Transalp: So kommen Sie über die Alpen! Transalp: So kommen Sie über die Alpen! Transalp: So kommen Sie über die Alpen!

Transalp: So kommen Sie über die Alpen!

  • Tomek
 • Publiziert vor 16 Jahren

Locker übern Berg: Wer sich optimal vorbereitet, ist schon halb über den Berg. Bei aller Liebe zum Abenteuer – diese Punkte sollten Sie nicht dem Zufall überlassen.


1. Erster Berg: langsam angehen
„Das schaff ich nie!“, hat schon so mancher Alpen­überquerer beim ersten Anstieg gedacht – und es dann doch geschafft. Wichtig ist, dass Sie sich am ersten Tag langsam einkurbeln, den Körper an die Belastung gewöhnen und nicht über Ihren Grundlagenpuls hinaus rasen. Nutzen Sie den ersten Tag, um Bike und Rucksack optimal einzustellen. Was am ersten Tag nur ein wenig kneift und ziept, könnte in den folgenden Tagen zu schmerzhaften Verspannungen führen!


2. Lange Anstiege
Stundenlanges Bergauffahren gehört in den Alpen nun mal dazu. Auch hier gilt: Grundlagenpuls ein­halten und Rhythmus finden. Freuen Sie sich über das wachsende Panorama. Setzen Sie sich Zwischenziele (bis zur nächsten Kurve etc.). Fahren Sie zwischendurch ein paar Meter im Stehen (Entlastung) und machen Sie keine langen Pausen, um den Rhythmus nicht zu verlieren.


3. Steile Rampen
Grundlagenpuls ade – für kurze Steilstücke können Sie Ihren Puls schon mal hochjagen. Bleibt der Weg steil, sollten Sie überlegen, ob schieben nicht Kraft sparender wäre (Dolomiten!).


4. Schiebe- und Tragepassagen
Wenn der Weg unfahrbar wird (Hauptkamm): Schieben Sie so lang wie möglich. Auf ausgesetzten Wegen das Bike immer auf der Abgrundseite! Beim Tragen das Bike über den Rucksack werfen (siehe Bild oben).

Karte: www.bike-gps.com


Ein guter Plan


1. Die Ausrüstung
Das Wenige, das Sie auf einer Transalp dabeihaben, muss hundertprozentig funktionieren. Achten Sie auf einen perfekt sitzenden Rucksack mit kleineren Außentaschen und verstauen Sie darin Dinge, die schnell griffbereit sein müssen (Regenjacke, Karten, Geld, Ersatzschlauch). Sparen Sie nicht bei der Bike-Bekleidung: Gute Funktionswäsche ist nicht nur leichter, sie trocknet auch schneller!


2. Bike-Wartung: Checkliste
Selbst bei der Transalp Challenge immer wieder am Start: abgefahrene Bremsen, rasselnde Ketten und starre Federgabeln. Dabei gibt es während einer Alpenüberquerung nichts Nervtötenderes, als ein defektes Bike! Vor allem, wenn plötzlich nichts mehr geht und Sie an einem einsamen Pass stehen ... Überprüfen Sie Ihr Bike daher vor dem Touren-Start gründlich oder geben Sie es zum Service in den Shop. Beachten Sie dabei folgende Check-Liste:
- Bremsen: Beläge halb abgefahren? Austauschen!
– Laufräder: zentrieren und auf eventuelle Schäden untersuchen
- Reifen: min. 2,1 Zoll mit gutem Profil aufziehen (Luft: max. 2,5 bar)
- Schaltzüge: eventuell austauschen für eine leichte Gangwahl
- Kette und Ritzel: bei Verschleißerscheinungen besser austauschen
– Federung: Defekte an Aufhängung oder Lagerung? Dämpfer in Ordnung?
- Lager: überprüfen und fetten
Ersatzmaterial und Werkzeug nicht vergessen (siehe S. 3)!


3. Karten-Studium
Zeichnen Sie Ihre Route mit Leuchtstift in die Karten ein, dann fällt unterwegs die Orientierung leichter. Kartenfalze evtl. mit Tesafilm verstärken, damit sie nicht so schnell einreißen.


4. Höhenprofile für den Lenker
„Wie weit isses denn noch?“, diese Frage ersparen Sie sich als Routen-Planer, wenn Sie allen Teilnehmern die Höhenprofile der Etappen an den Lenker kleben (am Kopierer verkleinern bis es passt).


5. Training
Die Routen-Planung steht, Bike und Ausrüstung sind in Top-Zustand und Ihre Grundlagenausdauer hoffentlich auch. Vergessen Sie nicht das Krafttraining für Rumpf- und Oberkörper. So beugen Sie schmerzhaften Muskelverspannungen vor (Rucksack!).


Gehört zur Artikelstrecke:

Transalp-Special 2006


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