uhr!

Wer abends gehoben Dinieren möchte, sollte zum Desert Bistro gehen – selbstverständlich nur mit Reservierung. Das mit Abstand beste Lokal liegt eine halbe Autostunde außerhalb von Moab am Colorado River: In der Sorell River Ranch lässt's es sich sehr lecker Essen.

Wer nicht auf das After-Ride-Bier verzichten möchte, bringt es am besten aus Colorado mit. Schließlich wird Alkohol im Land der Mormonen nicht gern gesehen. Deshalb muss man in den Liquor Store – der nur zu Bike-Zeiten offen hat. Einzige Alternative: Die Moab Brewery . Dort kann man selbst abends Bier kaufen. Natürlich nur mit Ausweis – auch wenn die Haare schon grau sind.

Bike-Shops & Shuttles

In Moab wimmelt es nur so von Bike-Shops. In diesen kann man Bikes leihen (für ein High-End-Bike ca. 90 US-Dollar pro Tag), das eigene Rad reparieren lassen oder Zubehör kaufen. In diese Läden sollte man unbedingt reinschauen:


Chile Pepper Bike Shop –
https://chilebikes.com/site


Poison Spider Bicycle Shop –
https://poisonspiderbicycles.com


Rim Cyclery (ältester Shop in Moab, seit 1983!) –
https://www.rimcyclery.com


Moab Cyclery –
http://moabcyclery.com

Wer ein Shuttle sucht – zum Beispiel zum Porcupine Rim Trail – wird ebenfalls in den Bike-Shops von Moab fündig. Beim Poison Spider starten täglich die Coyote-Shuttles. Die Fahrt kostet 25 Dollar und erfolgt in einem alten VW-Bus. Eine Reservierung am Vorabend ist besonders in der Hauptsaison sinnvoll!

Ein Teil der Trails vor Moab (Brand und Klonzo) verläuft über festen Lehmboden.

Bike-Trails rund um Moab

Rund um Moab kann man tagelang neue Trails entdecken, denn das bestehende Trailnetz wird ständig erweitert. Neben den Klassikern Slickrock und Porcupine Rim stellen wir auch neue, weniger bekannte Trails vor. Generell sollte man in der Wüste immer eine Landkarte, ein GPS sowie ausreichend Wasser mitnehmen. Handynetz und bewirtschaftete Hütten? Fehlanzeige! Wer sich verirrt, sollte wenn möglich Hilfe rufen und abwarten. In der zerklüfteten Landschaft besteht überall Absturzgefahr.

In den Nationalparks ist Mountainbiken generell verboten. Auf den Bike-Trails (z.B. Brand und Klonzo Trails) dürfen nur Mountainbiker, keine Motocrosser fahren. Deshalb sind dort auch Pedelecs und E-Bikes verboten. Auf Jeep Roads und dem Slickrock sind auch E-Bikes gestattet.

Slickrock Trail

Mit diesem Trail hat es Moab unter die Top-Reviere der Welt geschafft. Den Namen haben die roten Felsen den ersten Siedlern zu verdanken, denn die Metallhufe der Pferde fanden auf dem Stein keinen Halt. Gummi hingegen klebt förmlich auf den Steinplatten. Deshalb malte man 1969 für Motocrosser eine weiße Linie auf die Felsen und schuf damit die Legende Slickrock Trail. Heute überwiegen die Mountainbiker, Motorradfahrer trifft man wenige.

Die Trailrunde darf in beide Richtungen befahren werden. Wir sind im Uhrzeigersinn gefahren – so kann man jeden Anstieg bezwingen. Die Schwierigkeit besteht nicht aus technischen Hürden, sondern vielmehr aus den steilen Anstiegen. Wer auf die Reifen vertraut und genügend Kraft in den Beinen hat, kann alles fahren. Die reine Fahrzeit beträgt ungefähr eineinhalb Stunden, mit Fotostopps vergehen auch mal drei Stunden.

Porcupine Rim Trail

Zum Porcupine Rim Trail wird man geshuttelt, je nach Schneelage auch weiter. Im Sommer kann man die Whole Enchilada fahren: Angefangen beim Burro Pass hat man eine ewige Trail-Abfahrt mit wenigen Gegenanstiegen. Wir sind am Kokopelli-Trail eingestiegen. Von dort erreicht man Moab nach 37 Kilometern und ungefähr zweieinhalb Stunden Fahrzeit.

Der Porcupine Rim Trail schlängelt sich entlang der Hangkante kilometerlang Richtung Colorado River. Technisch zeigt sich der Trail mal entspannt, mal bissig. Neben einzelner Schlüsselstellen häfen sich gerade im unteren Teil hohe Stufen mit etwas stumpfen Landungen. Wer hier zum ersten Mal fährt und keinen Scout vor sich hat, sollte sich vorsichtig rantasten. An einigen Stellen besteht Absturzgefahr!

Brand Trails

Die Brand Trails befinden sich etwas außerhalb von Moab, können aber mit dem Bike aus der Stadt erreicht werden. Auf den eher flachen Trails sammelt man zwar keine Höhenmeter, dafür Endorphine. Die etwas einfacheren Trails eignen sich gut zum Einfahren. Von felsig bis erdig ist hier alles dabei, die Trails können muter kombiniert werden.

Hinter einigen Trailnamen befindet sich ein Buchstabe. Kombiniert man diese Trails, ergibt sich das Wort MOAB. Wir fanden besonders den Circle O-Trail interessant, da dieser ebenfalls über den klebrigen Fels verläuft. Dieser ist technisch nicht besonders anspruchsvoll, macht aber dennoch Spaß. Wer es flowiger möchte, sollte die Lazy EZ-Runde testen. Die Trails verlaufen auf festem Lehmboden.

Klonzo Trails

Die Klonzo Trails sind ebenfalls von Hand gebaute Bike-Trails. Da das Klonzo-Gebiet in der Nähe der Brand-Region leigt, sind auch die Trails ähnlich. Auch hier kann man verschiedene Trails miteinander kombinieren. Von sehr leicht bis mittel ist hier alles dabei. Die Beschilderung ist vorbildlich! Klonzo kann man sehr gut mit den Brand Trails kombinieren, sogar mit dem Bike.

Magnificent 7

Magnificent 7 steht für eine Kombination aus verschiedenen Trails: Per Shuttle gelangt man zum Einstieg vom Getaway, dann wechselt man auf den Bull Run. Anschließend befährt man Great Escape und Little Canyon. Absolute Cracks können zum Abschluss noch den Goldbar Rim und den sehr ausgesetzten Portal Trail fahren. Hier besteht Lebensgefahr bei einem Sturz! Weniger versierte Fahrer sollten ab dem Little Canyon über die Gemini Bridges Road Richtung Brand Trails fahren.

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