MTB Transalp Planung MTB Transalp Planung

MTB Transalp selbst planen oder geführte Tour

So planen Sie ihre MTB-Transalp am besten

Gitta Beimfohr am 12.06.2018

Eine Transalp-Tour beim Veranstalter zu buchen, erspart jede Menge Zeit. Zeit, die Sie für ausgiebige Trainingsrunden nutzen können. Doch die eigene Planung macht einen Alpencross erst zum Abenteuer.

Eine MTB-Alpenüberquerung selbst planen

Für einen echten Alpenüberquerer gibt es nichts Schöneres, als an einem langen Winterabend über den Karten zu sitzen und schon mal eine Route für den nächsten Sommer zusammenzubasteln. Fachbücher, Internet-Foren und Touren-Portale helfen dabei, denn es gibt keinen Pfad und keinen Pass mehr in den Alpen, der noch nicht von Bikern befahren und dokumentiert wurde.

Das Reservieren von Unterkünften, Rücktransfer und ein möglicher Gepäcktransport kosten natürlich Zeit und Mühe, dafür genießen Selbstplaner aber drei wesentliche Vorteile. Erstens müssen sie nicht am Wochenende starten, wenn sämtliche Veranstalter mit ihren Gruppen losziehen und Trails wie Einkehrhütten bevölkern. Auch wenn schlechtes Wetter angesagt ist, kann man Zeit- oder Startpunkt noch kurzfristig verlegen. Aber der größte Vorteil ist: Sie können sich ihre Mitfahrer selbst aussuchen. Optimal sind drei bis fünf Leute, die sich in Sachen Moral und Fitness auf einem Level befinden.


26 % unserer Leser haben sich 2017 an eine Etappen-Tour gewagt. Ein Großteil davon plante die Route der Alpenüberquerung selbst.


Beim Veranstalter buchen

512 Mal musste die österreichische Bergrettung letztes Jahr allein für verunfallte Mountainbiker ausrücken. Im Rückblick auf die letzten zehn Jahre ist das eine Steigerung von knapp 50 Prozent. Das zeigt, dass die Alpen – auch wenn sie zu den am besten erschlossenen Gebirgen der Welt gehören – kein Spielplatz sind. Der Umgang mit der Höhe, grobem Geröll, langen Anstiegen, ausgesetzten Abfahrten, Föhnstürmen und Wetterumstürzen erfordert ein gewisses Maß an alpiner Erfahrung. Wer sich das erste Mal an eine Alpenüberquerung wagt oder für eine eigene Tour keine Mitfahrer findet, sollte daher besser beim Veranstalter buchen. Eine siebentägige geführte Tour kostet zwar um die 1100 Euro, dafür müssen Sie sich rein organisatorisch um nichts kümmern. Außer – und das vergessen viele – ums eigene Training und den Zustand Ihres Bikes. Einige Veranstalter bieten zusätzlich Vorbereitungswochenenden an oder schicken Trainigspläne mit. Die besten Buchungsadressen für MTB-Transalps finden Sie hier->


Fully oder Hardtail: Welches Bike eignet sich für eine MTB-Transalp?

Die alte Glaubensfrage schien längst zu Ende diskutiert, lodert aber gerade unter Alpenüberquerern immer wieder auf.

Natürlich kurbelt sich ein leichteres Hardtail schneller und effektiver die langen Passanstiege hinauf. Auch Dämpferdefekte sind ausgeschlossen, und im Rahmendreieck finden locker zwei Flaschenhalter Platz. Nicht zu unterschätzen ist aber die bessere Traktion, die ein Fully im gröberen Terrain bietet. Gerade im Hochgebirge und in den Dolomiten sind die Wege oft vom Regen ausgespült und voll mit grobem Geröll. Da wünscht man sich auch bergauf mehr Traktion, um Kraft zu sparen. Bergab ist das Fully natürlich immer klar im Vorteil. Es ist komfortabler, gibt mehr Sicherheit und bietet damit auf den langen Abfahrten einen gewissen Erholungs­effekt. Wer dagegen einen hüpfenden Hinterbau im Zaum halten muss, wird das im nächsten Anstieg kräftemäßig zu spüren bekommen. Zu viel Federweg kann aber auch nach hinten losgehen: In den Dolomiten dürfen selbst Biker in jeden Sessellift steigen, um ein paar steile Höhenmeter abzukürzen. Nur nicht, wenn sie mehr als 160 Millimeter Federweg mitbringen.


Schmerzfrei im Sattel: Sitzprobleme vermeiden

Stefan Loibl
„Sitzpolster und Sattel müssen weit vor einer Alpenüberquerung ein eingefahrenes Team sein. Auf längeren Touren habe ich immer zwei Hosen dabei. Die eine, die ich tagsüber anhabe, wasche ich abends mit Shampoo aus. Während die am nächs­ten Tag trocknet, trage ich die andere.

Stefan Loibl

Stefan Loibl, BIKE Redakteur

Karen Eller
Sitzcreme ist das Zauberwort. Sie hilft zwar nicht gegen den Druckschmerz an den Sitzknochen, aber gegen jegliches Wundreiben. Bei schlechtem Wetter ziehe ich sofort eine kurze Regen-Shorts über. Sie hält auch Staubkörner ab, die sich sonst ins Sitzpolster vorarbeiten könnten.

Karen Eller

Karen Eller, MTB-Veranstalter: Die Rasenmäher www.dierasenmaeher.de

Björn Kafka
Beim leisesten Scheuern, den Sattel etwas tiefer stellen! Das entlastet sofort. Einfache Sitzpickel behandle ich abends mit einer Schwarztee-Kompresse (Teebeutel). Auch Zinksalbe für Babys trocknet die Pickel über Nacht aus. Bei wunden Stellen hilft am besten Bepanthen.

Björn Kafka

Björn Kafka, BIKE Autor


Wo übernachten: Hütte oder Hotel?

Die meisten ziehen eine komfortable Übernachtung im Tal vor. Schon weil so ein Gepäck-shuttle möglich ist. Dabei haben viele Hütten längst umgerüstet: Es gibt Doppelbetten, Duschen, drei-Gänge-Menüs, Frühstücksbuffets – und entsprechend höhere Preise. Aber auf jeden Fall den schöneren Sternenhimmel!

Hütten übernachten MTB Transalp

Je nach Route hat man einer MTB-Transalp die Wahl, ob man im Tal im Hotel schläft oder auf einer Hütte übernachtet.

 

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Gitta Beimfohr am 12.06.2018
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